Samstag, 18. September 2021

Mit der Smart Factory Automationsprozesse in Unternehmen gestalten

30. April 2020 | Kategorie: Auto & Verkehr, Dienstleistungen, Panorama, Ratgeber, Wirtschaft

Foto von Lenny Kuhne auf Unsplash

Die Smart Factory ist für den Unternehmer das, was das Smart Home für den Bürger ist. Es potenziert die gestiegenen technologischen Möglichkeiten, erzeugt Synergieeffekte, erhöht die Produktivität, verbessert die Qualität der Produktionsprozesse und sorgt für einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Die Smart Factory markiert den Wandel der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter. Wir möchten uns deswegen dem Phänomen der Automatisierung unter der Fragestellung widmen, wie diese Prozesse bestmöglich genutzt werden können.

Delegation von ungeliebten Tätigkeiten an den Computer

Ein erster Vorteil der Automation in der Arbeitswelt beläuft sich auf die Möglichkeit, stupide Tätigkeiten mit immer gleichen Abläufen an Roboter und Maschinen zu delegieren, die dieselben Aufgaben wesentlich effizienter und kostengünstiger leisten können. Dadurch wird Raum für die wirklich wertvollen und schöpferischen Tätigkeiten frei, bei denen noch lange kein Computer dem Menschen überlegen ist.

Da diese Arbeit im Gegensatz zu fließbandähnlichen Verrichtungen mit Kreativität und Freude verbunden ist, werden zugleich Betriebsklima und Mitarbeiterzufriedenheit verbessert. Alle Beschäftigten ziehen an einem Strang.

Von den Normbauteilen zur Losgröße 1

Die Erfindung des Fließbands steht für ein bestimmtes wirtschaftliches Zeitalter, das Soziologen und Ökologen gern als Fordismus bezeichnen. Die Fließbänder von Ford ermöglichten die günstige und profitable Herstellung von Automobilen. Die Normbauteile waren für jede Wagengruppe gleich, so dass dieselben Tätigkeiten von den Mitarbeitern automatisch vollzogen werden konnten. Deswegen wurde in den USA das Automobil als erstes Land der Erde erschwinglich für die Massen und damit Massenware.

Darüber hinaus waren die Werkshallen von Ford das Vorbild für VW. Auch in Deutschland sollte jeder Arbeiter sich sein eigenes Auto leisten können. Die Kehrseite der Medaille war eine Arbeitswelt, die eine Beleidigung für den Arbeiter darstellte und seine gesundheitlichen Ressourcen massiv angriff. Die Betriebsbedingungen in den Fabriken mit Fließband wurden für die weltweite Arbeiterbewegung als Symbol für Ausbeutung und Unterdrückung auf das Schärfste bekämpft.

Das Zeitalter des Fordismus ist schon lange vorbei. Eine der massivsten Veränderungen in der Arbeitswelt, die seitdem eingetreten ist, ist die Trendwende vom Allgemeinen zum Besonderen. Die Kunden sind der Massenprodukte trotz niedriger Preise überdrüssig geworden. Sie streben nach besonderen und individuellen Produkten.

Die Losgröße 1 ersetzt die Normbauteile als Ideal. Unter diesem Begriff verbirgt sich eine Sonderanfertigung mit vielen Extras und erbaut unter Vorgabe persönlicher Kundenwünsche. Die Herstellung ist aufwendig, dafür sind die Preise entsprechend teuer. Sie wird mit modernen Methoden wie 3D-Druck, RFDI-Tags und perfekter Vernetzung von Mensch und Maschine realisiert.

Immer mehr unterschiedliche Einzelteile verlangen zudem nach einer besonders leistungsfähigen Lagerung und Fördertechnik. Auch hier helfen Technik und Automation weiter, etwa durch gut skalierbare Lager-Shuttlesysteme, die mit fahrerlosen Transportsystemen (FTS) die Produktionsversorgung bis an die Maschine herstellen. Durch das Internet der Dinge (IoT) kommunizieren alle Maschinen miteinander. Dieser Informationsfluss ist ebenfalls eine Bedingung, dass auch bei komplexeren Produktionsprozessen jedes Rädchen in das andere übergreift.

Menschen und Roboter arbeiten Hand in Hand

Insgesamt lässt sich festhalten, dass automatische Prozesse die Wertschöpfung steigern, durch sich selbst steuernde Regelkreise unterstützt werden und die Taktkreise sich den Produktionsprozessen anpassen. Durch immer bessere Möglichkeiten in Bezug auf die Künstliche Intelligenz (KI) sind Computer und Automaten zu immer komplexeren Tätigkeiten fertig und arbeiten immer enger „auf Augenhöhe“ mit ihren menschlichen Kollegen zusammen.

Dieser wichtige Aspekt der Industrie 4.0 (in diesem Modell gehört der Fordismus erst zur zweiten industriellen Revolution) firmiert in der modernen Arbeitswelt unter dem Begriff der Hybrid-Automation.

Eine alternative Bezeichnung dafür ist die Robotic Process Automation (RPA). In der Praxis ist diese Technologie schon weit verbreitet. Weltumspannende Internetanbieter wie Google und Youtube nutzen zum Beispiel mit den Bots ein Myriadenheer kleiner Helfer zur Auffindung, Bewertung und Einordnung von Inhalten, zur Identifikation des Benutzergeschmacks und vielem mehr.

Roboter bzw. Mikroroboter greifen potenziell auf dieselben Arbeitsflächen zurück wie ihre menschlichen Kollegen. Diese horizontale Integration ist ein Beispiel dafür, wie eng Mensch und Computer bereits heute zusammenarbeiten.

Aufgrund des steigenden Bedarfs fortschrittlicher Automationsprozesse hat sich bereits heute ein Markt von Anbietern wie Ivanti etabliert, die mit ihren Tools zur effizienten Steuerung der Automationsprozesse die Nachfrage auf diesem Gebiet für Unternehmen stillen.

 

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