Mittwoch 14.Oktober 2026

Spezialkräfte-Einsatz in Rülzheim: Internationaler Geheimdienst-Fall

14. Oktober 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim
Polizeibeamter mit Schusswaffe

Symbolbild: Pfalz-Express

Rülzheim – Spezialeinheiten in der Mittleren Ortsstraße und an einer Villa in der Kuhardter Straße: Hinter  spektakulären Polizeieinsätzen am Dienstag (13. Oktober 2026) in Rülzheim steckt ein brisanter internationaler Fall. Zwei Männer sollen für einen ausländischen Geheimdienst einen Brandanschlag in Polen verübt haben. 

Den Zusammenhang bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage von André Braselmann, Betreiber des Portals Südpfalzreporter. Er hatte die Spezialeinheiten vor Ort beobachtet und bei den Behörden nach den Hintergründen gefragt.

Keine Verbindung zu den Drogenermittlungen

Zunächst lag die Vermutung nahe, die Einsätze könnten mit den umfangreichen Drogenermittlungen im Kreis Germersheim zusammenhängen. Darüber hatte der Pfalz-Express bereits berichtet. Doch sowohl das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz als auch das Polizeipräsidium Rheinpfalz verneinten eine Verbindung und verwiesen ihn an die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz.

Deren Sprecher, Oberstaatsanwalt Carsten Krick, bestätigte daraufhin schriftlich: Die Einsätze in Rülzheim gehörten zu den Maßnahmen, über die die Generalstaatsanwaltschaften Stuttgart und Koblenz und die beiden Landeskriminalämter am Dienstag gemeinsam informiert hatten.

Zwei Männer sollen für einen Geheimdienst Feuer gelegt haben

Der Vorwurf ist schwerwiegend: Zwei türkische Staatsangehörige sollen am 23. September 2026 für einen ausländischen Geheimdienst einen Brandanschlag auf ein Terminal eines Satelliteninternetdienstes in Polen verübt haben. Welcher Geheimdienst dahinterstecken soll, nennen die Behörden in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung nicht.

Auf Ersuchen Polens nahmen deutsche Ermittler die beiden Männer bereits am Montagnachmittag, 12. Oktober, in der Bahnhofstraße in Nürtingen fest. Am folgenden Tag wurden sie dem Ermittlungsrichter des dortigen Amtsgerichts vorgeführt. Er eröffnete ihnen die Europäischen Haftbefehle aus Polen und ordnete an, die Männer in Haft zu halten.

Zu den Ermittlungen gehörten auch richterliche Durchsuchungsbeschlüsse gegen die beiden Männer und für Anschriften weiterer Personen. Neben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren weitere Bundesländer von den Maßnahmen betroffen.

Was suchten die Ermittler in Rülzheim?

Welche Spur die Polizei konkret zu den Rülzheimer Adressen führte, bleibt offen. Die Generalstaatsanwaltschaften der Länder teilte nicht mit, gegen wen sich die dortigen Maßnahmen richteten, was die Beamten suchten und ob sie etwas sicherstellten. Auch mögliche Festnahmen in Rülzheim bestätigte sie nicht.

Damit ist zwar der internationale Hintergrund der Einsätze geklärt. Welche Rolle die betroffenen Personen und Gebäude in Rülzheim in dem Verfahren spielen, ist bislang jedoch nicht bekannt.

Über die Zulässigkeit einer Auslieferung der beiden in Nürtingen festgenommenen Männer an Polen müssen die zuständigen Oberlandesgerichte entscheiden.

Gefällt Ihnen unsere Zeitung?

Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.

⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Zur Startseite

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentare sind geschlossen