Donnerstag, 28. Januar 2021

Corona-Pandemie Südwestpfalz: Beginn der Schutzimpfungen soll vorverlegt werden

Baden-Württemberg klagt über Impftourismus

1. Januar 2021 | Kategorie: Regional, Südwestpfalz und Westpfalz

Kreishaus Südwestpfalz (Pirmasens). Hier ist auch das Gesundheitsamt untergebracht.
Foto W. G. Stähle

Südwestpfalz. In der Südwestpfalz soll in einer Woche mit Impfungen gegen das Corona-Virus Sars-CoV-2 begonnen werden, vier Tage früher als bislang von der Landesregierung geplant.

Dies geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des Landkreises Südwestpfalz und der Stadt Pirmasens hervor.

„Wir unterstützen die geänderte Impfstrategie in unserem Impfzentrum und den Alten- und Pflegeeinrichtungen in der Stadt und im Landkreis“, erklären Landrätin Dr. Susanne Ganster und Oberbürgermeister Markus Zwick (Pirmasens).

Bislang habe der Plan des Gesundheitsministeriums vorgesehen, Bewohner in Einrichtungen derjenigen Kommunen zu impfen, die am 16. Dezember als „Hotspots“ galten. Für Impfzentren sei kürzlich als landesweiter Start-Termin noch der 11. Januar 2021 genannt geworden.

Nun werde es, abhängig von der Lieferung des Impfstoffs, auch im Impfzentrum in Pirmasens voraussichtlich ab kommendem Donnerstag (7. Januar 2021) möglich sein, erste Impfwillige aus der Gruppe der ab Achtzigjährigen zu impfen.

Voraussetzung dafür sei, dass diese ab dem 4. Januar einen Termin auf der speziellen Internetseite des Landes oder telefonisch unter Hotline 0800/57.58.100 vereinbaren.

In diesem Zusammenhang bestätigen Landrätin Dr. Ganster und Oberbürgermeister Zwick die Einsatzbereitschaft des in der Messe Pirmasens eingerichteten Impfzentrums.

An das Ministerium hätten sie vorausschauend die Bitte gerichtet, die Hotline mit möglichst vielen Leitungen auszustatten um Engpässe zu vermeiden. Sie sprächen aus Erfahrung.

Die zehn Leitungen des Gesundheitsamtes Südwestpfalz seien von Anrufern, die nach einem Corona-Test anfragten, häufig stark ausgelastet. „Es ist davon auszugehen, dass die Ältesten vorwiegend die telefonische Terminvereinbarung nutzen werden, wenn sie ihren Impftermin selbst vereinbaren“, sehen Landrätin und Oberbürgermeister voraus.

Den Alten- und Pflegeeinrichtungen würden sie zusätzliche Hilfestellung und Unterstützung anbieten, kündigen Susanne Ganster und Markus Zwick an.

„Wir bemühen uns gemeinsam einen früheren Impftermin zu erreichen.“ Alle entsprechende Einrichtungen würden jetzt gezielt über den neuen Ablauf informiert. Ursprünglich hätten sich diese an das Ministerium wenden sollen, das mit dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz) für die mobilen Impfteams zuständig sei.

Nun könnten Termine vorgezogen und unter bestimmten Voraussetzungen, nach Abstimmung mit Land und DRK, auch eigene mobile Impfteams tätig werden.

Bei den sehr aufwendigen Beratungsgesprächen in diesen Einrichtungen würden Stadt und Landkreis zusätzliche Unterstützung anbieten.
Die Hilfen hätten sie zugesagt, „nachdem der ursprünglich vorgesehene Prozess erst langsam anläuft“.

Aus Baden-Württemberg wird über „Impf-Tourismus“ geklagt

Während sich Kommunalpolitiker der Südwestpfalz um einen vorgezogenen Beginn der Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus bemühen, wird unter anderen im östlichen Nachbar-Bundesland bereits gehandelt.

Dort werden seit dem Beginn der Vergabe am 27. Dezember auch individuelle Impftermine zugesagt. Deshalb würden manche aus Rheinland-Pfalz versuchen, sich in der jenseitigen Landes-Grenzregion impfen zu lassen.

Gemeint sein dürften die Kurpfalz und Nordbaden, wo auch viele „Grenzgänger“ ihren Arbeitsplatz haben. Darauf angesprochen soll Landes-Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler beruhigt haben, diese Sorge sei völlig unbegründet. Es gelte das „Wohnsitzprinzig“.

Rheinland-Pfälzer könnten im Nachbarland keinen Termin bekommen. Niemand in Baden-Württemberg müsse sich sorgen, dass unberechtigt auf Impfdosen des (dortigen) Landes zugegriffen werde.

Nach SWR-Informationen kämen aus Rheinland-Pfalz eine Vielzahl von Anfragen, erklärt hingegen ihr Stuttgarter Kollege Manne Lucha in einem Schreiben an seine Mainzer Amtskollegin.

Dies könne zu einer Ungleichverteilung des so knappen Gutes Impfstoff führen, denn die Kontingente seien an die Bundesländer nach Einwohnerzahl verteilt worden.

Er wolle die Bevölkerung von Rheinland-Pfalz öffentlich zur Geduld aufrufen. Zudem seien in seinem Bundesland Impftermine für die nächsten sechs Wochen weitgehend vergeben.
(Werner G. Stähle)

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