Montag 15.Juni 2026

Tigermücke im Kreis Germersheim breitet sich aus und erfordert gemeinsame Maßnahmen

24. April 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim

Foto: KV Germersheim

Die Asiatische Tigermücke hat sich im Landkreis Germersheim etabliert und stellt Behörden und Bevölkerung vor neue Herausforderungen beim Gesundheits- und Umweltschutz.

Das ist das Ergebnis eines Treffens von Fachleuten, Kommunen und Verwaltung im Straßenmuseum in Germersheim. Experten der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) und des Gesundheitsamts machten deutlich, dass sich die invasive Art deutlich von heimischen Stechmücken unterscheidet. Sie ist tagaktiv, sticht häufiger und hält sich bevorzugt in direkter Nähe zum Menschen auf. Zudem reicht bereits wenig stehendes Wasser für die Vermehrung aus.

Auch wenn bislang in der Südpfalz keine Krankheitsübertragungen wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber nachgewiesen wurden, gilt ein Auftreten als wahrscheinlich. Fälle in der Grenzregion, etwa im Elsass, zeigen die Entwicklung.

Landrat Martin Brandl betont die Bedeutung eines abgestimmten Vorgehens. „Die Asiatische Tigermücke ist längst bei uns angekommen. Jetzt kommt es darauf an, frühzeitig und koordiniert zu handeln. Nur wenn wir Kommunen, Fachstellen und Bevölkerung zusammenbringen, können wir die Ausbreitung wirksam eindämmen.“

Im Mittelpunkt stehen vor allem Maßnahmen im direkten Wohnumfeld. Klassische großflächige Bekämpfung, wie sie bei der Rheinschnake angewendet wird, greift hier nur begrenzt. Stattdessen sollen Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden, etwa indem sie Wasseransammlungen vermeiden. Dazu zählen unter anderem Blumentopf-Untersetzer, Gießkannen, Eimer oder unbedeckte Regentonnen.

Auch die Kreisbeigeordnete Anette Kloos verweist auf die Rolle der Bevölkerung. „Die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke beginnt im eigenen Garten, auf dem Balkon oder rund ums Haus.“ KABS-Vizepräsident Marcus Schaile ergänzt, dass wegen des geringen Flugradius vor allem das direkte Umfeld entscheidend sei.

Die Kreisverwaltung will die Information der Bevölkerung weiter ausbauen und verstärkt über Maßnahmen zur Eindämmung aufklären. Ziel ist es, möglichst viele Menschen einzubeziehen, um die Ausbreitung der Tigermücke zu begrenzen.

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