Donnerstag, 14. November 2019

Ludwigshafen: Aggressive Tigermücken im Neubaugebiet Melm

21. August 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Ludwigshafen, Rhein-Pfalz-Kreis

Tigermücke
Foto: KABS

Ludwigshafen – Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) entdeckten  in diesem Jahr erstmals im Stadtgebiet Ludwigshafen im Neubaugebiet Melm Tigermücken. Das teilte die Stadt mit.

Mücke hochaggressiv

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung wurde in einem 18 Hektar großen Teilgebiet eine stabile Population der aggressiven Stechmücke erfasst. Eine wesentliche und auffallende Besonderheit ist, dass diese Stechmückenart auch am hellen Tag Menschen hartnäckig verfolgt. Im Siedlungsbereich kann sie dadurch sehr lästig werden.

Die asiatische Tigermücke ist seit Jahrzehnten durch globale Handels- und Verkehrsrouten weltweit verschleppt worden. Seit einigen Jahren breitet sich die Tigermücke auch in Deutschland, insbesondere entlang des Oberrheingrabens aus.

Tropenkrankheiten können übertragen werden

Vor allem in tropischen Ländern kann die wärmeliebende Art zahlreiche humanmedizinisch relevante Viren auf Menschen übertragen. Die Gefahr einer solchen Übertragung von Dengue-, Chikungunya oder Zika-Viren ist unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland zwar gering, kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

KABS bereitet Bekämpfung vor

Mitarbeiter der KABS bereiten  auf Grundlage der Erfahrungen in Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg derzeit die Bekämpfung der Tigermücken vor.

Im Gegensatz zur Rheinschnake, die im Wesentlichen in Überschwemmungsgebieten vorkommt, sind die Brutstätten der Tigermücke bevorzugt sehr kleine, meist künstliche Wasserbehältnisse wie Regentonnen, Vasen, Untersetzer oder sogar hohle Zaunpfähle, wo sich Wasser ansammeln kann.

Für die biologische Bekämpfung von Stechmücken setzt die KABS seit Jahrzehnten erfolgreich den biologischen Wirkstoff BTI – ein Bakterieneiweiß – ein, der selektiv nur Mückenarten abtötet und für Menschen, Tiere und Pflanzen unbedenklich ist.

Bevölkerung soll mithelfen

Daher wird zur Bekämpfung die aufmerksame Mithilfe aller Bewohner benötigt, die Brutstätten zu beseitigen, Eimer oder Gießkannen so zu lagern, dass sich kein Regenwasser ansammeln kann oder Wasserfässer, kleine Brunnen und ähnliches mit BTI zu behandeln.

Hierzu ist geplant, bis Ende der Woche beziehungsweise Anfang nächster Woche ein Faltblatt und zunächst eine Packung BTI-Tabletten bei den Haushalten einzuwerfen, damit hier die ersten Bekämpfungsmaßnahmen in den einzelnen Haushalten eingeleitet werden können.

Untersetzer oder Wassergefäße sollen regelmäßig überwacht und geleert werden. Größere Wasserfässer und ähnliches sowie Brunnenanlagen sollen mit BTI-Tabletten behandelt werden. Eine Tablette reicht für ein Volumen von 50 Litern und hält für etwa drei Wochen. Das Wasser kann unbedenklich weiterverwendet werden. Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass Behälter aus dem Gebiet nicht ungereinigt verbracht werden, um eine Verschleppung der Eier in andere Gebiete zu vermeiden.

Die BTI-Tabletten werden seit Jahren vom Ortsvorsteherbüro kostenlos zur Bekämpfung der Hausschnaken ausgegeben und können dort auch abgeholt werden, wenn weiterer Bedarf besteht. Das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises und Stadt Ludwigshafen appellieren an die Bewohner, an der Aktion teilzunehmen.

Für weitere Fragen steht von der KABS PD Dr. Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der KABS, unter der Telefonnummer 0170 – 85 06 788 zur Verfügung.

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