
OB Thomas Hirsch (links) hat anlässlich des Tags der Daseinsvorsorge die Abwasserreinigungsanlage des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) in Augenschein genommen.
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Landau. Die Landauer Kläranlage wird das Abwasser der rund 46.500 Einwohner der Stadt bald mit deutlich weniger Energieeinsatz reinigen – und diese dazu noch komplett selbst erzeugen.
„Das ist ein wichtiger Schritt für Landau. Der EWL erreicht hier einen Meilenstein für die Nachhaltigkeit der Kommune“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Hirsch. Er hatte anlässlich zum Tag der Daseinsvorsorge, dem 23. Juni, die Abwasserreinigungsanlage des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) in Augenschein genommen und sich bei Dr. Markus Schäfer, Leiter der EWL-Abwasserabteilung, über die nächsten Entwicklungsschritte informiert.
Fördermittel für weitere Investitionen
Im Zuge der weiteren Investitionen hat das kommunale Unternehmen einen Antrag auf Bundesfördermittel eingereicht und will auch weitere Maßnahmen fördern lassen. Denn der Bund unterstützt im Rahmen der Kommunalrichtlinie stadteigene Unternehmen der Wasserwirtschaft erstmals und ganz neu bei Aufwendungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen.
Voraussetzung ist, dass das Potenzial für eine entsprechende Effizienzsteigerung nachweislich gegeben ist. Das hat der EWL durch eine eigens in Auftrag gegebene Potenzialstudie belegen können. „Mit einer Investition von 945.000 Euro können wir den Energiebedarf der Abwasserreinigung um ca. 20 % senken, die Eigenstromproduktion um ca. 15 % erhöhen und so die Anlage sogar CO2-neutral betreiben“, berichtete Markus Schäfer. Von den Kosten sind rund 650.000 Euro förderfähig. Das heißt, der Bund kann bis zu 195.000 Euro zuschießen; das entspricht 30 %. „Als Kommune wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, unterstrich Thomas Hirsch und lobte das Engagement der Abwasserexperten ausdrücklich.
Chance ergreifen für mehr Klimaschutz
Der EWL hat schon bisher im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten Maßnahmen zur Erhöhung der eigenen Stromproduktion und zur Senkung des Energiebedarfs erfolgreich realisiert. Dazu zählen unter anderem der Ersatz zweier Blockheizkraftwerke, die Dämmung des Faulturms und der Austausch von Belüftern sowie die aktuell bevorstehende Installation von Photovoltaikanlagen.
Die Potenzialstudie hat aufgezeigt, wo weitere Einsparungen möglich sind: Zielführend sind vor allem, das in die Tage gekommene Zulaufhebewerk, Pumpen und die Blockheizkraftwerke zu erneuern sowie Batteriespeicher einzubauen. „Bei Pumpen und Gebläsen macht sich der technische Fortschritt besonders positiv bemerkbar“, betonte Experte Markus Schäfer, „hier liegt das größte Einsparpotenzial.“
Unterm Strich künftig Selbstversorger
Der Ausstoß an klimaschädlichem CO2 wird bei der Kläranlage Landau-Mörlheim bisher hauptsächlich durch den Strombezug verursacht. Sind die geplanten Maßnahmen alle umgesetzt, reduziert sich der Verbrauch an Strom um mehr als 300.000 Kilowattstunden pro Jahr auf ca.1.4 Mio. Kilowattstunden. Die eigene Stromproduktion aus Klärgasen und Photovoltaik erhöht sich auf über 1.4 Mio. Kilowattstunden.
Damit kann der Strombedarf der Anlage bilanziell über die eigene Erzeugung elektrischer Energie gedeckt werden. „Wir begrüßen die Bundesförderung, denn mit dieser Unterstützung können wir die Investitionen stemmen, um die Kläranlage unterm Strich energieautark zu machen“, hielt Thomas Hirsch abschließend fest.
Als Oberbürgermeister von Landau liegt ihm die zeitgemäße und leistungsfähige Daseinsvorsorge für die Bürger besonders am Herzen. Das ist die Grundversorgung mit öffentlichen Gütern und Dienstleistungen, zu der neben der Energie- und Trinkwasserversorgung sowie dem Gesundheitswesen auch die fachgerechte Entsorgung von Abwasser und Abfall gehört. Auf die Bedeutung dieser Aufgabe macht der Tag der Daseinsvorsorge seit 2017 jährlich aufmerksam.

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