
Fotos über Stadt Hagenbach
Hagenbach – Am Volkstrauertag versammelten sich die Bürger auf dem alten Friedhof, um sich der Menschen zu gedenken, die in Deutschland und weltweit Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind.
Die Gedenkstunde wurde musikalisch begleitet vom Musikverein Rheingold und dem Gesangverein Eintracht mit Unterstützung des GV Frohsinn. Eine Abordnung der Reservistenkameradschaft Bienwald war für eine würdige Mitgestaltung dabei. Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer hielt die Gedenkrede.
„Seit 100 Jahren und sieben Tagen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und 73 Jahren und 77 Tagen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden die Zeitzeugen immer weniger, beziehungsweise ganz fehlen. Da schweigen Stimmen, die aus erster Hand über die Gräuel und Grausamkeiten des Krieges berichten und aktiv und mit Leidenschaft dafür eingestanden sind, dass es in Deutschland und weltweit keine Alternative zu Frieden gibt, geben darf“, sagte Scherrer.
Die Lebensberichte von Vater oder Großvater als Wissensvermittlung aus persönlicher Erfahrung für junge Menschen seien verschwunden. Heutige Jugendliche erlebten die Zeit nur noch in Form „wissenschaftlich abstrakter Historikertexte“ aus Schulbüchern.
Scherrer weiter: „Wir gedenken heute der unzähligen Männer, Frauen und Kinder, der Soldaten und der Zivilisten, die während der beiden Weltkriege und des NS-Unrechtregimes Opfer von Schlachten und Bombenhagel, von Völkermord und Rassenwahn, von Terror und Vertreibung wurden. Und wir denken an die Menschen, die in unserer Zeit Opfer von Kriegen und Bürgerkriegen, von Terroranschlägen und Vertreibung werden; wir denken an die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die ihr Leben bei Auslandseinsätzen verloren. Auch jetzt, in dieser Stunde, in der wir uns zu einem stillen Gedenken versammeln, wird anderswo geschossen, geplündert, vergewaltigt.“
Angesichts so vieler Gräben und Konflikte in aller Welt müssten alle Anstrengungen verstärkt werden, Frieden, Demokratie und Menschenrechte durchzusetzen und zu verteidigen, warnte der Bürgermeister.
Die Vergangenheit wiederhole sich nicht. „Was sich aber wiederholt, sind menschliche Verhaltensweisen – im Guten wie im Bösen. Individuelles Leid, individuelle Schuld, persönliche Schicksale – seien sie auch Teil der Vergangenheit – berühren auch junge Menschen“, so Scherrer. „Aus den Geschehnissen und Verhaltensmustern von einst erkennen und fühlen sie die Notwendigkeit, mit größtmöglichem Einsatz heute die verhängnisvollen Mechanismen der Vergangenheit vermeiden zu helfen. Und zwar gleichgültig, welcher Ethnie, Nation oder Religion sie angehören.“
Nach dem Totengedenken durch Christian Hutter fand dann mit Beteiligung der Fahnenabordnung der Reservistenkameradschaft Bienwald und unter den Klängen von „Ich hatte einen Kameraden“ die Kranzniederlegung statt. (ms/red)



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Es wäre schön, wenn man aus der Vergangenheit gelernt hätte!…
Hauptsache, Kränze niedergelegt! Wenn diese Menschen nicht alle umsonst gestorben sein sollen, müssen wir aus der Geschichte lernen!