
Foto: Pfalz-Express
Landau. Das letzte Ereignis mit den eingesperrten Stadttauben am Stellwerk am Landauer Bahnhof liegt noch nicht lange zurück. Jetzt hängen an der Reiterstraße Schilder des Ordnungsamtes, die ein Fütterungsverbot aussprechen – zur Gefahrenabwehr.
„Es ist allerdings längst widerlegt, dass Tauben Krankheitsüberträger sind. Im Gegenteil: Das dort anonym ausgelegte artgerechte Taubenfutter führt zu einem festen Kot und ergo weniger Gebäudeverschmutzung, außerdem dient es der Gesunderhaltung der Landauer Stadttauben“, so die Landauerin Miriam Tsolakidis.
In Zuge des Stellwerkdramas wurden viele Bürgerstimmen laut, die sich mehr „Menschlichkeit und Achtsamkeit“ im Umgang mit der Stadttaubenpopulation von Seiten der Stadtverwaltung wünschten. Auch wurde das Rechtsgutachten der Landestierschutzbehörde zur Herkunft und zum Umgang mit Stadttauben an verschiedene Ratsmitglieder gesendet.
„Diese bissen allerdings, beim Einbringen des Vorschlags hier Menschlichkeit walten zu lassen und ein artgerechtes Stadttauben-Managements nach dem Augsburger Modell einzuführen und damit dem Berliner Rechtsgutachten zu folgen, auf Granit“, so Tsolakidis.
Nach dem Gutachten sind ausnahmslos alle Stadttauben direkte Abkömmlinge der hier nicht heimischen Felsentaube. Diese Felsentaube wiederum ist „die Mutter“ aller Brief-, Zucht- und Haustauben. Jede Stadttaube sei genetisch nicht trennbar von der Brief-, Rasse- und Haustaube. Die Berliner Landestierschutzbehörde kommt zu dem eindeutigen Schluss, dass es sich bei der Stadttaube also um ein verwildertes Haustier handelt und keineswegs um ein Wildtier.
Daraus folgert die Landestierschutzbehörde Berlin Halterpflichten für Städte und Kommunen. Aus den Halterpflichten leitet die Berliner Behörde eine Fürsorgepflicht ab, der beispielsweise mit dem Augsburger Modell Rechnung getragen würde.
„Genau dies fordern Bürger jetzt mit einer Petition, die ich unter meinem Namen am 23. Februar über change.org unter dem Titel „Artgerechtes Stadttauben-Management nach dem Augsburger Modell statt Fütterungsverbot“ gestartet habe“, so die Tsolakidis, die sich über das Unterzeichnen der Petition von vielen Gleichgesinnten freuen würde.
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