
Mario Albers, Initiator und Leiter des Regionalverbands Südpfalz von Stadtbild Deutschland, kämpft für ein schöneres Stadtbild.
Foto: privat
Landau/Südpfalz – Wer Städte besucht, hat meist auch Freude an der Architektur von Gebäuden. Die Menschen lieben historische Stadtquartiere, Wohnungen dort sind begehrt und Urlauber durchstreifen sie zum Sightseeing.
Ornamente, gusseiserne Balkone, Erker, Verzierungen prägen die Fassaden von Gebäuden vor der Bauhaus-Phase – und sie gefallen noch immer. Gebaut werden solche Häuser heute nicht mehr. Stattdessen entstehen kalte Quadratbauten – häufig neben klassizistischen Jugenstilbauten oder noch älteren Bauwerken – für die sich kaum jemand begeistern kann. Flachdach, schmucklos, abweisend, langweilig, oft nebeneinander als ganzes Wohnviertel.
Solange sie neu sind, mögen sie noch einen gewissen Reiz haben – 30 Jahre später sieht das Ganze dann wohl eher nach Getto aus. Ob sich in 50 oder 70 Jahren Touristen davor ablichten lassen? Wohl kaum. Und begehrter Wohnraum werden die „Schuhschachteln“ in etwas fernerer Zukunft vermutlich auch nicht sein.
Einer, der dem seelenlosen Bauwahn entgegentreten will, ist Mario Albers aus Landau. Er hat den Regionalverband Südpfalz des deutschlandweiten Vereins „Stadtbild Deutschland e.V.“ gegründet. Stadtbild Deutschland ist der einzige bundesweite Verein, der sich für Denkmalschutz, traditionelle Architektur und Rekonstruktionen einsetzt. Das gemeinsame Leitmotiv ist die Schönheit als ein grundlegendes Ziel architektonischen Wirkens (neben Nützlichkeit und Langlebigkeit).
Das liegt auch Albers am Herzen, der seit elf Jahren in Landau lebt. Albers ist Oberstudienrat am Eduard-Spranger-Gymnasium, unterrichtet Geschichte, katholische Religion und Latein. Studiert hat er in Freiburg. Dort ist zwar die Altstadt relativ unberührt, drumherum allerdings stehen ebenfalls moderne Klötze, die so gar nicht passen wollen. In Landau und der Südpfalz will Albers mit seinem Verein Stadtbild Alternativen aufzeigen. Deshalb mischt er sich mit seinem Verein tatkräftig in die Bauprojekte der Stadt ein.
Ein Beispiel ist der „Fitter-Campus“, eine geplante „Gesundheitsimmobilie“ in der Paul-von-Denis-Straße – ebenfalls ein eckiger Klotz.
Petition zu „Seibel-Häusern“
Am 10. Mai hat der Verein zudem eine online gestartete Unterschriftensammlung zur denkmalgerechten Fertigstellung der sogenannten „Seibel-Häuser“ (Bauruine der alten Volksbank) gestartet. Die stößt bei vielen Bürgern auf Zustimmung. Wer noch unterzeichnen möchte: Hier ist der Link dazu.
„Noch bevor wir am Samstag, 21. Mai, unseren Stand in der Kronstraße aufgebaut hatten, kamen mehrere Bürger und Bürgerinnen auf uns zu und wollten sofort unterschreiben“, berichtet Regionalverbandsleiter Albers. „Ich fand es erstaunlich, wie gut die Leute über die Hintergründe dieses Dramas informiert sind. Die zahlreichen Gespräche waren überaus interessant. Wir haben gemerkt, wie sehr sich unsere Einwohner wünschen, dass dieser Schandfleck aus der Altstadt verschwindet“, so Albers weiter.
Damit dies gelingen kann, benötigt der Verein allerdings noch deutlich mehr Unterschriften. Petitionsflyer liegen dazu schon in zahlreichen Geschäften aus.
Hier die nächsten Gelegenheiten zur analogen Unterschrift:
- Am Samstag, 4. Juni (Stiftsplatz)
- Am Samstag, 11. Juni (Ecke Gerberstraße/Kronstraße)
Übrigens: Auch an den Wahlkampfständen der CDU (Dr. Dominik Geißler) und der SPD (Dr. Maximilian Ingenthron) können die Bürger unterschreiben. Beide Kandidaten unterstützen die Aktion ausdrücklich.
Der Verein appelliert an alle Landauer Bürger, diese Chance auf Veränderung jetzt zu nutzen. (cli)
Info und Kontakt:
E-Mail: suedpfalz@stadtbild-deutschland.org
Hier geht es zur Facebook-Seite.
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