Landau. Mit „Verwunderung und Ablehnung“ reagieren der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Dr. Maximilian Ingenthron, und Fraktionsmitglied Dr. Hans-Jürgen Blinn auf die Forderung des wiedergewählten CDU-Bezirksverbandsvorsitzenden Koblenz-Montabaur, MdL Adolf Weiland, die Universität Koblenz-Landau zu trennen.
Der alte und neue Chef im CDU-Bezirk erneuerte die Forderung nach einer eigenständigen Universität in Koblenz statt der gemeinsamen mit Landau. „Wenn Landau ohne Koblenz nicht lebensfähig ist, muss man sich für Landau eine andere Lösung einfallen lassen, statt Koblenz zu schwächen“, hatte Weiland nach einem Bericht der Rhein-Zeitung vom 28. Oktober gefordert.
Ingenthron: „Zwar wurde dieses Ansinnen in den vergangenen Jahren schon des Öfteren aus Kreisen der CDU erhoben, dennoch verwundert der neuerliche Vorstoß. Herr Weiland hat offenbar immer noch nicht erkannt, dass der Campus Landau nicht nur als bloßes ‚Anhängsel‘ von Koblenz anzusehen ist.
Wenn Herr Weiland nun mutmaßt, dass der Standort Landau ohne Koblenz nicht lebensfähig ist, dann ist er auf dem falschen Dampfer. Koblenz und Landau sind zwei erfolgreiche Standorte einer exzellenten Hochschule. Wer das verneint, ignoriert die Leistungsfähigkeit der in Landau ansässigen Fachbereiche und diskreditiert diesen Standort.“
Maximilian Ingenthron und Hans-Jürgen Blinn – zugleich Vorsitzender des Freundeskreises der Universität am Campus Landau – verweisen auf erstklassige Prämierungen und Ergebnisse von Rankings: „Dem Fachbereich Erziehungswissenschaften sind nicht nur drei hervorragende Institute für Bildung im Kindes- und Jugendalter, Erziehungswissenschaft und Philosophie sowie Sonderpädagogik zugeordnet, sondern auch das Projekt ‚Zooschule Landau‘, das von der UNESCO im Zeitraum 2007-2010 als vorbildliches Projekt für nachhaltiges Denken und Handeln ausgezeichnet wurde.
Der Fachbereich Psychologie befindet sich im Universitätsranking unter den TOP 10 innerhalb der deutschen Hochschullandschaft und der Fachbereich Natur- und Umweltwissenschaften erhält auf Grund seiner herausragenden Leistungen in Forschung und Lehre ab 2014 ein neues Laborgebäude mit finanzieller Unterstützung durch die Landesregierung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Graduiertenkolleg im gleichen Fachbereich und ein Projekt unter Leitung der Universität in Landau wird derzeit im Rahmen der Wissenschaftsoffensive am Oberrhein mit EU-Mitteln unterstützt.
Das Frank-Loeb-Institut ist als Forschungsstelle für Politikvermittlung und internationale Verständigung überregional bekannt, nicht zuletzt durch die vom ehemaligen Vizepräsidenten Prof. Ulrich Sarcinelli ins Leben gerufenen Gastprofessuren, mit denen bisher Alfred Grosser, Klaus Töpfer, Wolfgang Huber, Udo Di Fabio und Gesine Schwan ausgezeichnet wurden.
Wie der neue Vizepräsident Prof. Ralf Schulz vor einigen Wochen bekanntgab, werden derzeit Entwicklungslinien für die Universität bis 2020 erarbeitet, um die Verbindung mit der hiesigen Wirtschaft noch enger zu gestalten.“
Ingenthron und Blinn: „Wir haben großes Vertrauen in die Kompetenz und die Leistungsfähigkeit unserer Hochschule. Wir sollten alles dafür tun, die Hochschule in ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen und nicht einzelne Standorte schlecht reden. Wir stehen zum Campus Landau unter dem Dach der gemeinsamen Universität mit Koblenz.“ (desa/red)

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