
Prof. Dr. Max Otte begleitet musikalisch den Abschluss der Patriotenwanderung zum Hambacher Schloss.
Foto: privat
Neustadt. Um die 800 Personen kamen am 8. Juni zum „Kongress für Frieden und Sicherheit in Europa“ in den Neustadter Saalbau. Bereits am Vortag hatten etwa 450 Menschen mit Veranstalter Max Otte an der Spitze eine Patriotenwanderung zum Hambacher Schloss unternommen. Als Gegenstück veranstaltete das Neustadter „Bündnis gegen Rechts“ ein eigenes Demokratiefest.
In seiner Eröffnungsrede beschwor Gastgeber Prof. Dr. Max Otte den „Geist des Hambacher Festes von 1832“, den er bereits im Vorjahr mit seinem „Neuen Hambacher Fest“ erfolgreich inszeniert hatte. „Wir feiern heute hier, um ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen, dass die Bürger dieses Landes die Bedrohung unseres Rechtsstaats und unserer sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Errungenschaften nicht tatenlos hinnehmen wollen“, sagte der Ökonom, der aber auch Sympathien für die AfD hat. „Der demokratische Diskurs ist wichtig, auch mit der AfD“, meint Otte. Der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge und Mitglieder seiner Fraktion wanderten mit zum Schloss und nahmen am Kongress teil.
Gute Zusammenarbeit mit OB und Polizei
Für Max Otte sind Patriotenwanderung und Kongress so aktuell wie 1832: „Das damalige Hambacher Fest war eine zutiefst patriotische Veranstaltung. Es lebe das freie, das einige Deutschland! Das ist die Botschaft des Hambacher Festes, und sie ist 2019 so aktuell wie sie es damals war. Ich glaube, wir können uns ganz beruhigt in diese Tradition stellen.“ Auf dem Kongress bedankte sich Otte auch nochmals für die gute Zusammenarbeit mit dem Neustadter Oberbürgermeister und der Polizei, die für einen geregelten Ablauf des friedvollen Patriotentreffens sorgte. Allerdings beklagte sich Otte auch über Repression und Ausgrenzung im Vorfeld des „Neuen Hambacher Festes“ im vergangenen Jahr.
Referenten Krall, Karim, Ganser
Auf dem Kongress referierten der Volkswirt Dr. Markus Krall, der libanesisch-deutsche Regisseur und Journalist Imad Karim sowie der Schweizer Friedensforscher Dr. Daniele Ganser. „Demokratische Reife erlangt man nicht dadurch, dass man das Privileg geschenkt bekommt, in eine funktionierende Demokratie hineingeboren zu werden. Demokratische Reife erlangt man dadurch, dass man im Angesicht von Widrigkeiten, von Unbequemlichkeit und drohenden Nachteilen Rückgrat zeigt“, sagte Markus Krall, der die friedliche Revolution der DDR-Bürger lobte.
Interessant auch, was Imad Karim vortrug: „Sich zu Deutschland zu bekennen und dieses Fest mit seiner geschichtsträchtigen Tragweite mit Ihnen zu feiern, ist für jemanden wie mich, der vor 42 Jahren als Student zu Ihnen kam und hier blieb, der Ausdruck einer Verschmelzung mit diesem Land und eine dialektische Folge eines höchst zivilisatorischen Prozesses.“ Und dann sagte Karim noch: „Wenn das Hambacher Fest für Sie ein Erbe ist, dann ist das für mich und andere Deutschland-Liebende mit Migrationshintergrund ein Vermächtnis. Lassen Sie und gemeinsam dieses Erbe bewahren und diesem Vermächtnis treu bleiben.“
Der Buchautor Daniele Ganser („Macht korrumpiert“) forderte dazu auf, „die Welt um sich herum stetig zu hinterfragen“. Anhand vieler Beispiele zeigte der Historiker auf, wie Völker und Menschen manipuliert werden. So schilderte er anschaulich mit vielen Fakten, wie die UNO-Charta seit ihrer Gründung von den Großmächten unterlaufen wird und immer wieder „illegale Kriege“ ohne Mandat geführt werden.
Gegenveranstaltung auf dem Hetzelplatz
Wenige Meter entfernt vom Friedenskongress im Saalbau gab es auf dem Neustadter Hetzelplatz eine Veranstaltung des „Bündnis gegen Rechts“, bei dem auch die engagierte Jugend Neustadt, die Friedensinitiative, die Gedenkstätte für NS-Opfer und Amnesty International mitmachten. Auf einer Bühne sowie Infoständen hörte man musikalische, künstlerische, aber auch kurze Wortbeiträge. Man wolle verdeutlichen, so die Organisatoren, dass es auch andere, kritische Stimmen in Neustadt gäbe. Auf Fahnen und Plakaten stand: „Respekt, kein Platz für Rassismus“ oder „Neustadt: AfD – Nein danke!“. „Es ist uns wichtig, ein Zeichen zu setzen, um zu verhindern, dass das Hambacher Fest missbraucht wird“, so hieß es. Zeitweise nahmen an dieser Gegenveranstaltung zwischen 80 und 100 Bürger teil.
Marke „Neues Hambacher Fest“
Übrigens: Max Otte hat sein „Neues Hambacher Fest“ als Marke patentieren lassen. Es soll eine ständige Einrichtung sein, die jedes Jahr, immer im Frühjahr, stattfindet. „Wir sind Hambach!“ so der Ökonom aus Köln, der in seiner Festschrift auffordert: „Holen wir uns das Hambacher Fest dahin, wo es hingehört, als Protestveranstaltung gegen die Obrigkeit, als Fest der Freiheit und als Nationalfest der Deutschen.“
(dolphinpress/Peter Hain)

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Einfach hervorragend!
1.Vielen Dank an den PEX für die gelungene Berichterstattung. Dem Presseecho entsprechend hat man als Leser den Eindruck daß es sich beim „Kongress für Frieden und Sicherheit in Europa“ um eine Veranstaltung von ein paar Leuten handelte über die es nicht zu berichten lohnt. Die Rheinpfalz fand es, wie so oft, wichtiger über die 50 Zuhöhrer (zufällige Passanten mitgezählt) der „Gegenveranstaltung“ der linken Szene zu berichten als über den mit über 800 Teilnehmern besuchten Kongress. Hierbei schoss das Qualitätsmedium SWR den Vogel ab, im dem er 300 Teilnehmer auf der zweistündigen Gegenveranstaltung gesehen haben will.
2.Es war, wie bereits beim 1. Neuen Hambacher Fest, eine Freude auf Gleichgesinnte zu teffen die sich um unser Land und seine Zukunft sorgen.
Die durchweg gelungenen Reden von Max Otte, Markus Krall, Imad Karim und Anderen, sowie der Vortrag Daniel Gasers, können im Internet gefunden werden.
Ein hochrangig besetzter Kongress. Kluge und wissenschaftlich versierte Referenten. Ich hoffe, dass sich diese Veranstaltung weiter etablieren kann und dass auch zukünftig Persönlichkeiten wie Herr Prof. Dr. Otte oder Herr Dr. Krall wieder dort wirken werden. Dem Pfalz Express danke ich für die ausgewogene Berichterstattung zum Kongress.