Montag, 06. Dezember 2021

Gesundheitsamtsleiter Jestrabek: Sind mitten in Corona-Abwehrschlacht – Impfung kein Drachenblut-Bad

18. November 2021 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Screenshot Pfalz-Express

Kreis Germersheim – Einen eindringlichen Appell hat der Leiter des Gesundheitsamts im Kreis Germersheim, Dr. Christian Jestrabek, bei der Sondersitzung des Kreisausschusses am 16. November (wir berichteten) ausgesprochen und die Corona-Lage im Kreis mit Zahlen unterlegt.

Dabei wurde klar, wie ernst die Lage ist (siehe auch Kurven-Grafiken unten). So sei zum Beispiel eine Kontaktnachverfolgung wegen der explodierenden Zahlen gar nicht mehr möglich. „Das schaffen die Gesundheitsämter nicht mehr“, sagte er.

In den beiden Kliniken im Kreis lagen (Stand 14. November 2021) 21 Corona-Patienten. Neun davon sind geimpft, 12 ungeimpft. Von den Ungeimpften lagen/liegen vier auf der Intensivstation, zwei davon müssen beatmet werden. Der Altersdurchschnitt liege bei 66,2 Jahren, so Jestrabek. Man habe jetzt schon eine höhere Fallzahl von Erkrankten als zuvor, aber bislang keine höhere Fallzahl an Todesfällen.

Aber wie kann es sein, dass die Pandemie so an Fahrt aufgenommen hat, obwohl etwa zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind?  „Die Impfung ist medial komplett überschätzt“, sagt Jestrabek dazu. Man bade nicht in Drachenblut (Jestrabek nahm Bezug auf die Nibelungen-Sage) und sei dann komplett unverletzlich.

Eine Erkrankung hänge von vielen Faktoren ab. So sei die Impfung optimiert auf den Wuhan-Erreger. Die Mutation habe dazu geführt, dass es keine hundertprozentige Abdeckung gebe. „Delta deutlich infektiöser und kommt auch vermehrt in der Nase vor.“

Ein weiterer Faktor ist, wie oft ein Erreger in einer Bevölkerung kursiert. „Bei Corona ist das hunderttausendfach der Fall. Wir werden permanent damit beschossen.“ Auch die Immunität sei bei Corona kein Faktor auf Lebenszeit. „Länger zurückliegende Impfungen verlieren ihren Immunschutz. Das muss jedem immer wieder klar werden.“

Mit drastischen Worten appellierte Jestrabek auch daran, die Hygienevorschriften und genügend Abstand einzuhalten und sich impfen zu lassen. „Wir befinden uns mitten in einer Abwehrschlacht gegen die Pandemie. Andere Wenn wir abwarten, bis die Intensivstationen volllaufen, ist es zu spät. Dann ist die Pandemie in voller Ausbreitung da.“ (cli)

 

 

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