Mittwoch 19.August 2026

Rhein-Pfalz-Kreis: Erster vor Ort erworbener Fall von West-Nil-Virus

29. Juli 2026 | Kategorie: Regional, Rhein-Pfalz-Kreis

Foto: Pfalz-Express

Rhein-Pfalz-Kreis – Erstmals ist in Rheinland-Pfalz eine Infektion mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen worden, die nicht im Ausland, sondern vor Ort (autochthon) erworben wurde. Betroffen ist eine Person aus dem Zuständigkeitsgebiet des Gesundheitsamts der Kreisverwaltung, die mutmaßlich durch einen Mückenstich infiziert wurde.

Der Nachweis erfolgte nach Angaben des Gesundheitsamts als Zufallsbefund. Die betroffene Person ist symptomfrei und wohlauf. Von ihr geht keine Ansteckungsgefahr für andere Menschen aus.

Erster heimischer Fall im Land

Das Gesundheitsamt ist für den Rhein-Pfalz-Kreis sowie die Städte Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal zuständig. Es handelt sich um den ersten autochthonen Fall des West-Nil-Virus in Rheinland-Pfalz. Bundesweit wurden seit 2019 jährlich zwischen vier und 35 vor Ort erworbene Infektionen registriert. Im Jahr 2025 waren es vier Fälle.

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch Stechmücken übertragen. Anders als häufig vermutet, spielt dabei nicht die Asiatische Tigermücke die entscheidende Rolle. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die Infektionen in Deutschland hauptsächlich durch heimische Stechmücken übertragen, insbesondere durch die Gemeine Hausmücke (Culex pipiens).

Die Asiatische Tigermücke kann zwar verschiedene Krankheitserreger übertragen, gilt für die Verbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland derzeit jedoch als von untergeordneter Bedeutung.

Die meisten Infektionen bleiben unbemerkt

Die Infektion verläuft überwiegend ohne Beschwerden. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln grippeähnliche Symptome mit Fieber, die meist drei bis sechs Tage anhalten.

Schwere Krankheitsverläufe sind selten und betreffen etwa eine von 100 infizierten Personen. Eine spezielle Therapie gegen das Virus gibt es nicht, behandelt werden lediglich die Beschwerden. In den allermeisten Fällen heilt die Erkrankung folgenlos aus.

So lässt sich das Risiko verringern

Zum Schutz vor Mückenstichen empfiehlt das Gesundheitsamt, in mückenreichen Gebieten möglichst lange Kleidung zu tragen und Insektenschutzmittel zu verwenden. Auch Moskitonetze und Fliegengitter können helfen, Mücken fernzuhalten. Im eigenen Wohnumfeld sollten mögliche Brutstätten wie mit Wasser gefüllte Behälter regelmäßig beseitigt oder geleert werden.

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