Berlin – Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt (CSU), hat den Vorstoß des Umweltbundesamtes für eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch- und Milchprodukte abgelehnt.
„Die Forderung des Umweltbundesamtes ist nicht neu und wird nicht dadurch besser, dass man sie regelmäßig wiederholt“, sagte Schmidt.
Eine künstliche Preiserhöhung durch Steuererhöhung, in die Staatskasse, würde weder Tierwohl, Umwelt noch den Verbrauchern helfen, so Schmidt. „Ich will den Bürgern nicht durch Strafsteuern vorschreiben, was auf den Tisch kommt“, sagte der Ernährungsminister. (dts Nachrichtenagentur)

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Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt (CSU) sollte eigentlich einen anderen TItel tragen, nämlich Cheflobbyist der Monokultur-Landwirtschaft und Turbo-Mast-Viehwirtschaft.
In dieser HInsicht, müssen seine polemischen Aussagen gesehen werden.
Fakt ist, daß gesunde Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, sehr viel höher besteuert werden als krankmachende Wurst- u. Käseprodukte aus Mastbetrieben. H. Schmidt will seinen Landwirten und Viehbauern keine weiteren Umsatzrückgänge zumuten, das ist alles.
Eigentlich müsste er laut seines Amtseides auch die Interessen der Verbraucher vertreten, aber die sind ihm schnurzegal, solange das Wirtschaftswachstum gesichert ist. Zum Wirtschaftswachstum zählen übrigens auch die stetig ansteigende Behandlungskosten von Krebs- u. Herzerkrankungen, Diabetes u.v.m. Die Behandlungskosten werden aber von den Beitragszahlern der Krankenversicherung bezahlt. Das ist nicht das Problem von H.Schmidt.
Also Leute, laßt euch nicht vorschreiben was ihr vertilgt. Füllt die Einkaufswagen mit Wurst u. Käse bis ihr platzt.
Schon eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes für Fleisch von derzeit sieben auf 19 Prozent würde reichen, um den Verbrauch zu senken. Eine Anhebung würde dazu führen, dass Verbraucher im Schnitt pro Jahr etwa 25 Euro mehr für Fleisch ausgeben müssten. Als Folge würde jeder Deutsche dreieinhalb Kilogramm weniger Schwein, ein Kilo weniger Geflügel und ein halbes Kilo weniger Rindfleisch essen.
„Hochgerechnet bedeutet das knapp 60 Millionen weniger geschlachtete Hühner, 3,8 Millionen weniger getötete Schweine und 180.000 weniger Rinder“. Damit würde so viel CO2 reduziert, wie knapp zwei Millionen Autos im Jahr ausstoßen, und gleichzeitig eine Ackerfläche von der Größe des Ruhrgebiets eingespart.
Seit 1950 hat sich der Verzehr von Rind, Schwein und Hühnchen in Deutschland fast verdreifacht. Jeder Deutsche isst im Schnitt 90 bis 100 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Doppelt so viel, wie von Gesundheitsorganisationen empfohlen. Experten kritisieren schon lange, dass die realen Kosten von Fleischproduktion und -konsum sich nicht in den Preisen widerspiegelt. Die Subventionierung für das Luxusgut Fleisch und Käse, dessen ökologischen und gesundheitlichen Begleiterscheinungen desaströs sind, muss abgeschafft werden.