Insheim – 100 Jahre stehen sie schon da, nun sollen sie gefällt werden: Vier prächtige Lindenbäume auf dem Insheimer Friedhof. Der Gemeinderat hatte die Fällung im September 2017 mehrheitlich beschlossen.
Der Plan von Gartenarchitekt Kurt Garrecht sieht vor, Urnenfeldgräber in der Nähe der Bäume anzulegen. Dazu soll auch ein betonierter Gehweg gebaut werden.
Für den Erhalt der Bäume hatte laut Sitzungsvorlage gesprochen, dass Baumreihen prägende Bestandteile des Friedhofs seien und der Bereich ohne die Linden „kahl“ wirke.
Wurzeleinfluss auf einen neuen Wegebelag könne jedoch nicht ausgeschlossen werden und für die Sicherheit (fallende Äste etc.) seien mittelfristig mehr Aufwendungen (Wuchsform) nötig. Das Resultat der Überlegungen: „Irgendwann müssen sie gefällt werden.“ Bei Neupflanzungen würde es dennoch über 20 Jahre dauern würde, bis wieder ein „Alleencharakrter“ entstehe, räumte der Rat ein.
Nach dem Plankonzept von Gartenarchitekt Garrecht wird demnach auf die bestehenden vier Linden verzichtet, um ein durchgängiges Durchgrünungskonzept durchzuführen. Es sollen neue Bäume gepflanzt und eine „schöne Friedhofsstruktur geschaffen“ werden. Die voraussichtlichen Kosten betragen rund 187.000 Euro.
Bürger wollen sich wehren
In Insheim hat sich nun eine Interessengemeinschaft gebildet, die die Fällung der vier Linden verhindern will.
Als ersten Schritt hat die Interessengemeinschaft einen Förster vom Naturschutzverband Südpfalz hinzugezogen, der die Bäume begutachtet hat. Seiner Meinung nach sei es ein „Frevel“, die Linden zu fällen. Selbst bei einem vom Rat als „krank“ eingeschätzten Baum könnte man noch etwas tun, so die Ansicht des Försters.
Zeit, etwas gegen die Fällung zu unternehmen, hat die Interessengemeinschaft nur bis Ende September diesen Jahres.
Demnächst soll es von der Interessengemeinschaft eine Flyer-Aktion geben, um die Insheimer Bürger auf den Ratsbeschluss und die drohende Gefahr für die Linden aufmerksam zu machen. Mitstreiter sind jederzeit willkommen. (red/cli)
Kontakt: Inge Gütermann
Telefon: 06341/88746
E-Mail: nguetermann@gmail.com

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Das kann doch nicht wahr sein. Ist das auch kein Schreibfehler? Wieviel Bäume in der Region haben wir denn, die so alt sind? Das ist doch ein Highlight! Aber wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung, die eine unselige Geschichtsvergessenheit und Wertenegierung mit sich bringt. Der Friedhof sieht mit den Linden richtig gut aus. Vielleicht kann PEX das etwas näher beleuchten? Im Grunde klingt das nach einer interessanten Fernseh- Story für den SWR.
Den Bürgern ist es zu wünschen, daß ihre gewählten Vertreter und auch der Planer die 100 Jahre alten Bäume, falls sie gesund sind, als das erkennen was sie sind – ein Naturdenkmal, das gepflegt und gehegt werden muss, um es als Park für zukünftige Generationen zu erhalten.
In Parks und auch auf Friedhöfen sind betonierte Wege nicht erforderlich.
Die 4 Linden verbrauchen im Jahr ca.18250 Kg Kohlendioxid. Damit tragen sie einen Teil zur Reduzierung einer Ursache für den Klimawandel bei. (Siehe Ozonloch). Mag die Wirkung von 4 Linden in der Sauerstoffproduktion (40-60 kg täglich) und der CO2-Reduzierung im klimatischen Gesamtzusammenhang gering erscheinen, so ist doch von entscheidender Bedeutung, dass die Menschen sensibel für solche Fragen werden und an ihrem Platz entsprechend handeln. Vielleicht eine Vision: Nur wenn die Menschen weltweit auf eine kommende Klimakatastrophe, die renommierte Wissenschaftler voraussagen, gemeinsam verantwortungsvoll reagieren, kann sich etwas ändern. 4 Linden in Insheim fällen, vier im nächsten Dorf, in Deutschland ergibt das einen Wald. Das hat Einfluss auf unser Klima. –