Montag, 27. Juni 2022

Nach 47 Jahren Sparkasse: Vorstandschef Siegmar Müller geht in den Ruhestand

19. Dezember 2021 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional, Wirtschaft in der Region

Siegmar Müller geht in den Ruhestand – ehrenamtlich engagieren will er sich weiter in der Region und darüber Hinaus.
Foto: Über Sparkasse Südpfalz

Südpfalz – Bei der Sparkasse endet eine Ära: Nach mehr als 47 Jahren, 26 davon an der Spitze des Instituts, gibt der Vorstandsvorsitzende Siegmar Müller seinen Posten ab.

Nachfolger wird Bernd Jung, sein aktueller Stellvertreter.

In den vergangenen Wochen war Müller bereits auf Abschiedstour – der Chef der Sparkasse Südpfalz verabschiedet sich mit 66 Jahren zum Jahresende in den Ruhestand und gibt seinen Posten an Bernd Jung, seinen aktuellen Stellvertreter ab. Nach 26 Jahren Vorstandsarbeit endet damit eine erfolgreiche Karriere innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Da die offizielle Abschiedsfeier wegen Corona nicht wie geplant stattfinden konnte, verabschiedete er sich schriftlich und telefonisch bei seinen langjährigen Kollegen, Kunden und Wegbegleitern.

„Ein Kind der Sparkasse“

Seit Beginn seiner Ausbildung zum Bankkaufmann im Jahr 1974 war Müller bei der Sparkasse Germersheim-Kandel tätig und leitete zum Abschluss gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen ein Großprojekt ein: Die Fusion der beiden Häuser Germersheim-Kandel und Südliche Weinstraße zur Sparkasse Südpfalz.

An seinen ersten Arbeitstag zur Ausbildung als Bankkaufmann im August 1974 kann sich der gebürtige Pfälzer noch gut erinnern. Bei der Kreis- und Stadtsparkasse Germersheim lernt er von der Pike auf. Damals werden Kontoauszüge von Hand einsortiert und später an die Kunden ausgegeben. Für die Berechnung von Zinssätzen gibt es schriftliche Tabellen. Online-Banking ist noch nicht geboren. In der Zwischenzeit hat sich viel getan – und Müller hat viele dieser Entwicklungen mit vorangetrieben.

Wer mit Siegmar Müller zu tun hatte, begegnete einem offenen, interessierten und zugewandten Menschen, den es früh in die Sparkassenorganisation zog. Auf seinem Weg hat er die meisten Abteilungen des Hauses kennengelernt: Von der Kundenberatung im Passiv- und Dienstleistungsbereich, über das Vorstandssekretariat und das Personalwesen bis hin zum Kreditbereich.

Seit 1995 leitete Müller das Institut erfolgreich. „Lösungsorientiert, offen für neue Entwicklungen, bodenständig, empathisch, verbindlich“ – so beschreiben Weggefährten aus der Südpfalz, aber auch darüber hinaus den Sparkassenchef.

Bundesweit gefragt

Müller war auch bundesweit ein gefragter Ansprechpartner und setzte sich auch über die Grenzen der Südpfalz hinaus für die Interessen der Sparkassen ein. So war auch seine Karriere auf Verbandsebene ein Erfolg: 2007 die Wahl zum Bezirksobmann der Bezirksarbeitsgemeinschaft Süd, bereits zwei Jahre später dann die Wahl zum Landesobmann und damit zum Vertreter der rheinland-pfälzischen Sparkassenvorstände.

Im Jahr 2018 folgte ein erneuter Vertrauensbeweis und sein höchstes Amt: Die Wahl zum stellvertretenden Bundesobmann der deutschen Sparkassen. Ein Amt, dem er wie all seinen Aufgaben mit Leidenschaft und Ausdauer nachgegangen ist.

„Das alles geht aber nur, wenn du die richtigen Leute mit an Bord hast. Kompetente, herzliche Leute – das ist der wichtigste Erfolgsfaktor!“, betont der Chef von knapp 700 Sparkassen-Mitarbeitern. „Alle Produkte im Finanzbereich sind fast identisch. Auch die Herausforderungen sind für alle gleich. Nur in einem Punkt kann man sich unterscheiden: Durch Nähe, Dialog und engagierte Mitarbeiter, denen unsere Kunden vertrauen.“ Das fasst ziemlich gut zusammen, was für Siegmar Müller stets an erster Stelle stand: Kunden und Mitarbeiter. Bei allen Herausforderungen war ihm doch das Zwischenmenschliche und der persönliche Umgang miteinander ein besonderes Anliegen.

Ihm lag es all die Jahre daran, die Sparkassenorganisation für die Zukunft gut zu wappnen und aufzustellen. „Insgesamt, glaube ich, haben wir als Sparkasse eine sehr gute Entwicklung in den letzten Jahren gehabt“, so Müller. „Und ich bin mir sicher, dass meine Kolleginnen und Kollegen auch weiterhin darauf aufbauen werden.“ Für die gute Zusammenarbeit auf Vorstandsebene, vor allem aber mit den Mitarbeitern, und das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde, ist Müller sehr dankbar.

Ab 1. Januar 2022 führt sein Kollege Bernd Jung dann gemeinsam mit den Kollegen Achim Seiler und Svend Larsen die Sparkasse Südpfalz in Richtung Zukunft.

Müller wird das alles aus der Ferne verfolgen – für ihn beginnt mit dem Jahreswechsel ein neuer Lebensabschnitt. „Natürlich wird man ein bisschen wehmütig, wenn nach so vielen Jahren der Zusammenarbeit der Abschied naht. Aber auch das gehört dazu, es ist der Lauf der Dinge. Auf das was kommt freue ich mich jetzt sehr“, blickt Siegmar Müller dem neuen Lebensabschnitt entgegen.

Weiterhin ehrenamtlich tätig

Aber Siegmar Müller wäre nicht Siegmar Müller, wenn er nicht auch für diesen neuen Lebensabschnitt schon vorgesorgt hätte. Er hat sich nämlich nicht nur in der Sparkassenorganisation Verdienste erworben, sondern war darüber hinaus auch aktives Mitglied verschiedener Vereine. Künftig will sich der Ruheständler weiterhin im Ehrenamt engagieren: Als Aufsichtsratsvorsitzender der Volleyball Bundesliga, als Schatzmeister des Herrenhauses Edenkoben und als Schatzmeister des Roten Kreuzes Rheinland-Pfalz will er sich weiterhin aktiv einbringen. Auch die Sparkassenorganisation ist weiterhin Bestandteil seines Engagements, denn Müller bleibt auch im Ruhestand Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation.

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