
Ein Bild der Verwüstung bot sich am 28. September 2013 auf dem Firmengelände in Harthausen.
Fotos: S5 Presse/Bader
Frankenthal/Harthausen – Die mutmaßlichen Brandstifter, die am 28. September 2013 die Explosion auf dem einem Firmengelände in Harthausen herbeigeführt haben, müssen sich ab heute vor dem Landgericht Frankenthal verantworten.
Dem 40 Jahre alten Schrotthändler aus Mittelfranken und seiner 27-jährige Ex-Freundin wird vorgeworfen, auf dem Betriebsgelände eines Flüssiggas-Versorgers drei Gas-Kesselwagen angezündet haben. Angeklagt sind die beiden unter anderem wegen versuchtem Mordes.
Es kam zu einer verheerenden Explosion, die den ganzen Ort erschütterte. 17 Feuerwehrleute wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Scheiben zerbarsten, ein Gastank flog mehrere hundert Meter durch die Luft, umherfliegende Trümmerteile krachten in die Lagerhalle direkt neben einem Wohnhaus.
Sämtliche knapp 3.000 Einwohner mussten evakuiert werden, Häuser und Landschaft wurden teilweise verrußt. Der finanzielle Schaden wird mit über 10 Millionen Euro beziffert.
Nach Ansicht der ermittelnden Beamten und der Staatsanwaltschaft wollte der Schrotthändler die Tochter des Gashändlers töten, mit der er eine frühere private und geschäftliche Beziehung gehabt hatte. Eifersucht wäre ein mögliches Motiv, es seien aber auch andere Gründe denkbar, so die Staatsanwaltschaft.
Die Mitangeklagte soll ihm geholfen, aber nichts von der Tötungsabsicht gewusst haben. Der Angeklagte habe sie durch ständige Misshandlungen gefügig gemacht. Sie soll mittlerweile ein umfassendes Geständnis abgelegt haben. Der Hauptangeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Für den Prozess sind 15 Verhandlungstage angesetzt. Die Feuerwehrmänner treten dabei als Nebenkläger auf. (cli)

400 Meter durch die Luft flog dieser Gastank, der die Größe eines Kleinlasters hatte.
Foto: S5 Presse/red

Die schnell eingerichtete Einsatzzentrale auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarkts außerhalb von Harthausen koordinierte das weitere Vorgehen.
Foto: pfalz-express.de/ Licht

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