Donnerstag 15.Oktober 2026

Geothermie und Lithium in Insheim: Vulcan testet neuen Rückweg für Thermalwasser in den Untergrund

15. Oktober 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional, Wirtschaft in der Region

Vulcans Bohrplatz Schleidberg. Copyright: Vulcan Energy

Insheim – Vulcan Energy hat am Bohrplatz Schleidberg getestet, ob sich Thermalwasser in einen stärker durchlässigen Gesteinsbereich zurückleiten lässt. Nach Angaben des Unternehmens hat das funktioniert. Der Test ist ein Schritt für das Projekt „Lionheart“, mit dem Vulcan Lithium und Wärme gewinnen will.

Dafür muss das Wasser nicht nur aus dem Untergrund an die Oberfläche gelangen, sondern anschließend auch wieder zurück. Genau um diesen Rückweg ging es bei den Tests an der dritten neuen Bohrung am Schleidberg.

Warum der Test für das Projekt wichtig ist

Vulcan plant einen Kreislauf: Heißes, lithiumhaltiges Thermalwasser wird nach oben gepumpt. Dort werden Wärme und Lithium entnommen. Anschließend fließt das Wasser über andere Bohrungen wieder in den Untergrund.

Für diese Rückleitung sieht die Planung zwei Möglichkeiten vor: geologische Störungszonen und stärker durchlässige Gesteinsbereiche. Mit der neuen Bohrung LSC-3a hat Vulcan nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich die Rückleitung in einen solchen durchlässigen Gesteinsbereich getestet. Damit sieht das Unternehmen eine zentrale Annahme seines Erschließungsplans bestätigt.

Nach Darstellung von Vulcan könnte diese Variante helfen, größere Bereiche des unterirdischen Reservoirs für die Lithium- und Wärmegewinnung zu nutzen.

Übersicht über das Lionheart-Projekt. (Grafik: Vulcan Energy)

Was die Zahlen aussagen

Bei den Tests Anfang Oktober wurde an der Oberfläche eine Rate von rund 35 Litern Wasser pro Sekunde gemessen. Aus den Messdaten und einer Modellierung berechnet Vulcan, dass der Gesteinsbereich unter den später vorgesehenen Betriebsbedingungen rund 64 Liter pro Sekunde aufnehmen könnte. Im Erschließungsplan hatte das Unternehmen rund 40 Liter pro Sekunde angesetzt.

Die Zahlen beschreiben also unterschiedliche Bedingungen: 35 Liter pro Sekunde wurden beim Test gemessen, 64 Liter pro Sekunde für den geplanten Betrieb errechnet. Der höhere Wert wurde bei diesem Test nicht direkt nachgewiesen. Dass die gemessene Rate niedriger liegt, bedeutet deshalb für sich genommen nicht, dass der Test gescheitert ist. Vulcan bewertet sowohl die gelungene Rückleitung als auch die daraus berechnete Kapazität positiv.

Weitere Bohrungen geplant

Die unternehmenseigene Bohrfirma Vercana führte LSC-3a im September aus. Zuvor hatte eine Pilotbohrung geholfen, die Lage und Beschaffenheit des geeigneten Gesteinsbereichs zu bestimmen. Anschließend wurde LSC-3a horizontal in diesen Bereich abgelenkt. Ihre gemessene Gesamtlänge beträgt 3.743 Meter.

Einschließlich bereits bestehender Bohrungen ist LSC-3a die siebte von insgesamt 28 geplanten Bohrungen des Lionheart-Projekts. Die Ergebnisse sollen in die Planung der nächsten Bohrungen LSC-4 und LSC-5 einfließen. Zugleich prüft Vulcan Anpassungen am Erschließungsplan.

Vulcan-Chef Cris Moreno sieht das Unternehmen durch die Ergebnisse auf dem Weg zur kommerziellen Produktion bestätigt. Nach seiner Darstellung erfüllen oder übertreffen die bisherigen Produktions- und Injektionsbohrungen die Erwartungen des Unternehmens.

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