
Einheiten der Bundespolizei suchen im Wald nach „verendeten“ Wildschweinen.
Fotos und Video: Pfalz-Express/Licht
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Hagenbach – Rund 100 Einsatzkräfte haben am Dienstag und Mittwoch den Fall geprobt, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) in der Region ausbricht. An beiden Tagen wurde die Stabsarbeit im Krisenzentrum, am zweiten Tag auch der aktive Einsatz im Bienwald in der Nähe von Hagenbach geübt.
Die Landkreise Germersheim, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim und der Rhein-Pfalz-Kreis haben an der Übung teilgenommen, denn beim Ausbruch einer Tierseuche tritt der Tierseuchenverbund Rheinpfalz zusammen.
Beteiligt waren Feuerwehren, Katastrophenschutz, die Bundespolizei, THW und DRK, das Forstamt Bienwald und Veterinär-Ärzte des Landkreises Germersheim (wo der angenommene Seuchenfall aufgetreten ist). Auch Bundeswehrvertreter waren vor Ort, sollte der Fall eintreten, dass die Truppe Amtshilfe leisten müsste.

„Krankheit macht nicht an Landesgrenzen halt“
Mit dabei waren die Landräte Dr. Fritz Brechtel (Kreis Germersheim) und Dietmar Seefeld (Kreis Südliche Weinstraße). Wildschweine und die Krankheit selbst machten nicht an den Bezirks- oder Landesgrenzen halt, so Brechtel und Seefeldt. Deshalb will man sich im Fall eines Ausbruchs gegenseitig unterstützen. Kooperationen gibt es auch mit Baden-Württemberg.
Zweck der Übung war es, die effektive Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Einsatzkräften zu testen, sollte die afrikanische Schweinepest ausbrechen.
Großes Gebiet abgesucht
Das Szenario: Eine totes Wildschwein und vier Wildschwein-Dummies mussten in einem 530 Meter breiten und 1 Kilometer langen Waldstück gesucht werden. Keine leichte Aufgabe – Wildschweine verstecken sich gerne. Sogar Bunker habe man abgesucht, sagte der Führer der Bundespolizeieinheit. Später am Tag waren dann alle „infizierten“ Tiere gefunden.

Foto: KV GER
Auf einem Waldweg mussten alle Fahrzeuge, die im „Seuchengebiet“ unterwegs waren, eine Dekontaminationsschleuse durchfahren und wurden mit Desinfektionsmitteln, die aus Düsen versprüht werden, desinfiziert.
Zwei Typen von Schutzanzügen wurden ebenfalls getestet. Wie sich herausgestellt hat, sind sie nicht geeignet, weil sie im Gestrüpp reißen. Die Verantwortlichen waren am Ende mit dem Gesamtverlauf der Übung jedoch sehr zufrieden.
Hochansteckender Virus
Die Afrikanische Schweinepest ist hochansteckend, kann sich rasend schnell ausbreiten und ist anzeigepflichtig. Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere Allgemeinsymptome . ASP ist keine Zoonose (zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionskrankheit) und daher für den Menschen ungefährlich.
Für Wild- und Hausschweine bleibt die Krankheit allerdings eine große Bedrohung: Ein Stück weggeworfene Wurst, die den Erreger trägt, reicht, um einen Ausbruch zu verursachen.
2017 wurde der Erreger in Tschechien und Polen festgestellt. Im September 2018 fand er sich plötzlich auch in Belgien, nur 60 Kilometer vor der deutschen Grenze entfernt. (cli)

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