
Einzelkabinen im derzeit ungenutzten Landesimpfzentrum Pirmasens. Hier könnte wieder Schutz vor Ansteckung verabreicht werden.
Foto: W. G. Stähle
Südwestpfalz. Den Plan des Landes, für Auffrischungsimpfungen wieder auf Impfzentren zu setzen, statt ausschließlich auf die Lösung mit Impfbussen, begrüßen Landrätin Dr. Susanne Ganster und Oberbürgermeister Markus Zwick.
Gerade die jüngsten Erfahrungen und Warteschlangen an den Impfbussen unterstreichen, dass im Herbst und Winter eine entsprechende Infrastruktur notwendig ist, damit die Impfwilligen nicht bei Wind und Wetter im Freien anstehen müssen.
Daher zeigen sich die Landrätin und auch der Oberbürgermeister verwundert über die Standortauswahl. 18 Krankenhausstandorte hat Gesundheitsminister Clemens Hoch mit Impfkoordinator Daniel Stich für die Auffrischungsimpfungen vorgestellt.
„Wir freuen uns dass der Bedarf erkannt und für das Versorgungsgebiet Westpfalz unsere Region bedacht wurde. Allerdings kann die Felsenland-Klinik in Dahn kein Ersatz für das Landesimpfzentrum in Pirmasens sein“, weisen Dr. Ganster und Zwick auf zu erwartende Problemstellungen hin.
„Im Dahner Stadtzentrum sind nicht annähernd die infrastrukturellen Voraussetzungen, wie am Pirmasenser Messe-Zentrum. Der Betrieb war dort auch deshalb reibungslos und erfolgreich verlaufen, weil in großer Zahl Parkplätze vorhanden sind und man leicht zu diesem zentralen Ort kommen konnte. Gerade Parkraum ist im Dahner Stadtzentrum nahe des Schulzentrums knapp bemessen. Insbesondere in den Stoßzeiten zu Schulbeginn und -Ende kann dort kaum weiterer Verkehr aufgenommen werden.“
Die beiden Verwaltungschefs betonen, dass man in Pirmasens in der Lage sei, das Landesimpfzentrum jederzeit schnell wieder zu öffnen. Dort steht auch ein geschützter Wartebereich bereit, der gerade für den Betrieb ohne Termin größere Menschenansammlungen in knapp bemessenen Räumen oder Warteschlangen im Freien verhindern kann.
Landtagsabgeordneter Reichert fordert Impfzentrum Pirmasens wieder zu öffnen
Der Landtagsabgeordnete Christof Reichert (CDU) fordert von der Landesregierung die schnellstmögliche Wiedereröffnung des Impfzentrums in Pirmasens. „Die vierte Corona-Welle rollt durch das Land. Impfbus und Arztpraxen reichen nicht aus, um die dringend notwendigen Impfungen zeitnah auszuführen. Insbesondere die mittlerweile empfohlenen Booster-Impfungen werden stark nachgefragt“, ist der Parlamentarier überzeugt.
Das Interesse sei sehr groß und könne durch Impfbus und niedergelassene Ärzteschaft nur unzureichend gedeckt werden. Ein großer Teil der Praxen sei derzeit mit der Bewältigung der Erkältungswelle und der Behandlung anderer Krankheiten stark gefordert.
Viele Menschen würden ihm berichten, dass sie keinen zeitnahen Termin bekommen sondern wochenlang warten müssen. Wie prekär die Situation sei, wäre auch gestern beim Halt des Impfbusses in Pirmasens (Exerzierplatz) deutlich geworden: „Ein riesiger Ansturm mit langen Warteschlagen und frierenden Menschen“, schildert der Landtagsabgeordnete aus Hauenstein (Südwestpfalz) seine Beobachtungen und bei ihm eingegangene Rückmeldungen.
Impfzentren an zehn zentralen Krankenhäusern einzurichten, wie von der Landesregierung angekündigt, gehe nicht weit genug. Die Verantwortlichen müssten aufgrund der dynamischen Entwicklung der Pandemiezahlen ihre bisherige Haltung schnell ändern und auch das Impfzentrum in Pirmasens wieder öffnen, postuliert Christof Reichert.
„Den Menschen muss schnell und unkompliziert ein Impfangebot gemacht werden.“ Das Impfzentrum in Pirmasens sei „Dank weiser Vorhersicht der Verantwortlichen vor Ort“ nicht abgebaut worden. „Es kann schnell wieder in Betrieb genommen werden“, ist er überzeugt.
Bedarf bestätigte sich auch in Hauenstein
Der hohe Bedarf an Impfangeboten manifestierte sich auch vor einer Woche in Hauenstein. Dort hatten die örtlichen Aktiven von Sozialverband VdK und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) gemeinsam einen Extra-Impfbus organisiert. „War ein voller Erfolg. Durchgehend Warteschlange. Ohne Pause wurde durchgeimpft“, wurde am Abend gemeldet. (Werner G. Stähle)

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