
Von links: Birgit Heid, Alessandro Stephan, Maria Theresia Gauß, Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron, Katrin Sommer.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Landau. Die Autorinnen haben seit dem 23. April zum Welttag des Buches eine einfallsreiche Aktion ins Leben gerufen.
Sie haben sich die coronakonforme Präsentation von Gedichten und Kunst im Kleinformat in der Innenstadt vorgenommen.
Die sowohl literarisch als auch bildnerische Aktion wird von der Stadtbibliothek und der Rolf-Epple-Stiftung gefördert, um der am Boden liegenden literarischen Live-Kultur Auftrieb zu geben. Im letzten Jahr mussten die Literaten eine Lesung nach der anderen absagen und möchten nun mit dem Projekt auf ihre Texte aufmerksam machen.

Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Die bildenden Künstler befinden sich in einer vergleichbaren Situation. Ausstellungen finden nicht statt, Malkurse fallen aus. Aus diesem Grund werden ansteckungsfrei im öffentlichen Raum ab 14 Uhr einige Tage lang über 30 Gedichte und zahlreiche Illustrationen, Fotoverfremdungen und andere Bilder angebracht: Vor der Stadtbibliothek auf dem Heinrich-Heine-Platz und auf dem gesamten Rathausplatz. Die Gedichte und Bilder auf umweltfreundlichem Kraftpapier können gepflückt und mitgenommen werden. Sie werden innerhalb der Dauer der Aktion und abhängig von den Witterungsbedingungen wieder ergänzt.

Katrin Sommer vor der Stadtbibliothek
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Die Lyrik gibt Impulse zu kleinen Momenten des Glücks und der Liebe, einem Blick aus dem Fenster, dem Lauschen eines Online-Konzerts. Man findet Inspiration zum Wesen von Gedanken und Blicken, Feinsinniges zu Tautropfen, Hintergründiges zu Menschen und ihren Erfindungen.
Acht Lyrikerinnen beteiligen sich an der Aktion: Maria Theresia Gauß, Erika Gutt, Birgit Heid, Margit Kraus, Gabriele Nicklis, Katrin Sommer, Alessandro Stephan und Helmund Wiese.
Am 14. April fand bereits unter Leitung von Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron und Sabine Haas, Leiterin des städtischen Kulturamtes, ein Videonetzwerktreffen von Künstlern Landaus statt zu Möglichkeiten der Live-Kunst während der Pandemie. Anlässlich dieses Treffens stellte Katrin Sommer die Aktion Poesie zum Pflücken vor. In diesem Zusammenhang boten einige der zugeschalteten bildenden Künstler der Region spontan ihre Unterstützung mit einigen ihrer Werken an.
Marika Fünffinger arbeitet seit vielen Jahren im eigenen Atelier in Hainfeld und bietet dort erfolgreich Malkurse an, die inzwischen online stattfinden. Jana Schell ist Illustratorin und Kinderbuchautorin und hat das Landau Plakat für die Stadt gestaltet. Wilfried Brosinski (Fotodesigner) beeindruckt mit seinen hintergründigen Fotoverfremdungen und die Bilder von Katrin Konrad weisen Esprit und einen charmanten Stil auf. Die Exponate von Katrin Sommer bilden ein Zusammenspiel vielschichtiger Themen auf Gemälden und Fotos, teils beunruhigend, teils heiter und gelassen.

Marika Fünffinger mit ihrer Arbeit
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Schreiben und bildnerisches Gestalten, so die Initiatoren der Aktion, sei besonders in diesen Zeiten eine gute Möglichkeit, die Situation zu reflektieren, Isolation zu überwinden und sich konstruktiv mit sich und anderen Themen auseinanderzusetzen.
In diesem Sinne beabsichtigen die Künstler einerseits, auf ihre Tätigkeit aufmerksam zu machen, andererseits aber auch Menschen anzuregen, ebenfalls gestalterisch tätig zu werden.
Interessenten können gerne mit der Autorengruppe Kontakt aufnehmen und sich an den monatlichen, derzeit Video-Meetings, der Gruppe beteiligen. Die bildenden Künstler haben ihre Kontaktdaten auf den Karten vermerkt.
Die Gruppe Wortschatz gehört zum Literarischen Verein der Pfalz e.V. und besteht seit acht Jahren. Zwölf aktive Autoren bereichern das literarische Schaffen in der Region. Das Schreiben, aber auch das Planen von Lesungen wird trotz der Pandemie weiter gehen, so die Leiterin der Autorengruppe, Birgit Heid.

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