Montag, 24. Januar 2022

PIWIs raus aus dem Nischendasein – hin zum Verbraucher

20. November 2015 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Politik regional
Weinbaupolitische Themen ziehen regelmäßig viele Interessenten an. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Weinbaupolitische Themen ziehen regelmäßig viele Interessenten an.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Edenkoben. Zum 16. Mal fanden die Edenkobener Weingespräche statt. Von Christine Baumann (MdL a.D.) seinerzeit ins Leben gerufen, führt der weinbaupolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, MdL Wolfgang Schwarz die gute Tradition weiter.

In diesem Jahr stand das Thema „PIWI – Rebsorten der Zukunft?!“ im Mittelpunkt der Veranstaltung im Saal der Winzergenossenschaft Edenkoben, der bis auf den letzten Platz besetzt war.

„Wir haben heute zu einem Nischenthema eingeladen“, so Schwarz. Die „PIWI“s, die pilzresistenten Sorten, sind dem Verbraucher nicht so geläufig – auch „Berührungsängste“ hat Schwarz öfter schon feststellen müssen, wenn das Thema „PIWI“ angesprochen wird.

Die „etwas anderen Rebsorten“, die PIWIs also, sind solche, die neu gezüchtet wurden und dadurch besondere Eigenschaften haben.

Dass es bei diesen Reben aber nicht nur um Pflanzenschutz und Widerstandsfähigkeit geht, legten die Experten an diesem Abend dar.

In das Thema führte der Ehrenpräsident des Pfälzischen Weinbauverbandes Edwin Schrank, der sich bei Schwarz für die Kontinuität der weinbaupolitischen Veranstaltung bedankte, ein.

„Wir sehen in den PIWIs große Hoffnungspotentiale was die Pilzresistenz angeht“, so Schrank“, die Züchter hätten ihre „Hausaufgaben gemacht“. „Aber es klemmt beim Verbraucher und Senkrechtstarter in den Rebsorten sind auch nicht in Sicht“, bedauert Schrank.

Der Verbraucher stürze sich auf Riesling und Burgunder, die ja auch im Einzelhandel angeboten werden. Damit seien die Bedürfnisse der Verbraucher befriedigt. Wolle man die PIWIs aus dem Nischendasein holen, müsse man sie im Weinfachhandel etablieren.

Von 133 zugelassenen Rebsorten entfallen 32 auf pilzresistente Sorten, die auf 2500 Hektar in Deutschland insgesamt angebaut werden.

Bei der Resistenz der PIWI-Sorten handelt es sich um eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten sowie gegen Peronospora und Oidium. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann deshalb gegen diese Pilzkrankheiten reduziert werden.

Neben der Selektion von klassischen Rebsorten, beschäftigt sich die Rebschule Freytag aus Lachen-Speyerdorf, seit fast drei Jahrzehnten, mit der Kreuzungszüchtung von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten.

Auch Winzer, die mit PIWI’s schon ihre Erfahrungen gemacht haben, standen Rede und Antwort. Aus Rheinhessen war dies Gerd Grünler vom Weingut Grünler in Horrheim, von der Unterhardt Andreas Wöhrle vom Weingut Wöhrle aus Bockenheim, aus der Südpfalz Ralf Anselmann vom Weingut Werner Anselmann in Edesheim. Auch das Bio-Weingut Klaus und Susanne Rummel (Nußdorf) meldete sich in der Aussprache und anschließenden Diskussion zu Wort.

Eine kleine Weinverkostung um die Frage beantworten zu können „Wie schmeckt denn dieser Wein“, wurde ebenfalls angeboten.

Fazit: PIWIs sind keine Konkurrenz zu Standard-Rebsorten, aber eine Alternative. Wenn ein Wein schmeckt (und das tun die PIWIs) wird er auch gekauft. Man müsse sie dem Verbraucher näherbringen, auch mit dem Argument, damit etwas für den Umweltschutz getan zu haben, da weniger gespritzt werden muss. Dies betonten alle Beteiligten und räumen den PIWIs gute Chancen für die Zukunft ein. (desa)

Wolfgang Schwarz, hier mit Ralf Anselmann (links) und klklkllk Foto: Pfalz-Express/Ahme

Gerd Grünler, Ralf Anselmann, Wolfgang Schwarz und Andreas Wöhrle (v.l.n.r.) in der Diskussionsrunde.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Weinbauehrenpräsident Edwin Schrank mit Andreas Freytag. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Weinbauehrenpräsident Edwin Schrank (Mitte) mit Volker Freytag (r.) und Andreas Wöhrle (l.): Gute Chancen für die PIWIs .
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bioweinproduzentin Susanne Rummel: "Ihr habt was Tolles im Glas". Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bioweinproduzentin Susanne Rummel: „Ihr habt was Tolles im Glas“.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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