
Tauschten sich über die Möglichkeiten der Sprachförderung von Flüchtlingen aus: Landrätin Theresia Riedmaier (Mitte) mit den ProfeS Mitarbeiterinnen Irene Haritonov, Katarzyna Potepa-Haldzinska, Geschäftsführerin Martina Erzberger-Ries und Sandra Engelhart (v.l.n.r.).
Foto: kv-süw
Landau. Um sich von den seit Januar diesen Jahres laufenden Sprach- und Orientierungskursen für Flüchtlinge bei der Firma ProfeS persönlich einen praxisbezogenen Eindruck zu erarbeiten, besuchte Landrätin Theresia Riedmaier die Geschäftsstelle von ProfeS in Landau.
Dort hatte am 9. Februar ein Sprach- und Orientierungskurs für Flüchtlinge, finanziert über den Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF), das Land Rheinland-Pfalz, das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen und den Landkreis Südliche Weinstraße, begonnen.
Diesen Sprach- und Orientierungskurs können Flüchtlinge in den ersten 3 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland besuchen, wenn es darum geht die ersten Worte zu verstehen und sich verständigen zu lernen. Das Gesamtstundenkontingent beträgt mindestens 100 bis maximal 300 Stunden. Die Kurse orientieren sich nach der Bedarfsstruktur und unterliegen relativ strengen Regeln bezüglich der Bewilligung.
„Diese neuen Kurse stoßen auf große Resonanz bei den Teilnehmern und das Angebot wird gerne angenommen. Teilweise kommen die Teilnehmer sogar aus den Kreisdörfern mit den Fahrrädern zum Unterricht geradelt“, erzählte Geschäftsführerin Martina Erzberger-Ries. „Die 660-stündigen Integrationskurse können hierdurch aber auf keinen Fall ersetzt werden“, machte sie deutlich.
„Leider haben Asylbewerber und Geduldete nach wie vor keinen Zugang zu den vom Bundesamt für Migration & Flüchtlinge (BAMF) finanzierten Integrationskursen“, erläuterte Erzberger-Ries. Doch sei ein solch´ weiterführender Integrationskurs ungemein wichtig um ein aktives und selbstbestimmtes Leben in Deutschland führen zu können.
Die Vielzahl an unterschiedlichen Kursangeboten und Zugangsvoraussetzungen würde oftmals auf Unverständnis bei Ehrenamtlichen und Betroffenen stoßen.
Da die Kurse jedoch durch öffentliche Gelder finanziert werden, müsse sich ProfeS zwingend an die gesetzlichen Vorbedingungen halten.
Die für alle Beteiligten nicht zufriedenstellende Situation, könnte einerseits durch Multiplikatorenschulungen für ehrenamtliche Betreuer und andererseits durch einen allgemeinen Zugang für Jedermann zu den Integrationskursen gelöst werden. „Die Sprachkenntnisse der Flüchtlinge müssen vertieft werden. Entweder müsste ein Aufbaumodul für diese Sprach- und Orientierungskurse gefunden werden oder es müsste ein Konzept entwickelt werden die Integrationskurse des Bundes zu öffnen“, so Erzberger-Ries.
Die Landrätin sicherte zu, einen Informationsabend im Kreishaus organisieren zu wollen, um die ehrenamtlichen Betreuer für Flüchtlinge hinsichtlich der Sprachförderung vertieft zu informieren. „Es ist sicherlich wichtig, dass die vielen ehrenamtlich Engagierten, die sich dankenswerterweise bereits gefunden haben, ein Verständnis dafür bekommen, welche Personengruppen welche Kursangebote wahrnehmen können“. Nur so könnten Missverständnisse und Frustration vermieden werden.
Weiterhin wolle sie sich dafür einsetzen den Zugang zu den verschiedensten Sprachkursen zu erleichterten und den bürokratischen Aufwand zu verringern. „Die Kapazität an Sprachförderkursen muss dringend vergrößert werden.
Mit einem Angebot an Volkshochschulkursen haben wir einen ersten Schritt getan, auch wenn hier nur Grundsteine gelegt werden können und dies auch nicht mit Integrationskursen vergleichbar ist“, zeigte die Landrätin die Problemlage auf. Weiterhin sei es ihr ein Anliegen dezentrale Sprachförderkurse anzubieten, um den Flüchtlingen die Fahrtkosten zu den Sprachangeboten zu ersparen. (kv-süw)
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Wie könnte ich helfen? Ich bin DaF Lehrerin
Wir werden Ihre Frage an Frau Riedmaier weiter leiten.
Gruß, Redaktion Pfalz-Express