
Kurt Werner von den Neustadter Grünen und OB Löffler (links): Das Abstimmungsergebnis erzeugt bei ihnen unterschiedliche Gefühle.
Foto: Ahme
Neustadt. Die Neustadter Grünen kommentieren das gestrige Abstimmungsergebnis B39 wie folgt:
„Durch den eindeutigen demokratischen Entscheid der Neustadter Bürgerinnen und Bürger sind die hochfliegenden Tunnelpläne von CDU und FWG, sowie der Stadtspitze endgültig gescheitert.
Bürger und Bürgerinitiativen wirklich ernstzunehmen und effektiv in die städtischen Planungen mit einzubeziehen wäre die Lektion, welche die Verwaltungsspitze und die im Rat vertretene Mehrheitsfraktionen (CDU/FWG) nun eigentlich endlich gelernt haben sollten.
Nach diesem klaren Bürgervotum für eine moderate Stadt- und Verkehrsentwicklung öffnen sich nun kreative Freiräume für eine zeitnahe Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, der Verstetigung des Verkehrsdurchflusses auf der B 39, der Restrukturierung des Winzinger Knotens und der weiteren Stadt- und Dorfentwicklung.
Aber, es ist auch eine Bestandsaufnahme fällig.
Was geschieht mit den vielen durch die Stadtmehrheit und gegen die Stimmen der Opposition zusammengekauften Häusern entlang der ehemals geplanten Trasse? Können diese wenigstens zum Teil noch im laufenden Stadtsanierungsprogramm Neustadt West berücksichtigt werden? Oder welche neuen Perspektiven ergeben sich noch?
Außerdem muss nun im Detail Bilanz gemacht werden, wie viel Geld in den letzten Jahren für die Tunnelidee verschleudert wurde. Hierzu gehören auch die bisher nicht genannten Personalkosten und andere indirekten Kosten, die nicht nur in den letzten Wochen sondern über die letzten Jahre gestreckt ausgegeben wurden. Auch hier haben die Neustadter einen Anspruch auf vollständige Transparenz!
Das gestrige Abstimmungsergebnis der Bürgerbefragung war eine Quittung der Neustadter für die falsche städtische Infrastrukturpolitik der Mehrheitsfraktionen. Es freut uns und spricht für gewachsenen Bürgerdemokratie in der Stadt, dass doch viele Bürgerinnen und Bürger die kleinen und großen Manipulationsversuche der Tunnelbefürworter durchschauen konnten.
Wichtig ist nun, dass sich diejenigen, die in der Abstimmung unterlegenen sind, nicht in Schmollwinkel zurückziehen, sondern sich bereit finden die Stadtverschönerung auch mit kleinen überschaubaren Projekten voranzubringen. Ein vordringlicher Punkt ist hierbei das Vorantreiben der Verkehrsentlastung am Winzinger Knoten. Hierfür gibt es seit Jahren bekanntlich einen einstimmigen Prioritäten-Beschluss des Stadtrates.
Die in den letzten Jahren für die Tunnelidee stark geforderte städtische Bauabteilung kann sich nun hoffentlich wieder verstärkt der realistischen kleinschrittigen Verschönerung der Stadt widmen.
Hierbei sind die vielfältigen Vorschläge der Neustadter und der Bürgerinitiative B39 ernsthaft in der Beratung zu berücksichtigen. Wir Grünen sind uns sicher: Die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt können hierbei viel Kompetenz einbringen! Dies zeigte auch schon der Bürger-Beteiligungs-Prozess um die Stadtkonzeption.
Darüber hinaus müssen die Parteien über eine bessere Partizipation der Betroffenen, in diesem Falle über die Einrichtung eines Innenstadtbeirates, nachdenken. Die Neustadter Grünen werden ihre Überlegungen zu einem Innenstadtbeirat, der ähnliche Aufgaben und Rechte wie die Ortsbeiräte haben sollte, ab nächster Woche verstärkt vorantreiben.
Eine mentale und inhaltliche Wende im Denken zu einer zeitgenössischen Verkehrspolitik und städtischen Infrastrukturpolitik, das bedeutet aus bündnisgrüner Sicht vor allem aber in unserer Stadt im nächsten Jahr auch eine politische Wende zu anderen Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat einzuleiten. Ein Wendeklima bei den kommenden Kommunalwahlen für neue Freiräume!“
Kurt Werner
B’90/Die Grünen
Sprecher KV Neustadt
(Stadtrat, Mitglied Bauausschuß)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Neustadt. Wie soll Neustadt in zehn Jahren aussehen? Wohin soll sich unsere Stadt entwickeln? Das ist das Thema, dem sich Vertreter der ...
Neustadt. Die Stadt Neustadt beabsichtigt, zwei Grundstücke, die zusammen rund 1.700 Quadratmeter groß sind, an den Tierschutzverein zu verkaufen. Der Verein hatte ...
Neustadt. Mit den beiden Anfragen zu „jungen Menschen ohne Obdach“ und zur Situation von bezahlbarem Wohnraum um die Jahreswende haben die Grünen ...
Neustadt. „Wir müssen den Stillstand und die Trägheit beenden, die Neustadt die Luft nimmt. Wenn wir in den nächsten Wochen ...
Neustadt. Nach einer Legende gilt Kunigunde Kirchner als Retterin der Stadt Neustadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697). Aus dem Besitz des historischen Museums ...
Neustadt-Mußbach. Die Nominierungskonferenz des Neustadter SPD-Stadtverbands zur OB-Wahl in Neustadt findet am 8. Mai, 19.30 Uhr im Sängerheim der Chorgemeinschaft im Herrenhof ...
Neustadt. Neustadt an der Weinstraße partizipiert mit dem Stadtteil „Branchweiler“ seit dem Jahr 2005 erfolgreich am Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“. Mit der Programmaufnahme ...
Neustadt. Neustadt an der Weinstraße ist wieder im Besitz seines Stadtschlüssels. Am Aschermittwoch wurde er von ganz in Schwarz gekleideten Vertretern ...
Neustadt. „Alle Neustadter müssen die Möglichkeit haben, in Neustadt würdig leben zu können. Die SPD Neustadt macht daher seit Längerem konkrete Vorschläge ...












