
Die schnell eingerichtete Einsatzzentrale auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarkts außerhalb von Harthausen koordiniert das weitere Vorgehen.
Fotos: Licht
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Harthausen bei Speyer – Bei der schweren Explosion handelt es sich möglicherweise um Brandstiftung.
Ein Polizeisprecher bestätigte auf einer Pressekonferenz mit Innenminister Roger Lewentz, dass die Polizei wegen Verdachts auf Brandstiftung ermittelt. Es seien bereits Zeugen vernommen worden. Auch forsche man in sozialen Netzwerken nach Hinweisen. Der Eigentümer der Firma Gastrans soll ebenfalls nochmals ausführlich befragt werden. Laut Medienberichten wurde er vor Ausbruch des Brandes bedroht.
(!!!Lesen Sie hierzu auch: Explosion in Harthausen – Situation noch immer kritisch – Anwohner können nicht nach Hause!!!)
Bei der Firma Hoffmann Gastrans GmbH in Harthausen gerieten in der Nacht mehrere Gas-Kesselwagen in Brand – und zwar an verschiedenen Stellen. Das Unternehmen handelt mit Flüssiggas in Tanks und Flaschen.
Als die Feuerwehr die Wagen zu löschen versuchte, explodierte ein Gastank, auf den die Flammen übergegriffen hatten. Dabei wurden 16 Feuerwehrleute verletzt, drei davon schwer. Ein Tank in Lastwagengröße wurde durch den Druck der Explosionswelle durch die Luft geschleudert.
Daraufhin wurden umfangreiche Kräfte von Feuerwehren und Rettungsdienstkräften aus dem Rhein-Pfalz-Kreis, der Feuerwehr Speyer der Werkfeuerwehr BASF und der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen nachalarmiert.
Der Knall der Explosion war bis in die Südliche Weinstraße und in Ludwigshafen zu hören. In Harthausen gingen Fensterscheiben zu Bruch. Die Polizei hat eine Vollsperrung der Kreisstraße 26 zwischen Harthausen und Hahnhofen eingerichtet.
Die Feuerwehrleute erlitten leichte Brandverletzungen und Schürfwunden und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Drei Feuerwehrmänner wurden so schwer verletz, dass sie auf der Intensivstation behandelt werden. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, so Feuerwehrsprecher Thomas Bader. Gegen 12 Uhr mittags konnten drei Feuerwehrmänner wieder entlassen werden.
Mittlerweile ist der gesamte Ort mit seinen knapp 3.000 Einwohner vollständig evakuiert. Wer nicht bei Freunden oder Verwandten in der Umgebung unterkommen konnte, begab sich in die Ganerbhalle in Dudenhofen. Dort hatte die SEG (Schnelle Eingreifgruppe des DRK) eine Notunterkunft eingerichtet. Bereits morgens um 10 Uhr hatten die Helfer 500 Brötchen geschmiert und 250 Liter Kaffee gekocht. In der von der Bundeswehr erworbenen Feldküche wird derzeit gekocht – Eintopfgerichte als warmes Mittagessen für die Evakuierten.
Es hat einen fürchterlichen Knall gegeben“, berichten Harthhausener Bürger. „Da war der ganze Ort auf einen Schlag wach. Die Häuser haben gebebt, die Fenster gewackelt.“
Um 7. 30 Uhr fuhr die Polizei mit der Evakuierungsankündigung durch sämtliche Straßen – drei Mal insgesamt. Die Beamten klingelten auch an Haustüren, wenn sie den Einduck hatten, nicht gehört worden zu sein.
Die Organisation klappte vorzüglich – das bestätigen auch die Harthausener, die in der Ganerbhalle darauf warten, wieder in ihre Häuser zurückkehren zu können.
Das allerdings kann dauern – vermutlich noch die ganze Nacht. Es besteht noch immer Explosionsgefahr, hieß es von Seiten der Feuewehr, die keinen genauen Zeitpunkt zur Beendigung der Arbeiten nennen konnte. Die restlichen Gasvorräte sollen nun kontrolliert abgebrannt werden.
Unter der Telefonnummer 06232-6560 wurde ein Bürgertelefon eingerichtet.(cli)
Evakuierung in der Ganerbhalle Dudenhofen

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