
Cem Özdemir
Foto: Pfalz-Express
Berlin – Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat nach dem dreitägigen Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland eine kritische Bilanz gezogen.
„Von Normalität sind beide Länder genauso weit entfernt wie vor dem Besuch“, sagte Özdemir dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Schließlich sitzen neben deutschen Geiseln immer noch ungezählte Andersdenkende in türkischen Kerkern, und Erdogan macht keine Anstalten, Schritte in Richtung Meinungsfreiheit zu gehen“, so Özdemir.
Der frühere Grünen-Chef kritisierte zudem die „jede Art von Höflichkeit und Respekt sprengenden Aktivitäten Erdogans“ in Deutschland: Erdogan betreibe die Gleichschaltung von Moscheen in Deutschland, er unterhalte „Schläger und Zuhälter im Rockerclub Osmanen“ und habe jüngst eine App freischalten lassen, „um Oppositionelle in der Türkei ans Messer zu liefern“. Jede einzelne dieser Aktivitäten sei „eine einzige Unverfrorenheit und verdient ein deutliches Stoppsignal“, so Özdemir.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete verlangte zudem eine weitere Einschränkung von Hermes-Bürgschaften des Bundes zur Absicherung deutscher Unternehmen in der Türkei. Bereits in der Vergangenheit habe dieses Vorgehen Wirkung gezeigt; die türkische Regierung habe eine Liste mit angeblich auslieferungspflichtigen Türken zurückgezogen.
„Angesichts der neuen Terrorliste scheint die Zeit gekommen, erneut über dieses offensichtlich sehr wirksame Instrument aus dem Instrumentenkasten der Diplomatie zu reden“, forderte Özdemir. (dts Nachrichtenagentur)

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Özdemir ist, ob er es will oder nicht, ein nützlicher Helfer von Erdogan. Denn wer hier unbegrenzt Moslems ins Land hereinlässt, befördert den Islamismus wesentlich effektiver und dauerhafter als Erdogan mit seinen Moscheen.
Die umstrittene Oberbürgermeisterin der Stadt Köln wurde, anders als Erdogan, nicht zur Eröffnung der größten Moschee Europas eingeladen, obwohl diese in ihrer – mittlerweile islamisch geprägten – Stadt steht. Henriette „Armlänge Abstand“ Reker beklagte sich am Mittwoch nicht nur über diese ausgebliebene Einladung, sondern hält auch noch für die Nachwelt fest:
„Persönlich und als Oberbürgermeisterin habe ich der DITIB immer wieder die Türen geöffnet (…).“
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