Montag, 27. Juni 2022

Thomas Gebhart berichtet vom Klimagipfel – nur Wirtschaftlichkeit auf Dauer erfolgreich

9. Januar 2015 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Politik regional, Regional

Thomas Gebhart war Mitglied der deutschen Umweltdelegation in Lima.
Fotos: pfalz-express.de

Landau – Über das Thema „Klimawandel“ sprach im Rahmen der Gesprächsreihe „Christine Schneider fragt nach“ der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) im Haus am Westbahnhof in Landau.

Gebhart hatte an der Weltklimakonferenz in Lima teilgenommen und informierte die Zuhörer über Ergebnisse und seine gewonnenen Eindrücke.

Nach der Eröffnung des Abends durch die Landtagsabgeordnete Christine Schneider, der Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft der CDU in Mainz, richtete der Landauer Bürgermeister Thomas Hirsch sein Wort an die Zuhörer.

Hirsch informierte die Anwesenden über das Engagement der Stadt Landau gegen den Klimawandel. Landau engagiert sich für eine Steigerung der Effizienz und die nachhaltige Nutzung, unter anderem durch Kooperationen mit verschiedenen Universitäten in Rheinland-Pfalz. Auch setzt sich die Stadt dafür ein, dass die Geothermie-Nutzung in Landau nicht mehr weiter wie bisher durchgeführt werden soll.

Thomas Gebhart schilderte vorab die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels, die auch heute schon in verschiedenen Regionen der Welt spürbar seien. So stieg der Meeresspiegel in den letzten Jahren um 19 Zentimeter an, die Durchschnittstemperatur nahm um 0,85c° zu. In asiatischen Küstenregionen, unter anderem im Raum Bangladesch, sind Teile des Landes durch immer unkalkulierbarere Extremwettersituationen nicht mehr bewohnbar.

Wissenschaftlich nachweisbar sei eine auf den Mensch zurückführbare Veränderung des Klimas zwar nicht, so Gebhart, dennoch lasse die Indizienlage kaum einen Zweifel zu.

Zum Gipfeltreffen in Lima legte der Klimarat rund 30 000 Untersuchungsergebnisse vor. Die Wissenschaftler fordern darin eine Reduzierung der Co2-Emission und warnen, die Folgeschäden durch die Klimaerwärmung seien im Zweifel sehr viel verheerender und teurer als die Maßnahmen der Prävention.

„German Energiewende“ weltweiter Begriff

Obwohl die Auswirkungen des Klimawandels in Europa noch nicht wie in anderen, häufig ärmeren Regionen der Welt, spürbar sind, gelten die Europäer im Bereich des Klimaschutzes als Vorreiter. Auf dem Gipfel werde von der „German Energiewende“ gesprochen, ein Begriff, der in das Vokabular aller Länder übernommen wurde.

Mehr als ein Minimalziel konnte in Lima nicht erreicht werden. Interessenskonflikte zwischen den 196 Teilnehmerländern, von denen jedes eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt, verhindere die vertragliche Einigung über verbindliche Klimaziele, berichtete Gebhart.

Nicht auf eine einheitliche Klimapolitik festlegen wollten sich unter anderem Saudi-Arabien und verschiedene Entwicklungsländer, aber auch die USA und China, die für knapp 40% der weltweiten CO2-Emission verantwortlich sind.

Investitionen in die Weiterentwicklung neuer Technologien seien die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Klimawende, sagt Gebhart, außerdem müsse die Energiewende wirtschaftliche, soziale und klimatische Gesichtspunkte miteinander vereinen.

Ohne die Wirtschaftlichkeit sauberer Energie würde sich eine Einigung auch in den nächsten Jahren als schwierig erweisen, so der Bundestagsabgeordnete weiter. Als Erfolg des Gipfels konnte die Gründung eines Klimafonds gewertet werten, der mit insgesamt 10 Milliarden Dollar Klimaprojekte, vor allem in Asien und Lateinamerika, künftig fördern und subventionieren soll.

Die Hoffnungen der Klimaschützer ruhen nun auf Paris. Hier soll im Herbst 2015 ein erneuter Klimagipfel stattfinden und ein Vertrag zur Co2 Reduktion mit verbindlichen Klimazielen für alle Länder verabschiedet werden.

Europa fasste indes  selbst den Entschluss bis zum Jahr 2030 eine Emissionsreduktion um 40% zu erreichen. Das deutsche Aktionsprogramm zum Klimaschutz sieht Steuersanierungen für Eigentümer vor, die künftig die energetische Sanierung ihrer Häuser von der Steuer absetzen können.

Außerdem soll eine Neuregelung des Wertstoffgesetzes verabschiedet werden. Dies soll die Entwicklung neuer Verpackungen vorantreiben, um Restmüll  recyclebar und damit umweltfreundlicher machen zu können.

Im Anschluss an den Bericht von Thomas Gebhart hatten die Bürger die Möglichkeit, mit Fragen und Anmerkungen an der Diskussion teilzunehmen. Ein Fragesteller wollte wissen, woher die Zuversicht auf einen Vertragsabschluss in Paris komme, sei doch jahrelang keine Einigung erreicht worden.

Der Druck von Außen auf die Teilnehmerländer werde immer größer, erwiderte Gebhart. Kein Land würde sich die Blöße geben wollen, erneut einen Abschluss zu verhindern. Dennoch dürfe nicht zu viel erwartet werden. Solange das kollektive Umweltbewusstsein der Bürger jedoch weiter wachse und stetig an neuen Technologien geforscht werde, blicke er positiv in die Zukunft. (ls)

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4 Kommentare auf "Thomas Gebhart berichtet vom Klimagipfel – nur Wirtschaftlichkeit auf Dauer erfolgreich"

  1. Eugen Steinhilber sagt:

    Immer wird Umweltschutz und Klimaschutz vermengt, Umweltschutz ist wichtig, Klimaschutz gibt es überhaut nicht:
    Das beginnt bereits mit der Frage, was „Klimaschutz“ eigentlich ist. Nach der Definition der World Meteorological Organization von 1992 ist Klima der Mittelwert des Wetter-Geschehens während eines langfristigen Zeitraumes, für den dreißig Jahre vereinbart wurden. Das bedeutet, Klima ist eine vom Wetterverlauf abhängige statistische Größe. Nicht das Klima bestimmt das Wettergeschehen, sondern – umgekehrt – bestimmt das Wettergeschehen das Klima! Und wie soll nun eine statistische Größe (!), die real nicht gemessen, sondern nur berechnet werden kann, „geschützt“ werden? Und wovor soll sie geschützt werden? Nicht einmal das Wetter, die Basisgröße des Klimas, lässt sich schützen! Vor dem Wetter kann man sich zwar schützen (feste Häuser, Wintermantel, Regenschirm etc.) – aber noch nie hat jemand den Versuch unternommen, „das Wetter“ zu schützen! – Sie sehen, schon rein sprachlich ist der in der Politik so überaus beliebte Begriff „Klimaschutz“ ein Nonsens!

    Außerdem weigert sich das Klima beharrlich seit über 18 Jahren in der Temperatur anzusteigen.
    Siehe hier:
    http://www.woodfortrees.org/plot/rss/from:1996/mean:12/plot/rss/from:1996/plot/rss/from:1996.8/trend

  2. Werling sagt:

    Die vorindustrielle, durchschnittliche Temperatur vor 1880 wird als erstrebenswertes Ideal angesehen. Man schaue doch mal in die Ortschronik seiner Gemeinde und vergleiche die örtliche Situation im 19. Jahrhundert mit der landesweiten und der europäischen. Was fällt auf? Missernten und Hungerzeiten europaweit. Immer wider. Besonders schlimm traf es Irland mit mehr als einer Million Toten. Wirklich besser wurde es erst im 20. Jahrhundert. Und nein, die Landwirtschaft hat sich in meiner Familie zwischen dem Opa und dem Ur-Opa nicht groß verändert. Der wirkliche Innovationsschub kam erst in der Nachkriegszeit.

    Das soll als Einstieg in die Historie genügen. Ein Blick in die Geschichtsbücher (mittelalterliches Klimaoptimum) sagt mehr.

    Wie dumm muss man denn sein, sich das Klima von 1880 zurück zu wünschen?

    Werling
    (Ich bin übrigens mit dem Horror-Szenario der nächsten Eiszeit aufgewachsen, mit Illustrationen in Zeitschriften, die grüne, futuristische Städte unter einer Glaskuppel in einem Eismeer zeigten; irgendwann ist der Kältewahn dann in einen Wärme-Wahn umgeschlagen. Vermutlich hat jemand gemerkt, dass damit mehr zu verdienen ist. Würden die Wahnsinnigen nicht unsere Landschaft zerstören, wäre mir deren Irrsinn völlig egal, doch leider geht mir der Raubbau zu Herzen.)

  3. Werling sagt:

    Klimawandel als Hoffnungsschimmer: Sahelzone

    https://www.youtube.com/watch?v=bNmiTF2Uigw

  4. Eugen Steinhilber sagt:

    „So stieg der Meeresspiegel in den letzten Jahren um 19 Zentimeter an“…. ist natürlich auch eine alarmistische Übertreibung.

    Der Anstieg erfolgte durch die natürliche Erholung nach der letzen sog. KleinenEiszeit. Und die endete etwa um 1700.

    Hier schön ablesbar:
    http://c3headlines.typepad.com/.a/6a010536b58035970c015433ac485d970c-pi

    Langfristig wird der Meeresspiegel sowieso weiter zurück gehen, da wir uns langsam seit über 7000 Jahren in Zickzackbewegungen der nächsten Eiszeit nähern.
    http://vademecum.brandenberger.eu/grafiken/klima/temp_10000.png

    Zusammenfassung:

    Herr Thomas Gebhart,

    schauen Sie sich die Klimageschichte näher an, offensichtlich fehlen Ihnen hier sämtliche Grundlangen.

    Mit jedem weiteren alarmistischen Statement machen Sie sich weiter lächerlich und blamieren sich bis auf die Knochen.
    Peinlich.
    Peinlich.