Mittwoch, 16. Oktober 2019

Muslime fordern eigene religiöse Feiertage

28. März 2013 | noch keine Kommentare | Kategorie: Politik

Muslimische Frauen mit Kopftuch. Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die Bundesländer sollten nach Ansicht des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, gesetzliche Feiertage für Muslime einführen: Dies wäre „ein wichtiges integrationspolitisches Zeichen“ und würde „die Toleranz in unserer Gesellschaft“ unterstreichen, sagte er.

Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Foto:Jakub Szypulka/wikimedia

Mazyek schlug je einen Tag während des Ramadans und des islamischen Opferfests vor. Es gehe nicht um arbeitsfreie Tage für alle Bürger, betonte er. Doch wären die Feiertage in der Arbeitswelt von Vorteil. So könnten beispielsweise bei der Polizei Muslime für Kollegen einspringen, die an Ostern frei nähmen, sagte Mazyek.

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sieht dafür „weit und breit keine Notwendigkeit“. Deutschland habe keine islamische Tradition. Die bisherigen religiösen Feiertage seien in einer christlich-abendländischen Tradition entstanden, so Bosbach.

Die Muslime können sich bestätigt fühlen durch eine hochrangige Expertenkommission der Robert-Bosch-Stiftung. Das geltende Recht wirke sich zunehmend als Ungleichbehandlung von Religionen aus, heißt es in einem Bericht zur „Zukunft der Arbeitswelt“. Darin schlagen die Experten zwei Feiertage für nicht-christliche Religionen vor. Man könne vertraglich, betrieblich und tarifrechtlich regeln oder auch per Gesetz sicherstellen, dass Juden und Muslime an ihren Feiertagen Anspruch auf Urlaub hätten.

NRW-Sozialminister Guntram Schneider (SPD) sagte, er sehe, dass Menschen anderer Religionen ihre Festtage feiern möchten. Doch wäre eine Ausweitung der gesetzlichen Feiertage wirtschaftlich nicht finanzierbar. Er plädierte dafür, „dass die Betriebe ihren nicht-christlichen Mitarbeitern an deren höchsten gesetzlichen Feiertagen Urlaubstage gewähren beziehungsweise ausgleichsfrei geben, dort wo es Arbeitszeitkonten gibt“. Das sei besser als eine gesetzliche Regelung, pflichtete die Grünen-Fraktionsvize Ekin Deligöz bei. Die meisten Arbeitgeber erlaubten Urlaub zu religiösen Feiertagen. (red/dts Nachrichtenagentur)

 

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