Freitag, 18. Juni 2021

SÜW: Beschäftigte meist wegen Psyche krankgeschrieben

10. Juni 2021 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Foto: Pfalz-Express

Landkreis Südliche Weinstraße – Die Beschäftigten im Landkreis Südliche Weinstraße waren im Jahr 2020 etwas seltener krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt.

Das geht aus repräsentativen Daten der Krankenkasse BARMER hervor. Für ihre Analysen hat die BARMER die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand in dem Landkreis lag bei 4,9 Prozent (Land: 5,0 Prozent, Bund: 4,9 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 49 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Rainer Endres, Regionalgeschäftsführer der BARMER.

Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Landkreis Südliche Weinstraße entfielen rechnerisch 17,8 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 18,3 Tage, Bund: 18,0 Tage). Jeder Beschäftigte in dem Landkreis meldete sich im Durchschnitt 1,0 (Land und Bund: 1,1) Mal arbeitsunfähig. Endres sagt: „Hauptursache für die Krankschreibungen im Landkreis Südliche Weinstraße waren psychische Erkrankungen wie Depressionen.“ Psychische Leiden verursachten bei jedem Beschäftigten aus dem Landkreis 3,9 Tage von Arbeitsunfähigkeit.

Es folgen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen (3,6 Tage), Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen (2,3 Tage) und Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,0 Tage). Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen waren die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im Landkreis Südliche Weinstraße.

„Der Corona-Alltag hat viele Beschäftigte körperlich und seelisch an ihre Grenzen gebracht. Arbeitgeber sollten auch in Zeiten von Corona auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und damit besonders Krankheiten bei ihren Mitarbeitern vorbeugen, die durch die Pandemielage begünstigt werden“, sagt Endres. In der Corona-Pandemie sei das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich gewesen. Bewegungsmangel fördere Rückenschmerzen und könne zu den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben.

In Zeiten von Kontaktsperren seien Fahrrad fahren, Lauftraining, Spaziergänge und aktive Pausen mit Übungen für die Rückenfitness gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen. „Corona hat zudem viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet. Besonders in Branchen mit körperlicher Belastung dürften Kurzarbeit und Lockdown wiederum zu weniger Verletzungen geführt haben“, sagt Endres.

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