
V. li.: Neuer Kommandeur Martin Hess, Brigadegeneral Michael Gschoßmann, ehemaliger Kommandeur Maximilian Olboeter.
Fotos: Pfalz-Express/Licht – Fotogalerie am Textende
Germersheim: Wechsel an der Spitze des Luftwaffenausbildungsbataillons: Am Mittwoch übergab der Kommandeur „Bodengebundene Verbände“ im Luftwaffentruppenkommando, Brigadegeneral Michael Gschoßmann, in der Südpfalz-Kaserne das Kommando von Oberstleutnant Maximilian Olboeter an dessen Nachfolger Oberstleutnant Martin Hess.
Rund 750 Soldaten waren zum militärischen Zeremoniell angetreten, um ihren alten Kommandeur zu verabschieden und den neuen zu begrüßen. Souverän durchgeführt hatte Zeremonie Olboeters Stellvertreter Major Patrick Ehret.
Nach zweieinhalb Jahren, in denen Olboeter das Luftwaffenausbildungsbataillon geführt hat, war in seiner Abschiedsrede durchaus Wehmut zu spüren. „Ich gehe nicht gerne, aber das ist der Lauf der Dinge.“ Es müsse immer wieder eine Chance auf einen Neuanfang geben, denn „andere wollen auch mal ran.“ Für Hess sei es ein Freudentag.
Über „Dinge im Detail“ wollte Olboeter nicht sprechen und sich auf keinen Fall selbst beweihräuchern: „Das Urteil über meine Dienstzeit werden andere fällen.“
In einer anrührenden Rede sprach er über Stolz, Demut und Dankbarkeit. Stolz sei er, dass man ihm die Führung des Bataillons zugetraut hatte (es gibt nur sehr wenige vergleichbar Stellen) und besonders dieses Bataillon bekommen zu haben, das höchst leistungsfähig sei trotz knapper Personalbesetzung (bei den Ausbildern sind es beispielsweise nur 65 Prozent).
„Soldaten brauchen Stolz und manchmal vielleicht auch ein bisschen Arroganz, um nicht in Situationen zweiter Sieger zu werden, in denen es keinen zweiten Sieger gibt“, sagte Olboeter.
Demütig sei er, weil er großes Glück gehabt habe. Es seien keine Todesfälle und oder Skandale vorgekommen auch und auch sonst keine schlimmen Dinge passiert.
Dankbar sei er, ausgewählt worden zu sein für die Aufgabe als Kommandeur, die er mit Freiheit und Autonomie habe ausüben dürfen. „Tschüss, ade, ala, ich melde mich aus dem Funkkreis ab“, verabschiedete sich Olbeoter mit den jeweiligen sprachlichen Gegebenheiten seiner norddeutschen Heimat, des fränkischen Roths, wo eine Kompanie des Bataillons stationiert ist, und des pfälzischen Germersheims.
General Gschoßmann lobte Olboeters Arbeit im Bataillon, das er trotz angespannter Personallage weiterentwickelt und gestaltet habe, besonders im Bereich der einsatzvorbereitenden Ausbildung.
Auch die Integration der Soldaten sei sowohl in Germersheim als auch am Standort Roth „gelebte Realität und keine leere Worthülse“. Das sei auch der engagierten Öffentlichkeitsarbeit Olboeters mit zu verdanken. Die Einbindung des Militärs ins zivile Umfeld, die Maxime, Gelöbnisse immer in der Öffentlichkeit abzuhalten, der Umgang mit der historischen Sammlung und dem früheren Namensgeber der Kaserne, General Hans Graf von Sponeck, sei vorbildlich.
Olbeoter habe sich allen Aufgaben mit einer gradlinigen und menschlichen Art überaus erfolgreich gestellt : „Ich habe ein gutes Gewissen, Ihnen freie Hand gegeben zu haben.“
An den neuen Kommandeur Martin Hess gewandt sagte Gschoßmann, ihm stehe keine leichte Aufgabe bevor. So wird in Roth eine neue Ausbildungskompanie aufgestellt und auch die Sanierungskette muss es weiter vorangetrieben werden. Er habe großes Vertrauen, dass Hess die Aufgabe bestens meistern werde mit seiner „Erfahrung als Menschenführer.“
Hess, der in der Region teilweise aufgewachsen ist und bis zum Jahr 2004 einige Jahre als Oberleutnant in Germersheim gedient hatte, hielt seine Rede kurz. Er übernehme die Verantwortung sehr gerne und blicke zuversichtlich auf die kommenden Jahre.
2004 sei er schweren Herzens weggegangen und freue sich nun, wieder hier zu sein. Maximilian Olboeter habe ihm den Übergang sehr erleichtert mit einer offenen und kompetenten Übergabe der Dienstgeschäfte. Deshalb könne er wohl leicht anknüpfen.
Bei der anschließenden Feierstunde im Pfalzkasino mit etwa 150 Gästen bedankte sich Olboeter nochmals „einfach bei Jedem.“ Martin Hess übergab er den „Kommandeursstift“, das Bataillonabzeichen und mit dem Schlüsselbund auch die Schlüsselgewalt: „Du bekommst ein tolles Bataillon mit tollen Leuten, einem tollen Team.“
Die Mitarbeiterinnen seines Büros bedachte Olboeter mit Blumensträußen, Fahnenträger Mutschmann mit einer kleinen Auszeichnung.
Blumen bekamen auch die Ehefrauen von Olbeoter und Hess von General Gschoßmann überreicht. Soldatenfamilien hätten ist oft nicht leicht, besonders die Frauen müssten viel Verständnis aufbringen.
Zum Schluss übergab Andreas Mayer vom Landeskommando Rheinland-Pfalz die Papiere an Martin Hess, die ihn gleichzeitig zum Standortältesten bestimmen (alte Bezeichnung Standortkommandant/früher getrennte Dienststellung innerhalb der Bundeswehr). (cli)

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