Kandel – Eine Scheune und große Mengen an Brennholz fielen am Montagabend einem Brand in der Saarstraße zum Opfer.
Gegen 20:40 Uhr bemerkten Anwohner einen hellen Feuerschein in einem Hof auf der anderen Straßenseite. Nachdem sie die Feuerwehr verständigt hatten, brachen sie gemeinsam das massive Holztor auf und unternahmen eigenhändig Löschversuche, doch das massive Feuer und die enorme Hitzeentwicklung waren bereits zu stark.
Das Feuer bedrohte auch das Wohnhaus des Eigentümers und ein direkt an die Scheune angebautes Nachbarhaus. Dort hatte sich der Rauch bereits durchs Dach im Haus ausgebreitet; die Bewohner wurden durch ihre Rauchmelder gewarnt.
Etwa sieben Minuten später traf die Feuerwehr Kandel am Brandort ein. Bereits bei der Anfahrt waren die hoch schlagenden Flammen sichtbar.
Die Erkundung zeigte einen offenen Dachstuhlbrand in der als Holzlagerstätte genutzten Scheune, der sich auf die direkt anschließenden Wohnhäuser auszubreiten begann. Da zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar war, wie weit sich der Brand bereits ausgebreitet hatte, wurden umgehend die Feuerwehren aus Minfeld und Steinweiler mit weiteren Atemschutzgeräteträgern zur Unterstützung alarmiert.
Die Bewohner der Wohnhäuser hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Sicherheit gebracht. Somit konnte die Feuerwehr direkt damit beginnen, die gefährdeten Objekte mit mehreren Strahlrohren gegen das Feuer zu schützen. Gleichzeitig wurde über die Drehleiter ein Löschangriff aus der Luft heraus begonnen.
Durch diese Taktik gelang es, das Feuer binnen 10 Minuten soweit niederzuschlagen, dass keine akute Ausbreitungsgefahr durch Hitzestrahlung und offene Flammen mehr bestand.
Dennoch war noch nicht abzusehen, ob sich das Feuer nicht durch Spalten in die benachbarten Dachstühle gefressen hatte. „Eine zweite, ausführlichere Erkundung brachte zwar Entwarnung, zeigte aber auch, dass das Feuer nur wenige Minuten mehr gebraucht hätte, um auf den benachbarten Dachstuhl überzugreifen“, so der Wehrführer der Feuerwehr Kandel, Alexander Ditz.
Ein Feuerwehrmann zog sich eine Fußverletzungen zu; er wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, konnte es aber noch nachts wieder verlassen.
Kandeler Landwirte trugen zusammen mit der Feuerwehr in Handarbeit die Holzstapel ab, um an die Glutnester zu gelangen. Dazu hatte ein Landwirt einen stählernen Anhänger bereitgestellt, in den das Holz geworfen und abgelöscht werden konnte. Nach etwa einer halben Stunde war das Feuer unter Kontrolle.
Da absehbar war, dass das Ausräumen von Hand mit einem unverhältnismäßig hohen Zeit- und Personalaufwand verbunden wäre, wurde ein Bagger zur Einsatzstelle gebracht, mit dem die Holzlager ausgeräumt wurden.
Die Löscharbeiten zogen sich über sieben Stunden hin, bis mit der Wärmebildkamera keine Glutnester mehr gefunden werden konnten.
Die Pfalzwerke hatten den Strom des Straßenabschnittes abgestellt, da die offene Leitung eine Gefahr für die Einsatzkräfte, insbesondere für die Feuerwehrleute im Korb der Drehleiter bedeutete. Was die Ursache des Brands war, ist noch nicht bekannt.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Volker Poß, war ebenfalls vor Ort, informierte sich über die Lage und beriet sich mit der Einsatzleitung über eine eventuelle Unterbringung der Bewohner. Das war jedoch letztendlich nicht nötig.
Information
Die Feuerwehr Kandel war mit sieben Fahrzeugen und 35 Kräften im Einsatz und wurde von 15 Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen der Feuerwehren Minfeld und Steinweiler unterstützt.
Zur Eigensicherung war zunächst ein Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes vor Ort, der später von der Sanitätsbereitschaft des DRK-Ortsvereins Kandel abgelöst wurde.

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