
Foto: Pfalz-Express
Kurz vor der geplanten Wiederöffnung der Schulen sind viele Klassenräume noch immer nicht mit einem mobilen Luftreinigungsgerät ausgestattet. Das zeigt eine Umfrage der „Welt am Sonntag“ unter den zehn einwohnerstärksten deutschen Städten.
Aus den Antworten geht hervor, dass bisher lediglich etwas mehr als 1.300 solcher Geräte gekauft wurden – für über 2.500 Schulen in diesen Städten. Mit den mobilen Luftreinigern können Coronaviren aus der Raumluft gefiltert werden.
Ein positives Beispiel ist Berlin: Neben den bisherigen 1.200 Geräten sollen bis Ostern 2.800 Stück gekauft werden. Weitere 3.500 sind für den Sommer geplant. Dortmund plant die Anschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte für 27 von insgesamt 154 städtischen Schulen. Köln hat zunächst 84 mobile Luftfilter für Räume bestellt, bei denen das Lüften nicht durch ausreichende Stoßlüftung oder eingebaute Lüftungsanlagen möglich sei. Städte wie Frankfurt oder Hamburg führen mobile Luftfilter nicht flächendeckend ein und überlasen es den Schulen teilweise in Eigenregie. Stuttgart testet mobile Luftfilter in einem Pilotprojekt. Andere planen zunächst keinen Einsatz von mobilen Luftfilteranlagen- darunter Essen, Leipzig oder München.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigt sich von der Zurückhaltung der Verantwortlichen enttäuscht. „Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass die Kommunen als Schulträger beherzter an das Thema Luftfilteranlagen herangehen und bereitstehende Gelder besser nutzen“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Die Luftfilter seien eine zusätzliche Maßnahme zur Verbesserung des Infektionsschutzes, wenn auch nicht das zentrale Instrument.
Die genaue Wirkung der mobilen Luftfiltergeräte ist noch nicht abschließend untersucht. Sie sind auch nicht die einzige technische Möglichkeit, die Luft zu reinigen. Einige Schulen haben bereits Lüftungssysteme, die sich teilweise mit Filtern nachrüsten lassen – darauf verweisen die Behörden Dortmund, Stuttgart und Köln. (dts Nachrichtenagentur)
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