Montag, 26. Oktober 2020

IGS Wörth: Lehrerinnen Follenius und Steinbrecher gehen in den Ruhestand

2. Juli 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim

Moni Follenius wird vom Schulleiter verabschiedet…
Fotos: v. privat

Wörth – „Ich war mit Leib und Seele Lehrerin, freue mich aber jetzt auch auf mehr Zeit für meine zweite Leidenschaft, das Malen“, sagt Monika Follenius, die an der IGS Wörth als eine von zwei Lehrerinnen in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Die 65-jährige Landauerein besuchte dort von 1960 bis 1964 die Volksschule, ehe sie an das Neusprachliche Gymnasium wechselte, wo sie im April 1972 das Abitur ablegte. Im Wintersemester begann sie ihr Studium zum Lehramt an Grund- und Hauptschulen an der damaligen EWH, Abteilung Landau, das sie mit dem Ersten Staatsexamen in den Fächern Mathematik und Kunst 1975 beendete.

Zunächst arbeitete sie als Lehrerin von Januar bis Juli 1976 am Trifels- Gymnasium Annweiler, bevor sie im Schuljahr 1976/77 als Lehramtsanwärterin ans Studienseminar Neuwied kam. An der Hauptschule Puderbach (Westerwald) fand ihre erfolgreiche Prüfung zum Zweiten Staatsexamen im Januar 1978 statt. Zu diesem Zeitpunkt war es schwierig eine Anstellung im Schuldienst zu bekommen und sie nahm eine halbjährliche Beschäftigung bei der Bundespost an.

Im Schuljahr 1978/79 erhielt sie einen Angestellten-Vertrag am Eduard-Spranger-Gymnasium Landau. Im Februar 1979 ging es an die Hauptschule Rheinzabern, von wo aus sie auch zeitweise an die Hauptschule Wörth abgeordnet wurde. Es folgten Tätigkeiten an den Grundschulen Jockgrim und Ottersheim – inzwischen schon länger verbeamtet. Dabei verbrachte sie auch vier Sabbatjahre, um Zeit für ihre künstlerische Tätigkeit zu haben.

Nach ihrem letzten Sabbatjahr wollte sie nicht mehr an eine Grundschule zurück kehren. So wurde sie im Schuljahr 2005/06 an die damalige Regionale Schule Wörth und später an die jetzige IGS versetzt. Im Dezember 2015 konnte sie ihr 40-jähriges Dienstjubiläum feiern.

„Den Wechsel von der Grundschule wieder zur Hauptschule beziehungsweise dann Regionalen Schule habe ich zu spät vollzogen“, meint Follenius im Nachhinein. „Die älteren Schüler haben mir mehr Spaß gemacht. Vor allem deren Entwicklung von der 5. bis zur 9./10.Klasse oder noch weiter mit zu verfolgen war für mich sehr interessant .In der Grundschule hatte ich immer 3. Und 4.Klassen. Hier hat mir allerdings der Sportunterricht riesigen Spaß gemacht. In den weiterführenden Schulen war dagegen der Kunstunterricht mit Kunstgeschichte  viel anspruchsvoller.“

Von großer Bedeutung war für Follenius die Teamarbeit erst in der Regionalen Schule, aber dann vor allem in der IGS mit den 8-er-Lehrer-Teams. „Hier wurde total parallel und gemeinsam gearbeitet. Dabei konnten Schüler gefördert werden, bei denen man anfangs nie erwartet hatte, dass sie zum Abitur gelangen – die so genannten Spätzünder“, sagt sie sehr euphorisch. Damit richtet sie auch ein großes Lob an ihre Kollegen. „Deshalb ist für mich die IGS auch die Traum-Schule.“

Die engagierte Lehrerin wurde auch bisweilen fachfremd eingesetzt. Lange Jahre war sie Vorsitzende der Fachkonferenz Kunst. So nahm sie auch an vielen Wettbewerben wie u.a. dem Europa-Wettbewerb teil. Die letzten drei Jahre war sie auch Vorsitzende des Personalrates.

„In Zukunft habe ich endlich wieder Zeit zum Malen, wozu ich in den letzten Jahren kaum noch gekommen bin“, sagt die in der Region wohl bekannte Künstlerin, die schon etliche Ausstellungen hinter sich hat. Zudem möchte sie auch wieder mehr Sport (Schwimmen, Fitness-Studio) treiben und Fahrradtouren unternehmen. „Und natürlich möchte ich noch eine Zeit lang an den beliebten mehrtägigen Kollegiums-Ausflügen, an denen auch zahlreiche ehemalige Kollegen dabei sind, teilnehmen.“

Die zweite Lehrerin, die am Freitag in den Ruhestand geht, ist die in Flensburg geborene 66-jährige Heidi Steinbrecher. Sie machte ihr Abitur in Mönchen-Gladbach und studierte in Aachen und Mannheim Französisch und Geographie für das Lehramt an Realschulen. Ihr Referendariat absolvierte sie in Kaiserslautern.

…ebenso Heidi Steinbrecher.

Ihre erste Anstellung bekam sie an der Realschule in Kandel, nachdem ihr Wohnort inzwischen in Karlsruhe war. Ihr Sohn wurde 1979 geboren. Aufgrund seiner schweren Krankheit musste sie für 19 Jahre den Schuldienst quittieren. Sie machte eine Ausbildung als Dialyseschwester um ihren Sohn zu pflegen, der 2001 verstarb. „In dieser langen Zeit gab ich Nachhilfestunden, um die Praxis noch etwas aufrecht zu erhalten. Zudem absolvierte ich verschiedene Ausbildungen in NLP, einer Form des Mentaltrainings, wo ich den zweifachen Master erwarb“, erzählt sie etwas angespannt.

Sie kam dann wieder 2001 in den Schuldienst an der Realschule Edigheim, wo sie Französisch, Englisch und Geographie unterrichtete. Nach neun Jahren täglichen Fahrens von Karlsruhe nach Ludwigshafen stellte Steinbrecher einen Versetzungsantrag und kam 2010 an die gerade neu installierte IGS in Wörth. Hier unterrichtete sie Französisch, Englisch, Deutsch und BK. Sie war von Anfang an bis vor drei Jahren Personalratsvorsitzende, zwischendurch auch Vertrauenslehrerin und auch Vorsitzende der Fachkonferenz Französisch.

Nachdem sie ihre Dienstzeit schon zweimal verlängert hat, will sie sich jetzt im Ruhestand ihrem Hobby, dem Fotografieren widmen, psychologische Beratungen durchführen und vor allem Texte schreiben. Wenn die Möglichkeit besteht, würde sie gerne auch für eine Tageszeitung als freie Mitarbeiterin arbeiten.

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