Sonntag, 31. Mai 2020

SPD-Kreistagsfraktion im ASB Seniorenzentrum in Hagenbach – „Demografischer Wandel“ auf der Agenda

18. November 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Foto (Archiv) über ASB Seniorenzentrum Hagenbach

Hagenbach –  Die Kreis-SPD setzt in den nächsten Monaten einen Arbeits-Schwerpunkt auf das Mega-Thema „Demografischer Wandel, neue Wohnformen im Alter und Pflege“.

Deshalb besuchten einige Vertreter das ASB Seniorenzentrum Hagenbach, um sich einen unmittelbaren Eindruck vom Alltag der Bewohner und Mitarbeiter zu machen.

„Der Austausch hatte zum Ziel, uns für das Thema zu sensibilisieren und auf kommunalpolitischer Ebene  Möglichkeiten der Unterstützung  zu finden“, so Fraktionssprecher Uwe Schwind.  Annette Michel (Pflegedienstleitung) berichtete, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine würdevolle Pflege möglich sei, es jedoch auch Grenzen der Belastbarkeit gäbe.

Beklagt wurde der immense bürokratische Aufwand, der die Zeit für die eigentliche Pflege verknappt. Michel kritisierte, dass es keine Lobbyarbeit für die Pflegeberufe gäbe und die oftmals negative Berichtserstattung  über Pflegeheime. In einem leidenschaftlichen Statement führte sie aus, dass der Pflege-Job eine sehr sinnerfüllte Arbeit sei. „Denn Menschen in der Pflege werden gebraucht“.

Arnika Eck von der SPD-Kreistagsfraktion benannte als nächsten Schritt, den Kontakt zur Berufsbildenden Schule herzustellen, um sich ein Bild von den Ausbildungsberufen in der Pflege zu machen, der in Zukunft eine wachsende Bedeutung habe wird und an dessen Image es zu arbeiten gälte. „Bei der Ausübung des Berufs bedarf es an Respekt vor sich selbst und vor anderen, Menschlichkeit, Fachlichkeit, Teamarbeit und Kommunikation“, unterstrich Nicole Zor (SPD), selbst gelernte Krankenschwester.

Michel machte auf einen weiteren Trend aufmerksam:  „Durch die Entwicklung „ambulant vor stationär“, werden die Wohnzeiten in stationären Einrichtungen immer kürzer und die Arbeit in Pflegeheimen verändert sich.

Thomas Dieckhoff, ASB Landesgeschäftsführer stationäre Pflege, sprach über das Sofortprogramm mit 13.000 neuen Stellen von „einem guten Anfang“. Bei 35.000 unbesetzten Stellen in der Pflege sei es aber die Schwierigkeit, geeignete Fachkräfte zu finden. Ein Weg, Personal zu finden, sei die  Bezahlung nach Tariflohn. „Das ist jedoch eine Gratwanderung, weil die Kosten für die Bewohner auch bezahlbar bleiben müssen“, so Dieckhoff.

SPD-Vertreter und die Leitung des ASB sahen gleichermaßen die Notwenigkeit, mehr Geld in das System zu pumpen oder es völlig neu zu strukturieren. „Andere Länder wie Holland oder Norwegen sind da viel weiter“, so Annette Michel.

Christina Baumgärtner, Qualitätsbeuftragte beim ASB, wies daraufhin, dass die würdevolle Arbeit an den Bewohnern eine multiprofessionelle Teamleistung von Pflegekräften, Hauswirtschafterinnen,  Betreuungskräften und  Ehrenamtlichen darstelle.

Was vor Ort zu leisten ist, sei die Gewinnung von Menschen für die ehrenamtliche Arbeit in der Pflege. Die SPD-Vertreter boten Unterstützung bei der Rekrutierung von ehrenamtlichen Helfern an, in dem sie den Kontakt zu lokalen Ehrenamtsbörsen und Initiativen herstellen wollen. (arn)

Hinweis

Zu den Themen Demografischer Wandel, Alt werden im Heimatort und Pflege findet eine öffentliche Veranstaltung am Mittwoch, 21.11.2018, 18 Uhr,  im Bellheimer Bürgerhaus statt.

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