
Als „Sprungbrett in die Welt“ der pfälzischen Gastronomie nutzen spanische Jugendliche die MobiPro-EU-Aktion , die (Mitte v.l.n.r.) DeHoGa-Präsident Gereon Haumann, BBS-Schulleiter Helmut Schweder und Ausbilder wie Stephan Hafen vom Wohlfühlhotel Alte Rebschule gemeinsam planten.
Foto: Peter Schell
Edenkoben. „Buenas tardes y bienvenidos amigos espanoles“, begrüßte am Freitag der Schulleiter der BBS Südliche Weinstraße, Helmut Schweder, die frisch angereisten 37 spanischen Jugendlichen, die im Rahmen des MobiPro-EU-Programms am Donnerstag in ihren pfälzischen Praktikumsbetrieben eingetroffen waren: „Es ist ein großer Tag für Europa, für die Pfalz, für Edenkoben und die Hotelfachschule Südliche Weinstraße.“
Gemeinsam gestartet wurde die Aktion von der BBS Edenkoben, der Arbeitsagentur Landau und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Rheinland-Pfalz (DeHoGa).
Schweders Ziel ist es, für alle spanischen Jugendlichen, die für eine duale Ausbildung in gastronomischen Betrieben in die Pfalz kommen und dort vorerst ein zweimonatiges Praktikum absolvieren, „in der Edenkobener Hotelfachschule ein Zentrum des gemeinsamen Lernens, Erlebens und der Integration einzurichten“.
Dabei bat er um die Unterstützung der Ausbildungsbetriebe, „denn unser Ausbildungsprogramm kann nur umgesetzt werden, wenn alle Jugendlichen zu uns – bzw. in das zweite Zentrum nach Bernkastel-Kues kommen.
Dabei gilt es, die bestehenden Schulbezirke zu überwinden.“ Seitens des Kreises sicherte ihm der zuständige Kreisbeigeordnete Bernd E. Lauerbach ebenso Unterstützung zu wie auch Edenkobens Stadtbürgermeister Werner Kastner.
Landtagsabgeordneter Wolfgang Schwarz sprach von einer „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten, dankte wie die übrigen Redner den ausbildenden Betrieben und lud die Jugendlichen schon zu einem Besuch im Landtag ein.
Stephan Konrad, Geschäftsführer der Landauer Arbeitsagentur, erinnerte an die schon frühen Bestrebungen Schweders im Januar 2013, in das MobiPro-EU-Projekt einzusteigen, und dass auch DeHoGa-Präsident Gereon Haumann schon damals um die Beteiligung der Ausbildungsbetriebe warb. Erfolgreich wurde das Projekt, das eher „einem Marathon denn einem Kurzstreckenlauf gleicht“, so Haumann, aber erst, als Hans-Josef Puch von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Arbeitsagentur vor Ort in Spanien die Wege ebnete.
Haumann dankte so neben allen Politikern in Bund und Land besonders Helmut Schweder, Hotelier Stephan Hafen sowie den Verantwortlichen der Arbeitsagentur, Konrad und Puch, für ihr Engagement.
Besonders bat er MdL Wolfgang Schwarz um die Unterstützung des Landes bei dem Bestreben, die Zentren der Ausbildung in Edenkoben und Bernkastel-Kues anzusiedeln und diese mit entsprechenden Lehrkräften auszustatten.
Nur so könne das anspruchsvolle Ausbildungsprogramm effektiv umgesetzt werden, das neben sprachlichem Training im gastronomischen Bereich besonders auch die Integration der Jugendlichen in der Pfalz umfasst.
So ist geplant, zusätzlich zum Blockunterricht zahlreiche Aktivitäten anzubieten, die den jungen Spaniern helfen, sich in der Pfalz zu integrieren: Gemeinsam mit den Hotelfachschülern planen sie Projekte oder unternehmen sportliche und kulturelle Exkursionen, die vom Klettern im Dahner Felsenland bis zur Spanischen Woche in der Hotelfachschule reichen.
Edenkoben verfügt zudem schon jetzt im sprachlichen Bereich über einen klaren Standortvorteil: Mit Spanischlehrerin Clara Schädler als kongenialer Übersetzerin führte Studiendirektor Hans-Jochen Bethge als Conferencier durch das Programm, in dem u.a. die Spanisch lernenden Hotelfachschüler die persönliche Patenschaft für die spanischen Praktikanten übernahmen und sie mit einem Lied in ihrer Landessprache begrüßten.
Zudem überraschten die künftigen Hotelbetriebswirte ihre Gäste mit „pfälzischen Tapas“, gefüllt u.a. mit Blutwurst, Saumagen mit Krautsalat, Feige im Speckmantel oder Forelle mit Apfel und Sellerie. (red)
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