Mittwoch 19.August 2026

Kreis Germersheim: Massiver Tigermücken-Befall – Urlaubssaison erhöht Risiko für Virus-Übertragungen

1. August 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Verschiedene Mückenarten. Oben die Asiatische Tigermücke.
Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

Kreis Germersheim – Mitten in der Ferienzeit warnen die Kreisverwaltung Germersheim und die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) vor der Ausbreitung von durch Tigermücken übertragenen Krankheiten.

Wer aus tropischen oder subtropischen Urlaubsregionen zurückkehrt, sollte sich auch nach der Heimreise konsequent vor Mückenstichen schützen.

„Die Asiatische Tigermücke ist nicht mehr nur ein Problem in fernen Reiseländern, sie ist bei uns angekommen. Besonders jetzt, wo viele aus dem Urlaub zurückkehren, müssen wir alle achtsam sein. Jeder Mückenstich kann potenziell Viren übertragen“, sagt die zuständige Kreisbeigeordnete Anette Kloos.

Die Asiatische Tigermücke trägt Krankheitserreger zwar nicht selbst in sich. Sie kann jedoch Viren wie Dengue, Chikungunya, Zika oder das West-Nil-Virus übertragen, wenn sie zuvor einen infizierten Menschen gestochen hat.

Reisende können sich in betroffenen Urlaubsregionen infizieren, häufig zunächst ohne Symptome zu entwickeln. Befindet sich das Virus noch im Blut, kann es durch einen Stich einer heimischen Tigermücke weitergegeben werden.

Massiver Befall in Germersheim

Wie ernst die Situation inzwischen ist, zeigt nach Angaben der Kreisverwaltung ein aktueller Fall in Germersheim. Bei einer gemeinsamen Begehung von Kreisverwaltung und KABS wurde ein so starker Befall festgestellt, dass sich Menschen im Außenbereich kaum noch aufhalten konnten.

Zudem entdeckten die Fachleute zahlreiche Larven, unter anderem in Sickerschächten. Die KABS leitete umgehend Bekämpfungsmaßnahmen ein.

„Der massive Befall in Germersheim zeigt dramatisch, was auf uns zukommt, wenn wir nicht handeln. Die Mücken nutzen jede kleinste Wasseransammlung – ob Regentonne, Blumenuntersetzer oder Sickerschacht. Hier ist jeder Einzelne gefordert, Brutstätten konsequent zu beseitigen“, so Kloos.

Die Kreisverwaltung verweist außerdem auf den ersten in Rheinland-Pfalz erworbenen Fall einer Infektion mit dem West-Nil-Virus im Rhein-Pfalz-Kreis in diesem Jahr. Die betroffene Person hatte sich nicht im Ausland aufgehalten und wurde nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich durch eine heimische Mücke infiziert.

Nach der Rückkehr aufmerksam bleiben

Das Robert Koch-Institut empfiehlt Reiserückkehrern aus Risikogebieten, sich in den ersten 14 Tagen nach ihrer Rückkehr konsequent vor Mückenstichen zu schützen, auch wenn sie keine Beschwerden haben. Treten Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Hautausschlag oder allgemeines Krankheitsgefühl auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht und auf die Auslandsreise hingewiesen werden.

Landrat Martin Brandl appelliert zudem an die Bevölkerung, stehendes Wasser auf Grundstücken konsequent zu beseitigen. Schon kleinste Wasseransammlungen reichen der Asiatischen Tigermücke als Brutstätte. Da Behörden und KABS private Grundstücke nicht flächendeckend kontrollieren können, sei die Mithilfe der Bürger entscheidend, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.

Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

 

Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon

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