Freitag 15.Mai 2026

Landau plant vierte hauptamtliche Beigeordnete – Neue Dezernatsverteilung soll Stadtvorstand entlasten

Entscheidung am 28. April im Landauer Stadtrat

24. April 2026 | Kategorie: Landau, Politik regional, Regional, Regional

Blick in den Landauer Stadtrat und Stadtvorstand
Archivfoto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. Der Stadtvorstand von Landau soll künftig mit vier statt bisher drei hauptamtlichen Dezernenten arbeiten.

Der Stadtrat soll am 28. April 2026 über eine umfassende Neuordnung der Dezernatsverteilung entscheiden. Das geht aus einer Sitzungsvorlage des Hauptamts hervor.

Die Verwaltungsspitze begründet den Schritt mit einer stark gestiegenen Arbeitsbelastung. Große Zukunftsthemen wie die Wärmewende und der Nahwärmeausbau, sozialer Wohnungsbau, die Zukunft des Klinikums, der Aufbau eines Katastrophenschutzzentrums, die Neukonzeption des LaOla-Freizeitbades sowie die strategische Ausrichtung der Stadtholding würden zusätzlich zum normalen Tagesgeschäft eine intensive Steuerung erfordern.

Mit nur drei hauptamtlichen Dezernenten seien Terminkollisionen und Überlastung die Folge gewesen.

Neues Baudezernat und stärkere Bündelung

Kern der Reform ist die Schaffung eines neuen Baudezernats. Darin sollen das Stadtbauamt (inklusive Verkehrsinfrastruktur), das Gebäudemanagement sowie das Amt für Schulen und Sport zusammengeführt werden.

Besonders die vielen anstehenden Schulbaumaßnahmen sprechen nach Ansicht der Verwaltung für diese Bündelung.

Dezernat I (bisher OB-Bereich) soll sich künftig auf Finanzen, wirtschaftliche Entwicklung, innere Organisation und Kultur konzentrieren. Dafür wird ein eigenes Kulturamt geschaffen, das Kulturabteilung, Stadtbibliothek, Archiv und Museum zusammenfasst.

Dezernat II erhält die Schwerpunkte Klima, Umwelt, Ordnung und Mobilität. Dezernat III bleibt für Jugend, Soziales und Gesundheit (einschließlich Klinikum) zuständig und übernimmt zusätzlich die Geschäftsführung der Stadtholding Landau GmbH mit ihren Töchtern. Diese Aufgabe hatte der Stadtrat bereits im Januar 2026 der Beigeordneten Lena Dürphold übertragen.

Die Stabsstelle „Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung“ wird aufgeteilt: Die Öffentlichkeitsarbeit bleibt bei Dezernat I, die Bürgerbeteiligung wechselt zu Dezernat IV.

Finanziell weitgehend neutral

Die zusätzlichen Personalkosten für die vierte hauptamtliche Dezernentenstelle werden mit rund 203.000 Euro pro Jahr beziffert. Durch den Wegfall der bisher gesondert honorierten Geschäftsführung der Stadtholding soll sich die finanzielle Mehrbelastung jedoch in Grenzen halten. Die Mittel seien im Haushalt 2026 bereits berücksichtigt.

Politische Stabilisierung

Die Verwaltung sieht in der Erweiterung des Stadtvorstands auf vier hauptamtliche Beigeordnete auch eine Chance für mehr politische Stabilität. Künftig wären die drei größten Stadtratsfraktionen neben dem direkt gewählten Oberbürgermeister im Stadtvorstand vertreten. Dadurch sollen Entscheidungsprozesse schlanker und die Kommunikation mit dem Rat und der Bevölkerung verbessert werden.

Die neue Dezernatsverteilung soll mit der Übertragung der Aufgaben an die neu gewählte oder wiedergewählte Beigeordnete bzw. den Beigeordneten in Kraft treten. Der Hauptausschuss hat das Thema am 14. April 2026 behandelt, die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 28. April 2026.

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