Donnerstag, 19. April 2018

Rank, schlank und effizient: Was produzierende Unternehmen von den „jungen Wilden“ lernen können

20. März 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Ausbildung & Beruf, Vermischtes, Wirtschaft, Wirtschaft in der Region

Virtuelle Geschäftswelt: Heute läuft vieles digital ab.
Foto: pixabay.com © geralt (CC0 Creative Commons)

Die „jungen Wilden“ in der Unternehmerszene scheinen sich um konventionelle Prozesse kaum zu kümmern. Sie gründen praktisch nebenbei eine Internetfirma, arbeiten augenscheinlich als digitale Nomaden überall auf der Welt und schaffen es mit Leichtigkeit, eine Work-Life-Balance herzustellen.

Doch wie alles im Leben hat auch diese Medaille ihre zwei Seiten. Um rund um den Globus arbeiten zu können, müssen die jungen Unternehmer ständig erreichbar sein. Zudem erfordert diese Art zu arbeiten eine strenge Selbstdisziplin, denn wer ständig online ist, von dem wird eine schnelle Reaktion erwartet – egal, wie spät es ist.

Es ist nicht einfach, ständig unter Strom zu stehen, ohne, dass die eigenen Akkus in Windeseile leerlaufen. Zugegeben, in dieser Hinsicht können junge, dynamische Unternehmer so einiges von den alten Hasen lernen. Ein Blick zurück auf die Tugenden des organisierten Arbeitsplans, verbindlichen Projektmanagements und feste Telefonzeiten hilft dabei, auch in den heutigen schnellen Zeiten leistungsfähig zu bleiben.

Umgekehrt können aber die etablierten Unternehmen durchaus einiges von den frischen Jungunternehmern lernen. Was das ist, beleuchtet dieser Beitrag.

Jungunternehmer sind effizient organisiert: Outsourcing 4.0

Sie haben das drauf, womit sich so mancher bodenständige Betrieb schwertut: Sie arbeiten mit effizienten, sehr schlanken Prozessen und drücken damit ihren Kostenapparat erheblich.

Am Beispiel eines produzierenden Unternehmens sollen die Chancen dargestellt werden, die sich daraus ergeben. Um eine kleine Auswahl von Herstellern und ihren Wirkungsbereich darzustellen: In der Pfalz gibt es beispielsweise einige Medizintechnikhersteller, so zum Beispiel die Zengel GmbH aus Nieder-Olm, proxomed Medizintechnik GmbH aus Alzenau oder gbo Medizintechnik AG aus Rimbach.

Die Firmen entwickeln, produzieren und vertreiben diverse Medizintechnik für Kliniken und Rehaeinrichtungen, Altenheime und Physiotherapeuten. In einem produzierenden Unternehmen wie diesen sind die typischen Unternehmensstrukturen und Geschäftsbereiche in vergleichbarer Art und Weise aufgebaut. Es gibt folgende Abteilungen, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sind:

  • Produktentwicklung
  • Planung und Steuerung von Produktionsabläufen
  • Beschaffung und Einkauf
  • Produktion
  • Marketing und Vertrieb
  • Interne Verwaltung
  • Logistik

In jeder der genannten Abteilungen gibt es Ansatzpunkte, wie sich alt eingefahrene Abläufe verbessern und verschlanken lassen. Das Zauberwort heißt Outsourcing.

Im Prinzip ist das ein alter Zauber, aber durch eine Vielzahl neu gegründeter Unternehmen, die online einzelne, spezialisierte Dienstleistungen anbieten, lassen sich wesentlich mehr Arbeitsabläufe auslagern, als es vielleicht vor 10 Jahren noch möglich war.

Der Zugriff auf mögliche Dienstleister ist inzwischen viel einfacher geworden und erfordert relativ wenig Recherche. Während früher lange Geschäftsreisen und viele persönliche Gespräche die Kontakte vorbereiteten, lassen sich heute innerhalb einiger Stunden ganze Listen von möglichen Geschäftspartnern ermitteln und Kontakte herstellen.

Altbewährtes nutzen und durch neue Arbeitsprozesse ergebnisorientiert verbessern

Bevor es in die Details geht und für zwei ausgewählte Bereiche Outsourcing-Vorschläge vorgestellt werden, sollten sich etablierte Unternehmer vor Augen halten, dass sie gegenüber der jungen Konkurrenz einen unbezahlbaren Vorteil haben.

Der Vorteil heißt Erfahrung. Eine gute Portion Menschenkenntnis, das Wissen um die Kraft einer persönlichen Geschäftsbeziehung und die Fähigkeit, wasserdichte Verträge herzustellen sowie eine sehr gute Vernetzung bilden eine stabile Grundlage, um neue Arbeitsprozesse ergebnisorientiert einzubinden. In einer digitalen Welt bekommen persönliche Gespräche mehr qualitatives Gewicht.

In einer digitalen Welt bekommen persönliche Gespräche mehr qualitatives Gewicht.
Foto: pixabay.com © Free-Photos (CC0 Creative Commons)

Entwicklung medizinischer Produkte – professionelle Zulieferer einbinden

Wer medizinische Produkte herstellt, braucht mitunter Bauteile, die mit Vergussmaterial gegen äußere Einflüsse geschützt werden. Kabeldurchführungen, Sensoren und elektronische Komponenten werden damit ummantelt.

Mit wärmeleitfähiger Paste werden Kühlkörper, Leiterplanken und elektronische Bauteile für die effektive Wärmeableitung vorbereitet. Zudem ist das Material geeignet, um abzudichten zu kleben, zu sprühen oder zu schäumen. In Zusammenarbeit mit einem professionellen Unternehmen lassen sich diese Prozessschritte auslagern bzw. fertige, maßgeschneiderte Einzelteile ankaufen.

Ideal ist dazu eine Firma geeignet, die viel Erfahrung hat und vorzugsweise in der Nähe sitzt, um die Geschäftsbeziehung auf eine persönliche Ebene zu bringen.

Mit einer Firma wie bdtronic aus Weikersheim in Baden-Württemberg ist das möglich. Sie liegt rund 200 Kilometer von Kandel entfernt und darf getrost als Global Player bezeichnet werden. Spezialisiert ist das Unternehmen auf Dosierung, Imprägnierung, Plasma, Heißnieten und Automation – und das seit Jahrzehnten.

Am diesem Beispiel ist zu sehen, dass der Blick über den eigenen Tellerrand den Horizont erweitert und neue Kooperationsmöglichkeiten auch am Standort Deutschland eröffnet.

Das gilt generell für alle Unternehmen mit ihren individuellen Geschäftszwecken und Arbeitsweisen. Die Prozessverschlankung vor dem Hintergrund gewachsener Erfahrung ist eine erfolgversprechende Vorgehensweise, um Betriebe jeder Branche langfristig wettbewerbsfähig zu halten, getreu der Maxime „Innovation meets Experience“.

Interne Verwaltung verschlanken: 24/7 Sekretariatsservice als Ergänzung zur Sekretärin

Eine sehr hilfreiche Möglichkeit, ständige Erreichbarkeit zu gewährleisten, ist ein externer Sekretariatsservice. Manches Startup beschäftigt von Tag eins an eine persönliche virtuelle Assistenz. Der unschlagbare Vorteil eines Sekretariatsservices ist, dass nur die Stunden bezahlt werden, die tatsächlich geleistet werden.

Im Gegensatz zu einer fest angestellten Sekretärin, die mit all ihren Ansprüchen in Sachen Urlaub und Krankheit auf dem Kostenkonto steht, eröffnet sich dadurch enormes Einsparpotenzial.

Es gibt Sekretariats- Services, die rund um die Uhr arbeiten und 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für Unternehmen Anrufe entgegennehmen. Insbesondere, wenn die eigenen Produkte weltweit vertrieben werden ist diese Art der Unterstützung effektiv. Viele Verwaltungsaufgaben können ausgelagert werden, doch Unternehmer sollten nicht vergessen, dass die persönliche Basis in vielerlei Hinsicht unersetzlich ist.

Dennoch, es lohnt sich, einmal einen Testlauf zu starten und ein virtuelles Sekretariat für eine einzelne Aufgabe, wie zum Beispiel den Telefondienst für eine Marketingaktion oder ähnliches auszuprobieren.

Der Platzhirsch und Vorreiter unter den Dienstleistern ist eBuero mit Sitz in Berlin. Inzwischen haben sich aber auch viele andere Services etabliert, so zum Beispiel der mobiz Büroservice mit Sitz in Landau. Die Pfälzer Geschäftswelt ist längst auf den Zug des gezielten Dienstleistungsangebots aufgesprungen und mischt kräftig mit.

Marketing, Vertrieb, Logistik: So läuft es heute

Das Prinzip des Outsourcings lässt sich auch auf die anderen Unternehmensbereiche übertragen.

Logistikunternehmen, die den kompletten Lagerhaltungs- und/oder Lieferservice übernehmen oder Agenturen, die sich zu reellen Preisen um ausgewählte Vertriebs und Marketingaufgaben kümmern lassen sich online rasch finden – vorausgesetzt, die Internetverbindung ist gut ausgebaut. Warum nicht die Möglichkeiten nutzen und die eigenen Prozesse neu durchdenken?

Sicherlich gibt es in jedem Unternehmen enormes Sparpotenzial. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings dabei, denn wer outsourct, streicht letztlich Stellen im eigenen Unternehmen. Hier gilt es unter Beachtung aller Aspekte abzuwägen, welcher Grad des Outsourcings im Einklang mit der eigenen Firmenpolitik steht.

 

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