Mittwoch, 23. September 2020

Germersheim: Coronavirus-Evakuierte leben sich in Quarantäne ein – bislang kein neuer Verdachtsfall

3. Februar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

V.li.: Belagert von der Presse: Landrat Dr. Fritz Brechtel, DRK-Pressesprecher Dr. Kai Kranich und Germersheims Erster Beigeordneter Dr. Sascha Hofmann.
Fotos und Video: Pfalz-Express/Licht

Germersheim – In der Südpfalz-Kaserne in Germersheim geht im Gebäude 4, in dem die China-Rückkehrer untergebracht sind, alles seinen Gang.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China hatte eine Maschine der deutschen Luftwaffe am Wochenende 126 Menschen aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei ausgeflogen.

Elf kamen bei der Ankunft in die Frankfurter Uniklinik, allerdings wurde nur eine Person als infektionsgefährdet angesehen. Die restlichen Rückkehrer wurden am Samstagabend nach Germersheim gebracht, wo am Tag nach der Ankunft zwei Infizierte festgestellt und wieder zurück nach Frankfurt gebracht wurden.

Tägliche Checks

Die Evakuierten in der Kaserne würden täglich untersucht, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz vor dem Kasernentor. „Alle 120 Personen werden durchgeprobt.“

Rachenabstriche werden dann mit einem Kurier ins Landesuntersuchungsamt nach Koblenz geschickt. Die freiwillig mit in Quarantäne gegangenen ehrenamtlichen Helfer des DRK und ein Arzt messen auch jeden Tag Fieber. Sobald nur die geringsten Krankheitsanzeigen bei einer Person auftreten, wird sie von den anderen isoliert.

Die Rückkehrer sind insgesamt vier Gruppen eingeteilt worden, die über die gesamte Quarantänezeit unter sich bleiben. Sollte es wider Erwarten bei einer Person zu einem Virusnachweis kommen, beginnt die Quarantänezeit von Neuem und dauert ab diesem Zeitpunkt wieder 14 Tage. Durch die Gruppenbildung sind die anderen Gruppen dann von dieser Maßnahme nicht betroffen und könnten nach Ende ihrer Quarantänezeit nach Hause gehen, so Brechtel. Einen neuen Verdachtsfall gebe es bislang jedoch nicht. Die neuesten Laborergebnisse werden am Dienstagnachmittag erwartet.

Stimmung ist gut

Die Stimmung unter den Evakuierten sei „gut und freundlich“, sagte Dr. Kai Kranich von der Kommunikationsabteilung des DRK. Die Helfer versuchten auch, die Menschen zu beschäftigen, damit kein Lagerkoller aufkomme. Außerdem gebe es eine Bücherei und einen Kiosk. Die Hygieneregeln würden streng eingehalten (siehe Video).

Germersheimer gelassener

Auch die Bevölkerung werde nach der ersten Aufregung wieder gelassener, berichtete der Erste Beigeordnete der Stadt, Dr. Sascha Hofmann. Einen Mundschutz hält er für nicht nötig, auch wenn diese in den Apotheken ausverkauft seien. Es selbst habe jedenfalls keinen, sagte er. (cli)



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