Sonntag 19.Juli 2026

Germersheim: Kampf gegen Tapinoma magnum wird mit Nematoden ausgeweitet

18. Juni 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim

Thomas Schuler und Bürgermeister Marcus Schaile vor Ort bei der Bekämpfung der Ameisen.
Foto: über Stadt Germersheim

Die Stadt Germersheim verschärft ihren Kampf gegen die invasive Ameisenart Tapinoma magnum. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameise breitet sich stark aus, verdrängt heimische Arten und dringt in Siedlungsbereiche ein, wo sie unter anderem Häuser, Wege und Terrassen besiedelt und beschädigt.

Nachdem im Jahr 2025 in Germersheim schon umfangreiche Maßnahmen umgesetzt worden waren, wird die Bekämpfung auch 2026 konsequent fortgeführt und um eine weitere biologische Methode ergänzt.

Im vergangenen Jahr standen vor allem der Einsatz eines Heißwassergeräts, die großflächige Ausbringung von Kieselgur sowie die Zusammenarbeit mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer im Mittelpunkt. Betroffenen Bürgern wurde zudem empfohlen, ebenfalls einen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen, um die Ausbreitung der Ameisen wirksam einzudämmen.

Neue biologische Methode: Nematoden

Neu hinzu kommt in diesem Jahr der Einsatz von Nematoden. Dabei handelt es sich um winzige, natürlich vorkommende Fadenwürmer, die in Wasser aufgelöst und gezielt in Ameisennester eingebracht oder auch flächig ausgebracht werden können. Die Nematoden greifen die Entwicklungsstadien der Ameisen an, indem sie deren Eier als Nahrungsquelle nutzen und so zur Verringerung der Population beitragen.

Unbedenklich für Mensch und Tier

Die eingesetzte Nematodenart wurde speziell für die Ameisenbekämpfung gezüchtet und ist für Menschen, Haustiere sowie andere Wirbeltiere völlig ungefährlich. Zudem kommen Nematoden natürlicherweise im Boden vor und zählen zu den individuenreichsten Gruppen unter den vielzelligen Tieren.

Voraussetzungen für die Anwendung

Für eine erfolgreiche Anwendung müssen allerdings einige Rahmenbedingungen erfüllt sein. Die als Pulver gelieferten Nematoden sind nur begrenzt haltbar und sollten ausschließlich bei geeigneten Temperaturbedingungen ausgebracht werden, im vorliegenden Fall bei Bodentemperaturen unter 32 Grad Celsius. Nach der Ausbringung ist es zudem wichtig, das behandelte Erdreich für etwa zwei Wochen ausreichend feucht zu halten, damit die Nematoden ihre Wirkung optimal entfalten können.

Günstige Wetterphase für Start genutzt

Da die Temperaturen in dieser Woche noch kurzfristig geeignete Bedingungen boten, wurde mit der Ausbringung rechtzeitig begonnen, bevor die erwartete Hitzewelle mit deutlich über 35 Grad einsetzt.

Einfache Anwendung auch für Privatpersonen

Ein weiterer Vorteil dieser Methode besteht darin, dass für den Einsatz von Nematoden weder besondere Qualifikationen noch Sachkundenachweise oder Schulungen erforderlich sind. Auch Privatpersonen können die Behandlung problemlos selbst durchführen. Entsprechende Produkte sind über Fachhändler und Online-Shops frei erhältlich.

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