
Bürgermeister Thomas Hirsch will mit der Errichtung eines stationären Hospizes eine Versorgungslücke schließen.
Foto: Ahme
Landau. Pläne, auch in Landau ein stationäres Hospiz zu errichten, erhalten neuen Schwung: Wie Bürgermeister Thomas Hirsch und Vertreter der Diakonissen Speyer-Mannheim jetzt bekanntgaben, ist das sozial-diakonische Unternehmen mit Hauptsitz in Speyer bereit, am Gelände von Bethesda Landau eine Einrichtung für die Betreuung sterbender und schwerkranker Menschen zu errichten. In intensiven Gesprächen mit allen an der palliativen Versorgung Beteiligten wird gegenwärtig die Möglichkeit zur Realisierung geprüft.
„Damit würde eine Versorgungslücke in Landau und der Region geschlossen und die bewährte ambulante Hospizhilfe ergänzt“, betonte Sozialdezernent Bürgermeister Thomas Hirsch: „Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat das Recht auf eine umfassende medizinische, pflegerische und psychosoziale Begleitung.“ Wie Hirsch ausführte, sei die Stadt bereit, ein an der Bodelschwinghstraße gelegenes, rund 1700 Quadratmeter großes Gelände den Diakonissen Speyer-Mannheim zur Errichtung eines Hospizes zu überlassen. Er unterstrich, dass man für das Hospiz maßgeblich auf die Unterstützung von Spendern und Sponsoren angewiesen sei: Nur ein geringer Teil der Baukosten sei durch Leistungen der Kranken- und der Pflegeversicherung refinanzierbar.
„Auch für den Betrieb wird das Hospiz auf private Förderung angewiesen sein, denn nur 90% der Kosten werden von der Kranken- bzw. Pflegeversicherung getragen“, so Pfarrer Dr. Werner Schwartz, Vorsteher der Diakonissen Speyer-Mannheim. Es sei daher beabsichtigt, gemeinsam mit Stadt, Landkreis, den beiden Landauer Krankenhäusern sowie beiden christlichen Kirchen einen Förderverein zu errichten, der Bau und Betrieb des Hospizes unterstützt, wie Karlheinz Burger, Kaufmännischer Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim ausführte.
„Als Wegbegleiter auf Zeit ist es uns Anliegen, die Tage unserer Gäste im Hospiz bis zuletzt mit Leben zu füllen“, so Oberin Schwester Isabelle Wien. Die Hospizarbeit ziele darauf, Sterben als Teil des Lebens zu sehen, Menschen an den Grenzen Ihres Lebens individuell zu begleiten und dabei Ihre Würde zu wahren. Der Bau des neuen stationären Hospizes soll voraussichtlich im Sommer 2016 abgeschlossen sein. Insgesamt werden dann etwa 8 Plätze in dem Gebäude zur Verfügung stehen.
Die Diakonissen Speyer-Mannheim betreiben in Speyer seit 1996 das Hospiz im Wilhelminenstift, seinerzeit das erste stationäre Hospiz in Rheinland-Pfalz, und verfügen als Träger von Einrichtungen der ambulanten und stationären Altenhilfe über umfangreiche Erfahrungen in der palliativ-medizinischen und palliativ-pflegerischen Betreuung. In Landau betreuen die Diakonissen Speyer-Mannheim in Bethesda ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. „Wir treiben die Öffnung und Weiterentwicklung des Standorts konsequent voran“, erklärte Dieter Lang, Geschäftsführer von Bethesda Landau. (stadt-landau)

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