Mittwoch, 23. Oktober 2019

Invasive Arten: Kalikokrebs bedroht heimische Gewässer – „Frisst alles, was ihm in die Quere kommt“

Kreisverwaltung: Maßnahmen gegen Ausbreitung darf nicht alleinige Sache der Landkreise werden

27. September 2019 | 3 Kommentare | Kategorie: Elsass Oberrhein Metropolregion, Kreis Germersheim, Nordbaden, Regional, Rhein-Pfalz-Kreis
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Der Kalikokrebs frisst sich durch durch die hiesigen Gewässer.
Foto: red

Kreis Germersheim/Pamina-Raum – Der Kalikokrebs (Orconectes immunis) beschäftigt derzeit die Behörden. Er besiedelt Gewässer auch im Landkreis Germersheim und im ganzen Pamina-Raum und breitet sich weiter aus.

In den Gewässern am Oberrhein findet der aus Nordamerika stammende Krebs durch die lehmigen Böden und die warmen Wassertemperaturen ideale Bedingungen vor.

Das Problem: Der Krebs steht derzeit noch nicht auf der Liste der invasiven Arten, obwohl er so ziemlich alle Kennzeichen dafür hat. Unter anderem sind das die enorme Reproduktionsrate, die Möglichkeit über Land zu wandern und das Überstehen von monatelangen Trocken- und Kältephasen durch den Bau von Wohnröhren, in die sich der Krebs zurückzieht.

Massenhafte Zerstörung

Uwe Meißner von der Unteren Naturschutzbehörde informierte darüber, dass es in befallenen Gewässern mit Massenvermehrung zu einer nahezu vollständigen Zerstörung der Vegetation, Amphibien- und Libellenbestände kommt, so dass der Kalikokrebs von Fachleuten als besonders invasiv angesehen wird. Auch die Fischfauna, zu der auch der Kalikokrebs gehört, leidet durch den Fraß auf den Laich.

Der Karlsruher Experte Alexander Herrmann zu NABU: „Er frisst alles, was ihm in die Quere kommt.“

„Erhebliche Gefahr“

„Aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde stellt die fortschreitende Ausbreitung des Kalikokrebses eine erhebliche Gefahr für die Artenvielfalt und den Naturhaushalt unserer gewässergeprägten Auen dar“, so Michael Braun, zuständiger Kreisbeigeordneter bei der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Landwirtschaft.“

Die Kreisverwaltung Germersheim habe die Landesregierung mit verschiedenen Schreiben auf die Problematik und die Notwendigkeit zur Ergreifung von Maßnahmen hingewiesen. „Da sich der Krebs leider nicht auf der EU-Liste der invasiven Arten (Unionsliste) befindet, wird eine rechtliche Verpflichtung seitens des Umweltministeriums jedoch nicht gesehen“, so Braun.

Das Land verweist auf das laufende Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Martens am Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, über das „Managementmaßnahmen“ des Kalikokrebses in Kleingewässern am Oberrhein entwickelt und evaluiert werden sollen.

Landkreise sollen zuständig werden

Im Ausschuss für Umwelt- und Landwirtschaft wurde auch über die von der Landesregierung geplante Änderung der Zuständigkeitsverordnung Naturschutz informiert, die unter anderem eine Verlagerung der Zuständigkeit im Bereich bei invasiven Arten auf die Landkreise vorsieht. „Diese Aufgabenübertragung sehen wir aufgrund der oft kreisübergreifenden Ausbreitung, der biologischen artspezifischen Besonderheiten mit komplexer Betroffenheitslage sowie des nicht absehbaren finanziellen und personellen Mehraufwands sehr kritisch“, so Braun.

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3 Kommentare auf "Invasive Arten: Kalikokrebs bedroht heimische Gewässer – „Frisst alles, was ihm in die Quere kommt“"

  1. Aufgewachte sagt:

    Nach rot-grüner Diktion muss man sagen: welcome here, du passt gut in unser Land, Kalikokrebs.

    • Danny G. sagt:

      Das Problem ist, dass der Krebs aus einem nicht Zeitgeist-konformen Land zu uns kommt.
      Wenn der Krebs aus Afrika, Westasien oder Zentralasien kommen würde, wäre er willkommen !
      Aber wenn sich ein Krebs aus Ländern, wie Nordamerika (USA), Brasilien oder Ungarn breitmachen will, wird sofort der Kampf gegen das rechte Krebsgeschwür aufgenommen.

      Aber mal im Ernst. Wenn das mit dem Klimawandel so kommt, wie es die 98% der Wissenschaftler behaupten und das Vieh auch Trockenheit übersteht und eventuell noch gut schmeckt, sollte man sich doch freuen, wenn auch die Fauna in Deutschland „bunter“ wird. Amerikanische Sumpfkrebse sind in Berlin eine Delikatesse. Google:“Berliner Hummer“

  2. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Aus dem Artikel spricht ekelhafter Rassismus. Es ist hier maximal erlaubt von erfreulicher Diversität zu reden!

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