Dienstag 13.Oktober 2026

Großjagd im Pfälzerwald: 177 Wildschweine erlegt – Schwarzkittel bedrohen Felder und Gärten

5. Dezember 2025 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Symbolbild: Pfalz-Express

SÜW – Im Pfälzerwald rund um Annweiler, Eußerthal, Dernbach und Ramberg haben vor wenigen Tagen zwei groß angelegte Jagden stattgefunden.

Hintergrund war der aktuell sehr hohe Wildschweinbestand in der Region, der zunehmend Schäden in Wald, Flur, Streuobstwiesen, Weinbergen und sogar in Gärten und Wohngebieten verursacht. Auch auf Straßen kommt es immer häufiger zu gefährlichen Begegnungen.

„Ein Überbestand an Schwarzwild ist nicht nur für die Landwirtschaft problematisch, sondern auch aus Gründen der Tierseuchenprävention zu reduzieren“, erklärt Kreisjagdmeister Jörg Sigmund.

Viele Tiere erlegt

An der Großjagd Ende vergangener Woche beteiligten sich zehn Jagdbezirke mit rund 300 Jägern. Zahlreiche Helfer fungierten als Treiber, unterstützt von Dutzenden Hunden. Am Ende des Tages konnten 90 Wildschweine erlegt werden. Bereits wenige Tage zuvor waren bei einer ähnlichen Jagd zwischen Annweiler und Eußerthal in sieben Jagdbezirken 87 Tiere zur Strecke gebracht worden.

Sigmund erläutert die Gründe für die Zunahme der Wildschweinpopulation: Viele Rotten seien in diesem Jahr in die Kastanienwälder ausgewichen, weil in den sogenannten Hinterwäldern das natürliche Futterangebot bei Buchen und Eichen gering war. Dadurch seien die Tiere auch auf Wiesen und in Wohngebieten unterwegs.

Das Jagen in der Nähe von Wohnhäusern sei besonders anspruchsvoll und riskant. „Bei der großen Jagd Ende vergangener Woche haben wir bei Ramberg mehrere starke Keiler in Brombeerhecken direkt hinter Wohngebäuden angetroffen“, berichtet Sigmund. „Diese Tiere lassen sich nur ungern aus ihrem sicheren Versteck treiben. Mit zuverlässigen Jagdhunden, die zum Glück unverletzt blieben, konnten wir die Schwarzkittel schließlich stellen.“

Mit dem Ergebnis der Jagd zeigt sich Sigmund zufrieden. Er hofft, dass Landwirte und Gartenbesitzer künftig weniger Schäden beklagen müssen. Zudem kann das Wildbret für die Gastronomie und private Verbraucher genutzt werden.

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