Hamburg – Eine Studie der Helmut Schmidt Universität der Bundeswehr in Hamburg hat massive Defizite beim dualen Studium sowohl bei der Ausbildung in den Unternehmen als auch bei der Kooperation von Hochschule und Betrieb aufgezeigt.
Es gebe teilweise „institutionelles Versagen der Unternehmen, der Hochschulen und der Akkreditierungsgesellschaften“, die die Studiengänge absegnen, sagte Studienautor Wilfried Hesser dem „Handelsblatt“. „Besonders geschockt hat mich die Diskrepanz zwischen dem gesellschaftlichen Hype um das duale Studium und der realen Situation der dualen Studenten in den Unternehmen.“
Fast ein Viertel der befragten Studenten würde nicht noch einmal dual studieren – vor allem wegen negativer Erfahrungen in den Unternehmen.
Weitere elf Prozent würden zwar erneut dual studieren – aber nicht mit dem gleichen Betrieb.
Unterm Strich seien 37 Prozent der Befragten unzufrieden, so Hesser. Basis der Studie „Das duale Studium aus Sicht der Studenten“ ist eine Online-Befragung, an der 4.125 Studenten aus ganz Deutschland teilgenommen haben.
Als zentralen Mangel sehen die Experten, dass die Ausbildung in den Unternehmen „ohne jeglichen gesetzlichen Ordnungsrahmen abläuft – sie ist quasi eine Black Box“, sagte Hesser. Nur diejenigen, die gleichzeitig eine duale Berufsausbildung absolvieren – das ist der kleinere Teil – profitierten von gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsplänen.
Alle anderen jedoch seien auf den „Goodwill“ der Betriebe angewiesen. Von diesen gab fast die Hälfte der befragten Studenten an, sie hätte vom Arbeitgeber keinen Ausbildungsplan erhalten.
„Hier muss der Gesetzgeber dringend Abhilfe schaffen“, forderte Hesser. (dts Nachrichtenagentur)

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