
BAGSO-Vorsitzender Franz Müntefering, Harals Nier mit einer Teilnehmerin.
Foto: (c) bagso/claushallmann
Kreis Germersheim/Bonn – Auf besonderes Interesse stieß bei der Jahrestagung der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.“ (BAGSO) das Modellprojekt aus Germersheim „Gemeinsam älter werden – zuhause“.
Motto der Tagung war „Wie wollen wir morgen leben und was können wir dafür tun?“. Wissenschaftler, Politiker, Fachleute aus Kommunen und Seniorenbeauftragte aus dem gesamten Bundesgebiet kommen hier zusammen.
Im Mittelpunkt der Jahrestagung standen die Überlegungen, wie es bei der Alterung der Gesellschaft gelingen kann, in den Kommunen tragfähige Strukturen zu entwickeln, damit die Menschen auch im hohen Lebensalter und bei Pflegebedarf in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.
Kreis hat schon viel in Gang gesetzt
Dabei waren die bei der Tagung vorgestellten Lösungsansätzen aus dem Modellprojekt aus Germersheim „Gemeinsam älter werden – zuhause“ von besonderem Interesse.
Harald Nier (Kreisverwaltung zuständig für Pflegestrukturplanung) informierte die Tagungsteilnehmer, wie die Seniorenbeauftragten in immer mehr Gemeinden Nachbarschaftshilfe organisieren, Telefonringe zur täglichen Wohlauf-Meldung und Hilfsmittelbörsen einrichten.
Die Kreisverwaltung fördert den Austausch unter den Seniorenbeauftragten mit einem Netzwerk auf Kreisebene. Mit den Gemeindeverwaltungen wurden Bürgerversammlungen zum Thema „Älter werden im vertrauten Wohnquartier durchgeführt und konkrete Maßnahmen für die Pflege zuhause in Angriff genommen.
In Neuburg und Minfeld sind zwischenzeitlich sogar zwei Neubauprojekte für Wohn-Pflege-Gemeinschaften auf dem Weg zur Baugenehmigung.
Unter den Zuhörern war auch der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering. Landrat Dr. Fritz Brechtel freut sich: „Die positive Rückmeldung des Vorsitzenden Franz Müntefering und die Resonanz bei den Tagungsteilnehmern in Bonn zeigen uns, dass wir im Landkreis Germersheim auf dem richtigen Weg sind.“
Prof. Thomas Klie von der Evangelischen Fachhochschule Freiburg als international anerkannter Experte empfiehlt, Pflege und Sorge in den Gemeinden neu zu verorten.
Statt einem Angebotsdschungel aus unterschiedlichsten Einrichtungen und Diensten für Senioren komme es darauf an, in der jeweiligen Ortsgemeinde bürgerschaftliche Hilfen und professionelle häusliche Pflege miteinander zu einem tragfähigen Hilfenetz zu verbinden.
Aber auch der Aufbau von überschaubaren, dörflichen Wohn-Pflege-Gemeinschaften von jeweils acht bis zwölf Plätzen gehöre dazu. (red)

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