
Ingolf Käsmeier (stellv. Schulleiter) präsentiert das pädagogisch-didaktische Konzept „Smart Factory“.
Archivbild November 2019
„Welche Bedeutung digitale Ausbildung hat, wird uns in Zeiten von Homeschooling und Videokonferenzen besonders deutlich. Daher ist es gut, dass trotz der Umstände der Bau und die Planungen der Smart Factory an der Berufsbildenden Schule in Wörth vorangehen. Die nächsten entscheidenden Schritte stehen an und auch die Arbeiten in den Räumen selbst sind in vollem Gange“, berichtet der für Schulen zuständige Erste Kreisbeigeordnete Christoph Buttweiler.
Das europäische INTERREG-Projekt zum Bau der Smart Factory an der Berufsbildenden Schule Germersheim-Wörth, mit einem Gesamtfinanzierungsvolumen von mehr als 2 Mio. Euro, ging mit der jetzt veröffentlichten Ausschreibung der Smart Factory in eine neue spannende Phase. Anbieter haben nun die Möglichkeit, auf die Ausschreibung der Hard- und Software mit einem Angebot zu reagieren.
Direkt im Anschluss wird die intensive Phase der Auswahl des besten Angebots eingeleitet. „Unser Ziel ist es, zumindest Teile des technologischen Wissenszentrums bereits Anfang 2021 in Betrieb zu nehmen“, Schulleiter Alexander Ott und Buttweiler.
Das Ziel des im Oktober 2019 offiziell gestarteten Projekts ist es, ein zweisprachiges, grenzüberschreitendes und innovatives Bildungsnetzwerk im Bereich der digitalisierten und vernetzten Produktion zu schaffen, mit dem Schülerinnen und Schüler zukünftig für Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz an der BBS vorbereitet werden. „Gerade jetzt wird deutlich, wie wichtig eine gute Qualifikation im Umgang mit moderner und vernetzter Technik ist. Eine zukunftweisende Aus- und Weiterbildung gewinnt rasant an Bedeutung“, heben auch der stellvertretende Schulleiter der BBS Ingolf Käsmeier und Jens Pietsch, Abteilungsleiter an der BBS in Wörth, heraus.
Der Begeisterung für das Projekt bei allen Beteiligten tut die Corona-Pandemie keinen Abbruch, wenn auch die Hürden zur Verwirklichung deutlich höher sind. Die Umstände stellen die beteiligten Schulen, die BBS Wörth, das Lycée Heinrich-Nessel in Hagenau und das Lycée Georges-Imbert in Sarre-Union, vor eine Vielzahl an neuen Herausforderungen.
Ingolf Käsmeier weiß dies einzuschätzen – so erfordert bereits allein die Organisation und Durchführung des derzeitigen Schulbetriebes mit Umsetzung der erforderlichen Hygienemaßnahmen einen hohen Einsatz des Lehrerkollegiums und der Schulleitung. Aktuell müssen Absprachen bezüglich zukünftiger gemeinsamer Lernmodule mit den französischen Partnern getroffen werden, parallel zu Homeschooling und Präsenzunterricht, das erfordert zusätzliches Engagement und einen hohen Einsatzwillen der beteiligten Kolleginnen und Kollegen.
Die Smart Factory soll in der ehemaligen Schreinerwerkstatt untergebracht werden, ein entsprechender Antrag auf Schulbauförderung wurde von der Kreisverwaltung gestellt und von der ADD Neustadt genehmigt. So konnte bereits die Räumung der Werkstatt abgeschlossen werden, die anschließende Sanierung, der Rückbau und der Wiederaufbau sollten bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Ab dann wird die Smart Factory nach und nach eingerichtet“, freuen sich alle Beteiligten.
Auch die inhaltlichen Arbeiten schreiten voran. Im Mittelpunkt der aktuellen Überlegungen zur Software stehen maßgeschneiderte digitale Simulationswerkzeuge, mit deren Hilfe ein digitales Abbild, ein sogenannter „digitaler Zwilling“ realisiert werden. BBS-Abteilungsleiter Pietsch sieht in der frühzeitigen Nutzung eines digitalen Zwillings einen großen Vorteil, da Anlagenkomponenten und Produktionsprozesse sowie Abläufe zur Fertigung individueller Produkte virtuell vollzogen werden können: Bereits im Vorfeld der tatsächlichen Installation der Smart Factory können sich so Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und interessierte Unternehmen Schritt für Schritt auf deutscher und französischer Seite mit der zukünftigen Smart Factory vertraut machen.
„Das Smart Factory Projekt setzt somit auch in Zeiten der Corona-Krise ein positives Signal in die Zukunft der beruflichen Ausbildung. Wir danken allen, die sich engagiert für und in diesem Projekt einsetzten. Für die Partnergebiete Rheinland-Pfalz und die Région Grand Est ist die Smart Factory ein großer Gewinn – ein zukunftsweisendes gemeinsames digitales Lernen kommt greifbar nah“, so Landrat Brechtel und Schulleiter Ott abschließend.
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