Freitag, 07. August 2020

Gericht erlaubt Özdemir Warnung vor Erdogans „bewaffnetem Arm“

31. März 2019 | 1 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik

Cem Özdemir
Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Der Grünen-Politiker Cem Özdemir darf die inzwischen verbotene Gruppierung „Osmanen“ als „bewaffneten Arm“ des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan in Deutschland bezeichnen.

Das berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf ein Urteil des Berliner Landgerichts. Entsprechende Vorwürfe des Grünen-Bundestagsabgeordneten auf Twitter vom März 2018 sind demnach zulässig. Mit seiner Meinungsäußerung knüpfe Özdemir an „zutreffende Tatsachen“ an, heißt es in der Urteilsbegründung.

Die Richter wiesen damit eine Klage der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) ab. Der Verband, der sich heute UID nennt, steht Erdogans Regierungspartei AKP nahe – und unterhielt bis zu deren Verbot im Sommer 2018 Kontakt zu den „Osmanen“.

Als Reaktion auf Durchsuchungen bei Treffpunkten der „Osmanen“ sowie bei einem UETD-Funktionär hatte Özdemir auf Twitter geschrieben: „Razzien bei Osmanen Germania und UETD: Es darf in Deutschland keinen bewaffneten Arm Erdogans geben.“ In der Türkei fasele die AKP von Islam und Moral, „hier betreiben ihre Osmanen Prostitution und organisierte Kriminalität“.

Die UETD/UID ging daraufhin juristisch gegen Özdemir vor: Der Grünen-Politiker solle eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, anderenfalls bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld zahlen. Dagegen urteilte das Berliner Landgericht vor einigen Tagen, es sei von „erheblichem öffentlichem Interesse“, ob und wie der türkische Präsident in Deutschland Einfluss ausübe. (dts Nachrichtenagentur)

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Ein Kommentar auf "Gericht erlaubt Özdemir Warnung vor Erdogans „bewaffnetem Arm“"

  1. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Ist Erdogans „bewaffnetem Arm“ etwa nicht das, was sich die Grünen als Teil einer bunten Gesellschaft wünschen?

    Wir erinner uns:
    „Der „Spiegel“ berichtet nun von einem abgehörten Telefonat, bei dem plötzlich der türkische Staatschef in der Leitung war. Im Juni 2016 wollten Ermittler der hessischen Polizei demnach den AKP-Abgeordneten Me­tin Külünk abhören. Der hatte in Berlin eine Demonstration organisiert und die Rocker sollten dabei sein. “ Quelle: Der Westen

    Bereits in den 90er Jahre war Deutschland Aufmarschgebiet des türkischen Geheimdienstes. Unsere Rgierung tat, was sie immer tut: Wegschauen.

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