Freitag 15.Mai 2026

Grundschulen in Ramberg und Eußerthal: Heftige Diskussionen um mögliche Bündelung in Albersweiler – VG Annweiler legt Sachstand zum Prüfverfahren vor

28. April 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

KI-Foto: Pfalz-Express

VG Annweiler – In der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels wird derzeit geprüft, ob die Grundschulstandorte in Ramberg mit Außenstelle Eußerthal sowie in Albersweiler künftig an einem Standort zusammengeführt werden sollen.

Eine solche „Bündelung“ würde in der Praxis bedeuten, dass die Schulen in Ramberg und Eußerthal als eigenständige Standorte aufgegeben und die Schüler künftig zentral in Albersweiler unterrichtet würden. Eine Entscheidung darüber ist jedoch noch nicht gefallen. Vor einigen Tagen hatten in Eußerthal Eltern und Schüler am Rande der Gemeinderatsitzung gegen eine mögliche Zusammenlegung – sprich Schließung ihrer Dorfschule – protestiert. 

Aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion hat die Verbandsgemeindeverwaltung den Sachstand des laufenden Prüfverfahrens nun ausführlich dargestellt und eingeordnet.

Hintergrund der Debatte ist eine veränderte Gesamtsituation, die sich insbesondere Ende 2025 ergeben hat. Neben steigenden Anforderungen an die schulische Infrastruktur und die pädagogischen Rahmenbedingungen betrifft dies vor allem die angespannte Situation im Bereich der Kindertagesstätten in Ramberg und Eußerthal. Diese Entwicklungen machen nach Ansicht der Verwaltung eine ergebnisoffene Prüfung erforderlich.

Eine Entscheidung ist laut Verwaltung jedoch noch nicht gefallen, es handele sich ausdrücklich um ein laufendes Prüfverfahren, so die Verwaltung. 

Worum es aktuell geht

Der Verbandsgemeinderat hatte im Oktober 2025 beschlossen, die Verwaltung mit einer ergebnisoffenen Prüfung zu beauftragen. Eine Entscheidung über Schließungen oder Zusammenlegungen sei damit nicht verbunden gewesen, betont die Verwaltung.

In der Sitzung im März 2026 wurde der Auftrag bestätigt und konkretisiert. Ziel ist eine Entscheidungsgrundlage für die Politik.

Albersweiler als möglicher Standort im Gespräch

Im Rahmen der Prüfung wurden die baulichen Voraussetzungen der Standorte untersucht. Nach aktuellem Stand kommt aus baulicher Sicht der Standort Albersweiler für eine mögliche Bündelung in Betracht. Begründet wird dies mit Grundstücksgröße, Erweiterungsmöglichkeiten und grundsätzlicher Eignung.

Auch fachliche Einschätzungen von Schulaufsicht und Schulleitungen spielen eine Rolle. Dort werden Vorteile einer Zusammenlegung gesehen, etwa stabilere Klassenstrukturen, verlässlichere Vertretungen und bessere Möglichkeiten für Ganztagsangebote.

Kritik aus der Bürgerschaft – Verwaltung widerspricht Vorwürfen

Ein offener Brief aus der Bevölkerung hatte die Diskussion zuletzt verstärkt. Die Verwaltung betont, dass die Sorgen ernst genommen werden, weist jedoch den Eindruck zurück, es gebe bereits eine Vorentscheidung.

„Zu keinem Zeitpunkt wurde eine Entscheidung über die Schließung von Schulstandorten getroffen“, stellt die Verwaltung klar. Das Verfahren befinde sich weiterhin in einer frühen Prüfphase. Ein erstes Gespräch mit Elternvertretern ist bereits terminiert.

Bauliche Situation und Prüfungen

Einige Kritikpunkte aus dem offenen Brief weist die Verwaltung zurück. So sei am Standort Albersweiler bereits ein barrierefreier Zugang zu zwei Klassenräumen vorhanden. Auch ein Sanierungsstau bestehe dort nicht, da zentrale Gebäude in den vergangenen Jahren modernisiert wurden.

Gleichzeitig seien weitere Detailprüfungen notwendig, etwa zu Flächenbedarf und Ganztagsangeboten.

Ganztagsschule gewinnt an Bedeutung

Ein weiterer Schwerpunkt ist der kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026/27.

Die Verwaltung unterscheidet zwischen Ganztagsschule und kommunaler Betreuung: Die Ganztagsschule sei ein pädagogisches Angebot mit Konzept und Fachpersonal, während die kommunale Betreuung vor allem Aufsicht außerhalb des Unterrichts leiste.

Die Ganztagsschule sei kostenfrei, werde vom Land personell getragen und beinhalte einen Beförderungsanspruch. Die kommunale Betreuung sei kostenpflichtig und enthalte keinen Beförderungsanspruch.

Für die Standorte liegen bereits konkrete Anmeldezahlen vor: Ramberg/Eußerthal 19 bzw. 15 Anmeldungen, Albersweiler 13 bzw. 24 Anmeldungen.

Stellungnahme des Bürgermeisters

Bürgermeister Christian Burkhart betont, dass das Verfahren weiterhin offen sei und keine Entscheidung getroffen wurde. Ziel sei eine Lösung, die pädagogische, organisatorische und finanzielle Aspekte berücksichtigt.

Zugleich berichtet er von Rückmeldungen zu möglichen Einflussversuchen im Umfeld der Diskussion. Wörtlich erklärt er:

„Bedauerlicherweise muss ich feststellen, dass mir drei Rückmeldungen von Einwohnern aus den betroffenen Gemeinden hinsichtlich massiver Beeinflussungsversuche durch Personen mit grundsätzlich ablehnender Haltung gegenüber einer Zusammenlegung oder Schließung der Schulstandorte vorliegen. In zwei Fällen sind mir die Namen der Einwohner bekannt. Die dritte Beschwerde wurde mir im Zusammenhang mit der Kita-Untersuchung anonym zugeleitet. Unredliche Versuche der Einflussnahme verurteile ich entschieden. In einer offenen und respektvollen Diskussion ist kein Platz für Einschüchterungen und Druck auf Menschen vor Ort.“

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