
Verschiedene Mückenarten. Oben die Asiatische Tigermücke.
Foto: Pfalz-Express / Linares-Ramon
Kreis Germersheim – Klein, auffällig gestreift und alles andere als harmlos: Die Asiatische Tigermücke breitet sich auch im Landkreis Germersheim weiter aus.
Weil die invasive Art Krankheiten übertragen kann und sich bevorzugt in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhält, riefen Experten der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) die Bevölkerung zur Mithilfe auf.
Bei einem Pressegespräch am 1. Juni informierten KABS-Geschäftsführer Dirk Reichle, Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Jestrabek, Germersheims Bürgermeister und KABS-Vizepräsident Marcus Schaile, die Kreisbeigeordnete Annette Kloos und Biologe Artur Jöst über die aktuelle Entwicklung und Möglichkeiten zur Bekämpfung der Mücke.

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Ein zentraler Punkt und zumindest ein halbwegs positiver Punk: Die Asiatische Tigermücke ist wegen ihres vergleichsweise geringen Aktionsradius von rund 200 Metern gezielt bekämpfbar. Voraussetzung dafür ist jedoch die konsequente Mithilfe der Bürger.
„Man muss Wassergefäße dementsprechend abdecken. Bitte sorgt dafür, dass wir möglichst trockene Gefäße haben. Damit helft ihr aktiv, die Brutstätten der Tigermücken einzudämmen“, betonte Marcus Schaile.

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So erkennt man die Asiatische Tigermücke
Dirk Reichle erläuterte die charakteristischen Merkmale der Tigermücke. Auffällig sind insbesondere die weißen Streifen am untersten Beinpaar, wobei das fünfte Fußglied weiß gefärbt ist. Zudem besitzt die Mücke einen weißen, beschuppten Streifen auf dem Rücken. Im Kopfbereich sind die sogenannten Spurentaster ebenfalls weiß beschuppt.
Als bevorzugte Brutstätten dienen bereits kleinste Wasseransammlungen auf Privatgrundstücken. Besonders häufig finden sich Larven in Eimern, Regentonnen, Gießkannen oder anderen wasserführenden Behältern.

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Im Unterschied zur heimischen Rheinschnake weist die Tigermücke einen deutlich geringeren Bewegungsradius auf. „Die Rheinschnake hat einen Wandertrieb, die Tigermücke hingegen ist ein fauler Flieger“, erklärte Reichle. Gleichzeitig sei sie tagaktiv, äußerst aggressiv und steche mehrfach hintereinander.
Mehr als nur ein lästiger Plagegeist
Jestrabek ging auf die gesundheitlichen Risiken ein, die von der Asiatischen Tigermücke ausgehen. Die Art gelte als potenzieller Überträger von mehr als 20 verschiedenen Virenarten und halte sich bevorzugt in unmittelbarer Nähe menschlicher Behausungen auf.
„Sie sticht schnell, mehrfach und lebt direkt an den Häusern. Bei jedem Kontakt kann es zu einem Stich kommen“, erläuterte Jestrabek.
Besonders besorgniserregend sei die mögliche Übertragung tropischer Krankheiten wie Dengue-Fieber. Die Erkrankung gehe häufig mit hohem Fieber sowie starken Muskel- und Gliederschmerzen einher und könne in schweren Fällen lebensbedrohlich verlaufen.
Ein weiterer kritischer Punkt: Viren können in den Eiern der Tigermücke überdauern. Dadurch sind die Erreger in der Lage, den Winter zu überstehen und im Folgejahr erneut verbreitet zu werden.
Gleichzeitig mahnten die Experten zu einem sachlichen Umgang mit dem Thema. Die Situation müsse ernst genommen werden, dürfe jedoch keine Hysterie auslösen.

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Jeder kann helfen
Die Fachleute waren sich einig: Der wirksamste Schutz beginnt auf dem eigenen Grundstück. Regelmäßige Wasserwechsel, insbesondere bei Vogeltränken und Tiertränken, sollten mindestens einmal pro Woche erfolgen. Das Wasser sollte dabei stets auf einer Wiese oder einer Fläche entsorgt werden, auf der es versickern kann und niemals im Gully.
Empfohlen werden außerdem:
- Regentonnen sorgfältig abdichten, wobei Deckel direkt aufliegen müssen
- Gießkannen, Schubkarren und Eimer nach Gebrauch umdrehen
- Geräte trocken lagern
- Hohle Zaunpfähle und andere Hohlräume verschließen
- Mückennetze anbringen
- Abläufe frei halten
- Müllbeseitigungsaktionen durchführen, um Massenbrutstätten zu verhindern
Zusätzlich können sogenannte Bti-Tabletten zur biologischen Bekämpfung der Larven eingesetzt werden. Diese sind im Baumarkt oder über das Internet erhältlich und werden teilweise auch von Rathäusern ausgegeben.
Für die Wintermonate empfahlen die Experten, die Innenränder von Regentonnen mit 60 bis 70 Grad heißem Wasser gründlich auszuspülen und anschließend mit einer Bürste zu reinigen. Dadurch können abgelegte Eier und mögliche Nester beseitigt werden.

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Gemeinsam gegen die Tigermücke
Zum Abschluss der Veranstaltung appellierten die Verantwortlichen an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. „Wir sollten uns an die Maßnahmen gewöhnen und nicht an die Tigermücke“, betonte Artur Jöst. Auch die Kreisbeigeordnete Annette Kloos unterstrich die Bedeutung des gemeinschaftlichen Handelns: „Wir können alle einen Beitrag leisten.“
Weitere Informationen zur Asiatischen Tigermücke und zu Bekämpfungsmaßnahmen finden Interessierte auf der Internetseite der KABS unter www.kabsev.de.

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