
So schön wie diese Schweine haben es die wenigsten Nutztiere: Fleisch ist zur Massenware geworden, Maasentierhaltung wird toleriert. Foto:dts Nachrichtenagentur
Berlin – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will die Subventionierung der Fleischproduktion beenden und damit den hohen Konsum mit seinen Umwelt- und Gesundheitsschäden drosseln.
Schon eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes für Fleisch von derzeit sieben auf 19 Prozent würde reichen, um den Verbrauch zu senken. Das geht aus einer Studie hervor, die dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ vorliegt. Eine Anhebung würde dazu führen, dass Verbraucher im Schnitt pro Jahr etwa 25 Euro mehr für Fleisch ausgeben müssten. Als Folge würde jeder Deutsche dreieinhalb Kilogramm weniger Schwein, ein Kilo weniger Geflügel und ein halbes Kilo weniger Rindfleisch essen.
„Hochgerechnet bedeutet das knapp 60 Millionen weniger geschlachtete Hühner, 3,8 Millionen weniger getötete Schweine und 180.000 weniger Rinder“, sagte Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace. Damit würde so viel CO2 reduziert, wie knapp zwei Millionen Autos im Jahr ausstoßen, und gleichzeitig eine Ackerfläche von der Größe des Ruhrgebiets eingespart.
Seit 1950 hat sich der Verzehr von Rind, Schwein und Hühnchen in Deutschland fast verdreifacht. Jeder Deutsche isst im Schnitt 90 bis 100 Kilogramm Fleisch pro Jahr doppelt so viel, wie von Gesundheitsorganisationen empfohlen. Experten kritisieren schon lange, dass die realen Kosten von Fleischproduktion und -konsum sich nicht in den Preisen widerspiegeln.
Greenpeace fordert deshalb, die „Subventionierung für ein Luxusgut abzuschaffen, dessen ökologischen und gesundheitlichen Begleiterscheinungen desaströs sind“. (dts Nachrichtenagentur)

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